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80 Prozent aller Unternehmen sterben in den ersten fünf Jahren nach der Gründung, noch vor der Einschulung ihres „Babys“ also.

Von den übrigen werden wieder 80 Prozent in den folgenden fünf Jahren begraben, noch vor Zahnspange, ersten Küssen und dem Geschmack der großen Freiheit.

Schuld am frühen Tod sind meist ihre Eltern.

Nicht aus bösem Willen, ganz und gar nicht, und erst Recht nicht wegen zu wenig Einsatz. Die Eltern zeugen sie mit viel Liebe. Siehen sie auf mit allem, was sie bieten können (und oft mit noch mehr). Schuften Tag und Nacht für sie. Geben nicht auf, geben nur sich auf, weil das Kind immer mehr und mehr Zuwendung braucht. Und trotzdem, irgendwann, in den ersten fünf Jahren oder den nächsten fünf, klingelt‘s an der Tür und der Sensenmann steht da und alles ist aus, für immer. Bei der Beerdigung stehen die Eltern da (hängende Schultern, kullernde Tränen, aufgezehrte Kräfte) vor dem Sarg des Business und vor den Ruinen ihres Lebens.

Der große Fehler

Die meisten von ihnen machten denselben Fehler: Sie verausgabten sich, und sie verausgabten sich an den falschen Stellen.

Sie wollen alles selbst machen. Bäcker, die nicht nur backen, sondern auch selbst hinter der Theke stehen, den Laden putzen, die Website programmieren. Bauleiter, die selbst die Klopapierrollen in den Dixie-Klos wechseln. Feuerwehrmänner, die eigenhändig ihre Anzüge rot anmalen.

So viel zu tun, dass keine Zeit mehr für das Wesentliche bleibt. So eingespannt und überfordert, dass sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen können, nicht mal, wenn sie sich als Förster selbstständig gemacht haben. Sie vergessen schnell, warum sie diesen Weg eingeschlagen haben: weil sie ein gutes, freies Leben wollen.

Mir ging‘s eine ganze Weile ähnlich. Ich erwartete täglich kreativen Output von mir, X Texte für den Blog in der Woche, dazu schrieb ich noch mein erstes Buch, beantwortete unzählige Mails und Kommentare.

Ich hangelte mich irgendwann, nach pausenlosen Monaten und Jahren von Tag zu Tag wie ein müder alter Affe. Jeder dieser Tage strengte mich an wie eine Doppelschicht im Kohlebergwerk im 18. Jahrhundert. Wenn mich etwas vom Tagesgeschäft abhalten wollte (ein Tierarztbesuch, ein Freund, der mich treffen wollte, auch bekannt als: „das Leben“), reagierte ich gereizt. Schlimmer noch. Die Perspektive schien finster, ein endloses Abrackern, eine Kette schwerer Aufgaben, die erst mit meinem Tod, oder mit dem Tod meines Unternehmens abreißen würde.

Und so wäre es auch gekommen, irgendwann, wenn ich nur lang genug so weitergemacht hätte.

Der Ausweg

Mich rettete neben der Achtsamkeit (ich war erschöpft, merkte es und sah ein, dass ich etwas ändern muss) auch ein Buch, das ich schon vor vielen Jahren schon mal in den Händen hielt, noch bevor ich ein Unternehmen hatte: „The E-Myth“ von Michael E. Gerber.

Der größte Fehler und die wichtigste Lektion lauten Gerber zufolge:

Du sollst nicht (nur) arbeiten IN Deinem Unternehmen.

Du sollst arbeiten AN Deinem Unternehmen.

Ich hatte nur noch IN meinem Unternehmen gearbeitet, steckte bis zum Hals drin. Das Ganze hier drohte immer mehr zu einem Job zu werden. Mit mir selbst als eigenem, gnadenlosen Chef, der seine ganze Zeit nutzte, um mich anzutreiben.

Um ein Unternehmen erfolgreich zu machen, braucht es aber einfach genug Distanz, um von außen darauf schauen zu können. Diese Distanz eroberte und erobere ich mir wieder zurück. Ich fand andere, großartige und zu myMONK passende Buchautoren und unter den Lesern der Seite fantastische Redakteure. Ich begrenze meine Arbeitslast im Tagesgeschäft etwas und nehme mir mehr Zeit, über langfristige Dinge nachzudenken.

Und ich muss sagen: Das ist befreiend und belebend und ich fühl mich so gut wie schon lange nicht mehr. Klar muss ich auch im Unternehmen weiterarbeiten, aber das will ich ja auch, das liegt mir am Herzen, und mit dem neuen Rahmen ist es wieder viel leichter und macht mir viel mehr Freude.

Wenn Du selbstständig bist und nicht sicher bist, worauf Du Deine Energien heute verwenden solltest, dann hilft Dir vielleicht auch Dir dieser Satz:

Arbeite nicht IN Deinem Unternehmen, arbeite AN ihm.

Mehr unter Wie man echten Wert schafft und von seiner Leidenschaft leben kann und unter 7 seltsame Fragen, mit denen Du Deine Berufung finden kannst.

Photo: Stressful work von crazystocker/ Shutterstock