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Amateure sitzen und warten auf Inspiration. Der Rest von uns steht einfach auf und macht sich an die Arbeit.
– Stephen King

Es reicht nicht aus, beschäftigt zu sein … die Frage ist: womit sind wir beschäftigt?
– Henry David Thoreau

„Produktivität“ war über lange Zeit nicht gerade ein Wort, bei dem mir das Herz aufging. Wenn ich es hörte oder las, dann dachte ich zuerst an Unternehmen, die  jedes Quant Leistung aus ihren Mitarbeitern herausquetschen wollen; und an ein paar meiner Bekannten, die pausenlos 120 Prozent geben, im Job und in der Freizeit, die sich sehr schwer damit tun, einfach mal nichts zu tun als ein wenig Zeit achtsam und genüsslich vorbeistreichen zu lassen; und an übereifrige und unterherzliche Eltern, die ihre Dreijährigen zwischen Schule und Schlaf hin und her kutschen, zum Chinesisch-Unterricht, zum Ballett und zu Schönheitswettbewerben.

Heute weiß ich, wie wichtig es ist, produktiv zu sein – wenn man gerade produktiv sein will oder muss. In den ersten Monaten meiner Selbstständigkeit brachte bei der Arbeit kaum etwas zustande. Die Stunden am Macbook rutschten mehr oder weniger an mir vorbei, ich brauchte gefühlte Ewigkeiten für ein paar Zeilen für eine Mail oder einen Artikel. Monate gingen ins Land, und ich war kaum einen Meter vorangekommen.

Es ist ein Mythos, dass man nur das machen müsse, was einem Spaß macht, und schon würde immer – oder auch nur meistens –  alles fließen, die kreativen Gedanken durch den Kopf und aus dem Kopf aufs Papier und man würde sich am Abend zufrieden ins Bett legen können, stolz auf den großartigen Output, den man da produziert hat, glücklich darüber, dass man dem eigenen Ziel wieder ein paar Meter näher gekommen ist.

Die Realität sieht anders aus: die meisten von uns treten in ihrem Schaffen oft auf der Stelle und müssen in einer Zeit des Multimulti-Taskings, dem Grundrauschen der permanenten Kommunikation, des Reichtums an Optionen und der Armut an klaren Entscheidungen neu lernen, produktiv zu sein.

Stell‘ Dir vor, Du hättest in den letzten zwei oder drei Jahren 50% mehr geschafft, oder doppelt so viel, oder sogar noch mehr.

Wenn Du bereits selbstständig bist und Deinen Traum in einem erfolgreichen Business manifestieren willst … wie würde Dein Geschäft heute aussehen?

Wenn Du noch davon träumst, den ungeliebten Job an den Nagel zu hängen und Dich nebenher weiterzubilden und etwas aufzubauen, das Dich finanziell tragen kann … wo würdest Du heute damit stehen?

Ich wette, dass Du heute schon am Ziel Deiner Träume wärst, zumindest jedoch kilometerweit näher dran.

Du bist nicht schuld daran, dass Du vieles von dem, was Du Dir vorgenommen hast, noch nicht geschafft hast – es sind harte Zeiten für Menschen, die etwas schaffen wollen, in keinem Zeitalter zuvor mussten wir uns so vielen Ablenkungen und Einflüssen und Unsicherheiten entgegen stellen.

Du bist nicht schuld daran, doch Du bist verantwortlich dafür, diesen Killern Deiner Träume hier und jetzt den Kampf anzusagen. Denn in keinem Zeitalter zuvor waren wir so frei, unser Leben zu gestalten. Wie in jedem Kampf ist es auch in dem gegen die Produktivitäts-Killer unumgänglich, die Feinde zu kennen. Je mehr Du über sie weißt, umso besser kannst Du ihre Schwächen ausnutzen und sie in die Flucht schlagen, damit sie den Weg räumen und Dich in großen Schritten vorankommen lassen.

