Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Du kommst ins Büro, setzt Dich an Deinen Schreibtisch, siehst den Brief, der dort liegt, wunderst Dich, zögerst kurz, öffnest ihn dann doch und was steht da: nach allem, was Du für das Unternehmen getan hast, wirst Du auf die Straße gesetzt. Nach all den Jahren. Diese Penner.

Wenn Du heute Deinen Job verlierst, …

… bewirbst Du Dich noch am Abend für einen ähnlichen Job, weil der alte Dich so glücklich gemacht hat?

… oder bist Du erleichtert und nutzt die Gelegenheit, um Dich neu zu orientieren?

Auf etliche myMONK-Leser trifft nach den Mails, die ich bekomme, letzteres zu. Sie wären vielleicht beunruhigt, wüssten nicht genau, wie es weiter gehen soll, könnten aber Eines nicht leugnen: sie sind erleichtert. Der Job hat ein Ende gefunden. Ihre Chance ist gekommen, endlich das zu tun, wovon sie schon seit langem träumten, während sie die toten Exceltabellen und Mails und Formulare und Präsentationen anstarrten von neun Uhr morgens bis sechs Uhr abends. Sie fühlen sich auf einmal wieder richtig lebendig. Viele wünschen sich nicht nur eine andere Anstellung im selben Feld, sondern würden gern etwas komplett anderes tun. Fotografieren und schreiben, statt dumpfen Scheiß machen und leiden, coachen und beraten, Yoga lehren oder anders helfen und heilen.

Der Weg des geringsten Widerstandes … ist zu Ende

Etliche von uns sind erst in Ausbildungen und Studiengänge, später in Unternehmen und Positionen gerutscht, weil sich es sich „halt so ergeben“ hat. Eins kam zum anderen, und sie ohne bewusste Entscheidungen dort an, wohin sie der Weg des geringsten Widerstands geführt hat.

Zählst Du, lieber Leser, auch zu dieser Gruppe?

Wenn ja: Du kannst Dich jederzeit frei entscheiden, einen neuen Weg einzuschlagen. Deinen Weg.

„Aber Tim, es würde Jahre dauern, bis mein Einkommen wieder auf demselben Stand ist wie heute. Ich muss meine Kinder versorgen und mein Haus abzuzahlen, wie stellst Du Dir das vor?“, magst Du fragen.

Einen völlig neuen beruflichen Weg einzuschlagen und/oder Dich erfolgreich selbstständig zu machen braucht sicher Zeit. Aber dieselbe Zeit braucht es, auf dem alten Weg zu bleiben. Drei bis fünf Jahre – ein gutes Maß für solche Vorhaben – vergehen gleichermaßen … ob Du nun genau so unzufrieden weiter arbeitest und lebst wie bisher, oder Deinen Träumen folgst und ein Abenteuer aus Deinem Leben machst.

Es geht auch mit weniger Risiko

Da Du Deinen Job heute nicht verlierst, und womöglich Du für Deine Familie sorgen und Deine Raten zahlen musst, wirst Du ihn auch nicht leichtfertig kündigen. Aber: Du kannst heute anfangen, Dich neu zu orientieren, und in den nächsten Monaten, vielleicht Jahren alles vorbereiten, um anschließend von Deiner Leidenschaft zu leben. Du kannst Dich weiterbilden, lernen, was Du lernen musst, Erfahrungen sammeln, ein Netz spinnen aus Menschen, die schon da sind, wo Du hinwillst und aus solchen, die Du später als Kunden gewinnen willst.

Ich habe an anderer Stelle schon mal darüber geschrieben, wie ich täglich zwei Stunden eher aufgestanden bin, um noch vorm Gang ins Büro an dem Business zu arbeiten, das mich heute meine Miete und meine Brötchen zahlen lässt. Nach Feierabend ging’s weiter. Und … psssst, nicht weitersagen … auch im Büro habe ich Lücken dafür genutzt. In derselben Zeit hätte ich morgens länger schlafen, abends Fernsehen und dazwischen mit Kollegen scherzen und tratschen und jammern können.

Hätte ich Kinder oder andere Verpflichtungen gehabt, hätte ich in der Zeit außerhalb des Büros vielleicht weniger arbeiten können, dann hätte es eben länger gedauert. Es wäre sicher bequemer gewesen, hätte ich mich auf den Job konzentriert, ich wäre regelmäßig befördert worden, mein Konto würde regelmäßig aufgefüllt werden und so weiter.

Doch ich hatte mich entschieden: ich wollte da raus. Raus aus dem Hamsterrad. Ich wollte tagsüber spazieren gehen und frei atmen können, wollte in Cafés arbeiten, etwas aufbauen, das größer ist, als ich, Wert schaffen und vor allem: morgens aufstehen, und mit Freude an den Tag denken. Manchmal kann ich’s nicht erwarten, aus dem Bett zu springen, mich ans Macbook zu setzen und zu schreiben. Ich liebe es. Echt.

Es gibt es sicher auch für Dich Dinge, die Du so liebst. Würdest Du nicht gern davon leben können, viel Zeit dafür haben und Anerkennung in Form von Geld und glücklichen Kunden bekommen?

Der Weg dahin mag ein langer sein, aber Du wirst ihn bewältigen können. „Die meisten Menschen überschätzen, was sie in einem Jahr erreichen können, und unterschätzen, was sie in fünf Jahren erreichen können“, wie der berühmte Coach und Speaker Jim Rohn sagte. Und schon auf den ersten Metern entzündet sich ein Licht am Ende des Tunnels. Eine Perspektive eröffnet sich.

Angenommen, Du verlierst heute Deinen Job … würdest Du Dich neu für einen ähnlichen entscheiden?

Ja? Glückwunsch.

Nein? Warte nicht auf die Kündigung, entscheide Dich heute selbst bewusst. Wie und wovon willst Du leben? Und wie kannst Du in den nächsten Jahren dahin kommen?

Freue mich über Deinen Kommentar!

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Photo: Pedro Ribeiro Simoes