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Seltener als der Tinnitus und dennoch recht weit unter Burn-out-Patienten verbreitet: der Hörsturz. Doch wie kommt es zum Hörsturz, was bedeutet er für die Betroffenen, und wie lässt er sich behandeln?

Beim Hörsturz handelt es sich um eine akustische Notfallabschaltung, das heißt: der Körper schaltet das Hören ab, wenn Hören dem Menschen weder Sicherheit noch Ruhe bringt. Vermutet wird, dass der wichtige Nerv „Nervus sympathicus“ einen kurzen Gefäßkrampf auslöst, bei dem sich die für die Ohren zuständige Gefäßbahn zusammenzieht. Der Krampf löst sich innerhalb von 24 Stunden von selbst, in der Zwischenzeit ist das Ohr jedoch unterversorgt, wodurch der Stoffwechsel der Sinneszellen beeinträchtigt werden kann.

Zwei von drei Hörsturz-Patienten können nach zwei Wochen wieder vollständig oder zumindest zu weiten Teilen wieder hören wie vor dem Vorfall. Geht ein Tinnitus mit dem Hörsturz einher, verschwindet dieser dann meist ebenfalls.

Bei plötzlich vermindertem Hörvermögen gleich zum Arzt

Wer plötzlich weniger hört, sollte schnellstmöglich einen HNO-Arzt aufsuchen. Der Hörsturz sollte innerhalb von 24 Stunden untersucht und behandelt werden.

Neben der körpereigenen Selbstheilung können folgende erste Therapiemaßnahmen angewendet werden:

  • Ruhe: am besten ins Bett legen, zusätzliche Unruhe vermeiden, sie behindert die Regeneration. Für mindestens 14 Tage sollten Betroffene sämtlicher Verpflichtungen und Aufgaben entbunden werden. Um zur Ruhe zu kommen, können Beruhigungsmittel verordnet werden. Gut geeignet sind stationäre Therapien im Einzelzimmer, stehen nur Mehrbettzimmer zur Verfügung, ist eine ambulante Therapie mit Krankschreibung sinnvoller.
  • Cortison: Infusionen mit Cortison lassen die Diffusionswege zu den Sinneszellen der Ohren abschwellen, die Zellen werden besser ernährt und können sich daher auch besser regenerieren.

Neben diesen Behandlungsmaßnahmen gibt es eine Vielzahl weiterer, die teuer verkauft viel versprechen, oft aber völlig wirkungslos sind und den Patienten unnötig stressen.

Der wichtigste Part ist die Ruhe: wer nach einem Hörsturz sofort weiterarbeitet, gefährdet die Genesung und die Wiederkehr seines Hörvermögens.

Sind 14 Tage vergangen und hat sich die Hörminderung oder ein damit verbundener Tinnitus nicht gebessert, können weitere Therapien in Betracht gezogen werden:

  • Hyperbare Sauerstofftherapie: der Patient atmet Sauerstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck ein. Die Therapie wird in Druckkammer-Zentren angeboten und kann auch noch dann gut helfen, wenn bereits drei Wochen seit dem Hörsturz vergangen sind. Leider muss der Patient die hyperbare Sauerstofftherapie oft aus eigener Tasche zahlen.
  • Psychotherapie: am Anfang sollte die Psychotherapie den Patienten ausschließlich beruhigen und ihm die Angst nehmen. Traumatische Erlebnisse sollten in dieser Zeit nicht aufgearbeitet werden.

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Quellen