Vor 11 Monaten ging myMONK online, seitdem habe ich mehr als 100 Interviews durchgeführt, zwei kostenlose E-Books veröffentlicht, hunderte von Artikeln geschrieben, hunderte von Mails und Kommentaren beantwortet. myMONK gedeiht, und auch wenn ich grundsätzlich sehr ungeduldig bin, gedeiht es doch auch nach meinen Maßstäben sehr ordentlich. Dabei habe ich neben myMONK noch andere Dinge verfolgt, es ist nur ein Teil des Business‘ von meinem Geschäftspartner und mir. Ich will und ich kann noch immer viel produktiver werden, aber verglichen mit dem, was ich in den ersten Monaten meiner Selbstständigkeit bewältigt habe, ist meine Produktivität von einem Zwerg zu einem dieser 2-Meter-10-NBA-Spieler geworden, der einigen Produktivitäts-Killern einen Hieb verpasst und Sterne sehen lassen hat. Tschaka. ☺

Hier also die 22 Produktivitäts-Killer, ohne die Du womöglich längst am Ziel Deiner Träume wärst:

#1 Fehlende klare Ziele

Was genau willst Du mit Deiner Arbeit erreichen? Welchen Umsatz, welchen Gewinn machen, in welcher Zeit – und warum? Willst Du Dir eine bestimmte Wohnung leisten oder ein Auto oder Reisen … was ist es, das Dich antreibt?

„Ich will gut von meiner Leidenschaft leben können“ reicht nicht. Wenn Du keine glasklaren Ziele hast, betrügst Du Dich selbst um Motivation, um sicheren Halt und auch darum, irgendwann mal an bestimmten Etappen anzukommen und Dir auf die Schulter klopfen zu können.

Wo genau willst Du mit Deiner Arbeit  in drei Monaten stehen?

Wo in drei Jahren?

Siehe: Wie Du ein Feuer in Dir entfachen kannst, das alle Widerstände niederbrennt

#2 Fehlender Spirit

Geld allein und selbst die Freiheit, die es bedeuten kann, reicht vielen Menschen – mich eingeschlossen – nicht aus, um voller Energie voranzuschreiten.
Aus meiner Sicht braucht es einen tieferen Sinn. Der muss nicht die Rettung der Welt oder des Universums sein. Vielleicht ist der tiefere Sinn Deiner Arbeit, das Leben einzelner Menschen zu verschönern und zu erleichtern oder aufregender zu machen. Vielleicht geht’s Dir auch darum, Deine Familie versorgen und ein gutes Vorbild für Deine Kinder zu sein – indem Du ihnen zeigst, dass es wichtig und richtig ist, dem eigenen Herzen zu folgen.

Was würdest Du Dir wünschen, vom Himmel aus auf Deinem Grabstein zu lesen?

„Fleißiger Mensch. Konnte sich einen Ferrari leisten“ oder etwas anderes?

Siehe: Warum Du Deine Lebensaufgabe kennen solltest und 7 Fragen, die Dich zu Deiner Lebensaufgabe führen.

#3 Angst vorm Scheitern

Die Angst vorm Scheitern ist der mörderischste aller Produktivitäts-Killer. Er versucht, uns zu ersticken. Und dabei wenig Spuren zu hinterlassen, indem er uns wenig Spuren hinterlassen lässt. Wer nichts tut, kann keine Fehler machen und nicht scheitern (abgesehen natürlich vom massivsten alles Scheiterns: es nie gewagt zu haben).

Um noch mal auf den Grabstein zurückzukommen: willst Du auf Deinem lesen: „Ähhh, naja … hat seine Jahre halt unauffällig rumgebracht“, oder: „War ein Kämpfer, der wirklich gelebt und geliebt und geschaffen hat und auch nach Niederlagen immer wieder aufstand“?

#4 Angst vorm Erfolg

Eine perfide, mir sehr vertraute Angst. Unbewusst fürchten sich viele von uns vor dem Erfolg.

Denn Erfolg bedeutet nicht, dass alles gut und einfach wird. Erfolg bedeutet auch, gesehen zu werden, sich angreifbar zu machen, mehr Verantwortung zu tragen, vielleicht alte Freunde zurücklassen zu müssen, wenn sie mit Deinem Erfolg nicht zurechtkommen, weil er ihnen einen Spiegel vorhält.

Hast Du manchmal das Gefühl, Dir selbst ein Bein zu stellen, wenn Du gerade kurz davor bist, Dein Ziel zu erreichen? Könnte an Deiner geheimen, Dir noch unbewussten Angst liegen vor dem, was passieren könnte, wenn Du die Ziellinie überquerst.

Das Gegengift heißt: Achtsamkeit. Wissen, was Dich antreibt und abhält. Wissen, was Dir wirklich wichtig ist und welche Glaubenssätze in Dir walten.

Siehe: Die heimliche Angst vorm Erfolg

#5 Fehlende Planung

Ein Ziel ohne Plan ist genauso sinnlos wie ein Plan ohne Ziel. Wir brauchen beides, wir müssen wissen, wo wir hin wollen und wie wir dahin kommen.
Du kennst Deine Ziele, Du kennst die Etappen. Was noch fehlt, ist der Plan.

