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Burn-out bei Arbeitslosen – das mag zunächst paradox erscheinen, ist es aber keineswegs. Wer seinen Arbeitsplatz verliert, der steht häufig plötzlich vor einem großen Haufen Nichts. Nicht nur das Einkommen, auch die Kollegen fehlen einem, selbst die ungeliebten irgendwie, die Aufgabe, die Anerkennung … jeder Mensch bezieht einen Teil seines Selbstwertgefühls aus seiner Arbeit, nutzt er dabei doch nicht nur sich selbst, sondern auch seiner Familie, dem Arbeitgeber und der Gesellschaft. Dieser Verlust schmerzt, und kränkt.

Die bisherige Struktur der Tage, Wochen und Jahre fällt zusammen. Der Partner verliert Respekt – so nehmen die Betroffenen dies zumindest oft wahr (und manchmal ist es leider auch tatsächlich so). Wo man früher noch trotz der Arbeitsbelastung gern für Ordnung und Verpflegung daheim gesorgt hat, werden diese, die übriggebliebenen Aufgaben zunehmend als erniedrigend erlebt.

All das kann immens belasten. Wem dann noch die Zukunftsperspektive oder der Glaube daran fehlt, wen das Jobcenter behandelt wie ******, der neigt dazu, sein Leben als Versagen zu betrachten.

Schlimmer wird dies noch, wenn der Wegfall des Einkommens dazu führt, das Freizeitaktivitäten nicht mehr ausgeführt oder die Miete nicht mehr bezahlt werden kann. In diesem Fall bröckelt auch noch ein großes Stück des restlichem Gewohnten und äußerlichen Halts.

Von allem gibt es auf einmal weniger, nur von einem nichts: Zeit. In einer Menge, die belastet.

Darauf sind auch die anderen Familienmitglieder meist gar nicht darauf eingestellt. Eltern und Kinder hatten sich an einen bestimmten Rhythmus gewöhnt und an ein bestimmtes gemeinsames Zeitpensum. Die dauerhafte Nähe kann so schnell zu Gereiztheit und Streit führen.

Die Frustration münzt sich dann entweder in einer energischen beruflichen Neuorientierung um – oder in einer Phase depressiver Gedanken und Lethargie, zu oft leider auch in Alkohol. Schlecht bezahlte und unterfordernde Übergangsbeschäftigungen oder Qualifizierungsmaßnahmen können in der Regel keinen ausreichenden Gegenpol bilden. Typischerweise tritt nach einer langen Phase der Arbeitslosigkeit eine Resignation ein, die auch mit einem neuen Job nicht unbedingt aufgehoben werden muss. Zu tief sitzt der Schmerz, die Enttäuschung, und die Angst, dass man erneut auf die Straße gesetzt wird.

Burn-out-Risikofaktoren auf einen Blick:

  • Wegfall von Anerkennung, Selbstwerterleben sowie der gewohnten Struktur und den Handlungsspielräumen, auch durch finanzielle Einschnitte
  • Unzureichende Kompetenz zum Umgang mit der Mehrzeit, einschließlich jener mit der Familie zusammen
  • Sozialer Abstieg
  • Stress durch Unterforderung
  • Evtl. sinnlose Übergangsbeschäftigungen
  • Angst vor Chancenlosigkeit in der Zukunft

Burn-out
Burn-out und Depressionen
Burn-out – Verbreitung und Kosten

Burn-out – Verlauf
Burn-out – Symptome
Burn-out – Begleiterkrankungen
Burn-out – Diagnose
Burn-out – Test
Burn-out – Ursachen
Burn-out – Behandlung
Burn-out vorbeugen (Prävention)
Quellen