Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Tage um die Ohren geschlagen und Nächte. Die Gedanken so breit getreten, dass sie unsere ganze Welt bedecken … und trotzdem kein bisschen schlauer geworden. Was sollen wir tun, wohin gehen und mit wem …

Die Zeit tickt, die Wände kommen näher oder der gefährliche niedrige Kontostand. Die Angst packt uns. Dann wählen wir endlich etwas. Erleichterung, durchatmen. Im Reinen damit sein, für eine Weile. Oft bleibt es leider nicht dabei. Nämlich dann, wenn sich die Entscheidung als ziemlich mies entpuppt.

Woran liegt’s, warum haben wir das Falsche getan?

Vielleicht liegt’s daran, dass unser Gehirn nicht richtig funktioniert, wenn wir Angst haben.

Neurowissenschaftler der University of Pittsburgh haben in einer Studie herausgefunden, dass Angst den Zugang zum präfrontalen Cortex des Hirns erschwert. Jenen Teil, der für die Entscheidungsfindung entscheidend ist, ebenso wie für Aufmerksamkeit und übergeordnetes Denken.

„Angst und Sorgen können ein mentales Problem sein, das unser alltägliches Leben einschließlich des Entscheidens beeinflusst“, sagt die Leiterin der Studie, Dr. Bita Moghaddam. „Wenn wir die biologischen Prozesse dahinter verstehen, finden wir hoffentlich Wege, diese Folge von Angst zu behandeln.“

Für die Forschung wurden Ratten, ihre Gehirne und ihr Entscheidungsverhaltes untersucht. Der einen Hälfte verabreichte man ein wirkungsloses Mittel, der anderen ein Medikament, das Angst verstärkt. Hinterher sollten beide Gruppen Entscheidungen im Rahmen verschiedener Aufgaben treffen, um eine Belohnung zu erhalten. Sobald Ablenkungen hinzukamen wie etwa Geräusche aus der Umgebung, trafen die verängstigten Tiere deutlich schlechtere Entscheidungen. Die Hirnscans zeigten verringerte Aktivitäten im Entscheidungszentrum.

Auch bei Menschen zeigten sich Zusammenhänge zwischen schlechtem Entscheiden-Können und Angst, so zum Beispiel in einer Studie, die in Nature Neuroscience erschien. Unter Angst können wir Situationen weniger gut einschätzen, neigen zum Katastrophieren und Verzerren und erleben auch Ungefährliches als große Bedrohung.

Das bringt uns mal wieder zum Rat des buddhistischen Mönchs Thich Nhat Hanh:

„Wenn Du aufgebracht bist, sage und tue nichts. Atme nur ruhig ein und aus, bis Du ruhig genug bist.“

Sage nichts, tue nichts … und vor allem: entscheide nichts. Mach erst einen Spaziergang, meditiere oder geh zum Squaredance, bis sich das Chaos in der Schneekugel gelegt hat.

Die Angst ist ein mieser Ratgeber. Lass nicht sie für Dich wählen, sondern Deinen Verstand und Dein Herz.

Mehr unter 10 Gedanken, wenn Du Dich nicht entscheiden kannst und im myMONK-Buch Wie man die richtigen Entscheidungen trifft.

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