Ich empfehle einen Plan für den die nächsten drei Jahre, das nächste Jahr, die nächsten drei Monate und den aktuellen Tag.

Wie viele Produkte musst Du verkaufen oder Kunden für Deine Dienstleistung finden, um Dein gewünschtes Einkommen zu erarbeiten?

Wann willst Du welche Etappe erreicht haben, und was genau musst Du dafür tun, täglich, monatlich und so weiter?

Siehe: Warum Deine Träume unerreichbar scheinen (und was Du dagegen tun kannst)

#6 Aufschieben (Prokrastination)

Vorm Fernseher zu hängen, oder den Tag im Schwimmbad oder in der Skihütte zu verbringen und die Aufgaben auf morgen zu verschieben ist einfacher, als sich ihnen zu stellen, keine Frage. Sehr wohl eine Frage hingegen ist, warum wir uns dem Einfachen hingeben und damit in Kauf nehmen, auf der Stelle zu treten. Warum schiebst Du diese eine Aufgabe auf, die Dich heute so weit bringen könnte, wenn Du sie nur angehen würdest?

Fühlst Du Dich überfordert – wenn ja, wie kannst Du dafür sorgen, dass Du Dich gewappneter fühlst? Kannst Du die Aufgabe in überschaubarere Teile zerlegen, Dich besser vorbereiten, jemanden um Hilfe bitten oder Deine Erwartungen herunterschrauben?

Hasst Du es, Deine Zeit mit dieser Aufgabe zuzubringen – wenn ja, kannst Du sie angenehmer machen (dabei Musik hören oder einen leckeren Tee trinken), oder sie delegieren?

Ich glaube nicht, dass wir Dinge aufschieben, weil wir einfach faule Schweine sind. Ich glaube, da gibt es immer einen konkreten Grund, und ihn zu kennen ist die halbe Lösung, der halbe Produktivitäts-Killer-Killer.

#7 Multitasking

Ein weiterer Mythos lautet: Menschen (oder zumindest Frauen) können multitasken. Das haben Hirnforscher längst bewiesen. Kein Gehirn kann sich zu einer Zeit mit mehr als einer fordernden Aufgabe gleichzeitig auseinandersetzen. Zwar können wir gleichzeitig Auto fahren und telefonieren, aber nur, weil beides so gelernt ist, dass wir wenig Fokus dafür benötigen. Für alle kreativen Aufgaben und überhaupt alles, das Konzentration erfordert, ist Multitasking der Tod. Wir glauben, dazu in der Lage zu sein, doch es erinnert an einen Computerprozessor: ein einzelner Prozessor arbeitet zu jeder Zeit nur an einer Aufgabe, er wechselt so schnell hin und her, dass wir das nicht bemerken, aber jede dieser Aufgaben frisst Rechenleistung.

Wenn wir gegen dieses Gesetz verstoßen, fühlen wir uns vielleicht besonders produktiv, machen in Wirklichkeit aber Bahn frei für Fehler und den Weg dicht für echte, kreative Lösungen.

Eine Studie, von der ich vor zwei Jahren mal las, zeigte übrigens: Multitasking macht genauso dumm und unfähig wie Kiffen. Yeeeeah … Peace.

Wenn Du mir nicht glaubst, dann probier’s doch vielleicht einfach mal für einen Tag aus: eine Aufgabe nach der anderen, und schau, wann Du mehr bewältigst.

Sei ein Zen-Meister, der behaupten kann: „Wenn ich schlafe, schlafe ich, wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich esse, esse ich“. Arbeite erleuchtet.

#8 Unterbrechungen

Brrrrrrrrrrrmmmmmmmmmm. Klingelklingel. Biep. Pieppiep. Klopf klopf. Palim palim.

So geht es den ganzen Tag. Ständig prasseln SMS, Mails, Anrufe, geliebte Menschen und Nervensägen mit ihren Anfragen auf uns ein.

Na und, kurz abfertigen und dann weitermachen, meinst Du?

Die konkrete Zahl fällt mir gerade nicht ein, aber es heißt, dass das Gehirn nach einer Ablenkung irgendetwas zwischen 20 und 40 Minuten benötigt, um sich wieder hochkonzentriert auf die eigentliche Aufgabe einzuschießen. Und bis dahin hat’s schon wieder fünf Mal gebrummelt und geklingelt und geklopft.

