Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Ich wollte besser sein als andere.

Unbedingt.

Also gab ich im BWL-Studium so viel Gas, dass ich fast an die Wand gekracht wäre.

Ich wollte stolz sein können auf meine Leistung und dadurch selbstbewusst und unangreifbar werden.

Unbedingt.

Doch das war eine Falle.

Mit jeder guten Note, die ich bekam, verlor ich in Wirklichkeit etwas. Ein weiteres Stück von dem Gefühl, als Mensch wertvoll zu sein. Einfach nur als Mensch, nicht als Leistungsmaschine.

Ich verwechselte Ego und Selbstwertgefühl, und ich denke:

diese Verwechslung ist die häufigste und gefährlichste unserer Zeit.

Auch wenn mein Ego mich noch immer verführen will (und das auch noch oft genug schafft), sehe ich die Dinge inzwischen klarer, und das allein heilt schon.

Hier eine kleine Unterscheidungshilfe:

Ego Selbstwertgefühl
„Ich bin stolz auf das, was ich kann, weiß und habe. Ich kann, weiß und habe mehr als andere Menschen.“ „Ich bin zufrieden mit mir und mein Wert hängt nicht davon ab, was ich leiste.“
Kommt aus dem Kopf und schwebt über der Erde Kommt aus dem Herzen und schlägt Wurzeln
Ist anfällig wie ein Luftballon und vergänglich wie der Körper Ist fest wie ein Felsen und dauerhaft wie die Seele
Ernährt sich von Leistung und Vergleich Ernährt sich von Annehmen und Nicht-Vergleichen
Wird mit jedem Bissen hungriger Ist satt und erfreut sich dran
Sucht Beweise, immer wieder Findet liebevolle Ruhe
Macht abhängig Befreit

Es ist schön, nach Dingen zu streben. Voranzukommen. Etwas zu schaffen (zum Beispiel gute Noten im Studium). Warum auch nicht.

Nur sollten wir uns davon kein echtes, tiefes Selbstwertgefühl versprechen.

Sonst treten wir in die Falle des Egos („Ich bin meine Leistung“), müssen mehr leisten, und noch mehr … und werden trotzdem immer leerer und unzufriedener.

Was passiert mit Dir, wenn Können, Wissen oder Besitz vergehen?

 

P.S.: Was mir auf meinem Weg zum Selbstwertgefühl hilft: achtsam sein, mich und meine Gefühle in allen Facetten so gut wie möglich annehmen, mein Leben vereinfachen und auf mein Herz hören 

 

Photo:  Hsuhanyin