Tim Ferriss, Autor von „Die 4-Stunden Woche“, empfiehlt: richte einen Autoresponder für Deine Mailaccounts ein, das jede eingehende Mail automatisch beantwortet mit einem Hinweis wie: „Vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich empfange meine Mails einmal täglich um 15:00 Uhr und werde mich sobald wie möglich um Ihr Anliegen kümmern. Bis dahin bitte ich um Ihre Geduld und bei besonders wichtigen Anliegen um Ihren Anruf unter der …“.

Wenn Du daheim arbeitest und häufig von Deinen Lieben unterbrochen wirst … kannst Du mit ihnen feste Zeiten absprechen, in denen Du die Tür hinter Dir schließt, um ungestört arbeiten zu können, und nur im Notfall unterbrochen wirst?

#9 Arbeit an unwichtigen Aufgaben

Ich liebe es, an unwichtigen Aufgaben zu arbeiten, zum Beispiel an irgendwelchen kleinen Designanpassungen, die überhaupt keinen Unterschied machen, anstatt mich hinzusetzen und an einem Artikel zu arbeiten, der meine volle Konzentration und Kreativität fordert, für den ich mich anstrengen muss und scheitern kann, wenn er nicht gut genug geworden ist, um den Lesern zu helfen. Ich liebe es, die Besucherzahlen meiner Websites, die Anzahl der Facebook-Fans und so weiter zu beobachten, in Foren herumzuhängen, die Blogs über Internetbusiness und Persönlichkeitsentwicklung lesen. All gibt mir das Gefühl, etwas zu tun, ohne wirklich etwas tun und dem Unbequemen ins Auge blicken zu müssen.

Inzwischen gelingt es mir, dem Unwichtigen immer häufiger zu widerstehen und mich dem zu widmen, das einen echten Unterschied für die Leser, mein Business und mich macht.

Für mich funktioniert dabei folgendes sehr gut:

Am Abend überlege ich mir, welche drei erledigte Aufgaben mich am nächsten Tag am meisten voranbringen würden. Ich habe keine klopapierrollenlangen To-Do-Listen. Nur diese drei Aufgaben im Kopf. Wenn ich morgens aufwache, weiß ich, was zu tun ist. Kein Zögern, keine Unsicherheit.

Welche Deiner Aufgaben sind wirklich wichtig, welche schaffen echten Wert, bringen Dich voran?

Siehe: Wie Du echten Wert schaffen und von Deiner Leidenschaft leben kannst

#10 Nicht organisiert sein

Wenn Dein Computer-Desktop, Dein Arbeits-Schreibtisch, Deine Unterlagen und Dein (Home-)Office mehr nach einem Weltuntergang als nach einem aufgeräumten Umfeld für Höchstleistungen ausschauen, dann ist es verdammt schwer, letztere zu erbringen. Glaub mir, damit kenn‘ ich mich aus – an dieser Stelle kann ich leider absolut kein Moralapostel spielen … ich hab‘ allerdings noch nicht aufgegeben, hier mehr Ordnung hineinzubringen. Immerhin sieht der Desktop gut aus. Was nicht nur am Retina-Display des geliebten Macbooks liegt, sondern auch an den geordneten Ordnern und Dateien darauf.

#11 Alle wiederkehrenden stumpfen Aufgaben selbst erledigen

Gibt es stumpfe Aufgaben, die Du Tag für Tag gelangweilt erledigen musst?

Wenn ja, kannst Du sie vielleicht auslagern?

Oder automatisieren, oder einmal wöchentlich en bloc abarbeiten? Zum Beispiel: Deine fertig geschriebenen Blogbeiträge einmal durchtimen und von allein veröffentlichen lassen – auch in den sozialen Netzen, Deine Mails mit Filtern automatisch sortieren und ggfs. Beantworten lassen (wenn Du immer wieder bestimmte Standard-Antworten rausschickst), Dir die Besucherstatistiken einmal monatlich nach Deinen Wünschen als Report per Mail zusenden lassen, die Shortcuts für Deine Programme erlernen, immer wieder anfallende Prozesse als Makros speichern?

Englischsprachige (Online-)Unternehmer bedienen sich gern sogenannter „virtueller persönlicher Assistenten“, Menschen, die zum Beispiel in Indien sitzen und für ein paar Euro Tagessatz recherchieren, die öde Suchmaschinenoptimierung übernehmen (und verdammt, ist die öde, und je nach Art der Website aus verschiedenen Gründen stark überschätzt), Termine ausmachen, das Webdesign erledigen etc. Auch in Deutschland gibt es solche Dienste inzwischen. Ob sie was taugen, das weiß ich nicht. Außerdem bin ich mir im Moment unsicher, für wie moralisch vertretbar ich Niedriglohn-Angestellte halte.

#12 Alles allein machen wollen (auch das, was man eigentlich gar nicht machen will)

Diesen Punkt kannst Du überspringen, wenn Du ein Allround-Talent bist. Das kann ich für mich leider nicht in Anspruch nehmen. Ich schreibe gut, ich tausche mich gern aus, aber dafür gibt es auch eine Reihe an Aufgaben, mit denen ich mich schwer tue und eher lausig performe. Kaltakquise am Telefon zum Beispiel. Da könnte ich Stunden zubringen und trotzdem keinen Kunden an Land ziehen. Ist es da nicht besser, einen erfahrenen Telefonverkäufer auf Provisionsbasis an Bord zu holen und Zeit für das zu haben, das einem liegt? Damit mache ich gerade die ersten Erfahrungen, und es tut gut, zu wissen: da gibt es jemanden, der es viel besser kann als ich, dem es Freude macht und der mir den Rücken freihält.

Was hasst Du oder worin bist Du einfach nicht gut – und mit wem könntest Du Dich zusammentun, um gemeinsam viel erfolgreicher zu sein als allein?

#13 Mit zu vielen Bällen jonglieren wollen

Traust und mutest Du Dir viel zu … zu viel? Knallen Dir beim Versuch, zehn Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten, immer wieder welche auf den Boden?

Suchst Du Dir immer weitere Kunden, obwohl Du schon die vorhandenen kaum noch gut versorgen kannst? Oder erschließt Du Dir immer wieder neue Geschäftsfelder, ohne die vorhandenen Felder gut bestellen, pflegen und ernten zu können?

Wir mögen uns produktiv fühlen, wenn wir besonders busy sind, aber am Ende des Tages haben wir dann meist auf so vielen Hochzeiten gleichzeitig getanzt, dass wir jeden einzelnen Tanz verstolpern.

#14 Nicht nein sagen können

In den Auswirkungen wie die #13, doch aus anderen Ursachen resultierend. Hier ist es nicht der Übermut, sondern die Angst, sich mit einem Nein unbeliebt zu machen und / oder jemanden zu verletzen.

Doch mit jedem Ja kommt ein Nein: ein Ja zu einem neuen Projekt, obwohl Du bereits ausgelastet bist, bedeutet ein Nein zur Qualität aller Projekte; ein Ja zu einem neuen Kunden unter Umständen ein Nein zur Zufriedenheit aller anderen.

Nein sagen kann man glücklicherweise lernen. Siehe: Nein sagen.

#15 Fehlende Pausen / fehlende Balance

Fehlende Pausen und fehlende Balance schrumpfen die Produktivität kurz- und erst recht langfristig.

Fehlende Pausen:

Tony Schwarz schreibt in seinem sehr empfehlenswerten Buch „Power of Full Engagement“ über das Geheimnis der Besten aller besten Spitzensportler. Das Geheimnis, so Schwarz, ist ihr Energie-Management. Selbst innerhalb eines Tennis-Matches beherrschen sie etwas, das den Weltranglistenersten abgeht: sie machen winzige Mini-Pausen, Rituale, in denen sie ihre Kraft wieder aufladen.

Pausen entscheiden über Sieg oder Niederlage. (Könnte auch aus einer Knoppers-Werbung sein.)

Die Unterbrechungen durch Mails und Anrufe zählen übrigens nicht als Pause. ☺

Siehe: 6 wirkungsvolle Wege, die eigenen Batterien wieder aufzuladen (nach Tony Schwarz)

Fehlende Balance:

An ein festes optimales Verhältnis aus Freizeit und Arbeit glaube ich nicht. Zu sehr ist das Leben von Phasen bestimmt, in denen man sich entweder besinnt und weniger tut oder vor allem nach Außen drängt und Dinge bewegt. Doch auch in einer Zeit des großen Schaffens brauchen wir regelmäßig Abstand zur Arbeit. Als ich zum Beispiel im letzten Oktober an der Ostsee urlaubte und zum ersten Mal seit dem Start von myMONK Abstand gewann, konnte ich die Seite und meine Ziele damit wieder viel klarer sehen. Ohne diese Pause und den Abstand, auch den räumlichen zu meinem Arbeitsplatz, hätte ich vielleicht noch viele Monate so weiter gemacht wie bis dahin, es wären deutlich unproduktivere Monate gewesen.

„Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens“, sagte auch der Autor John Steinbeck.

#16 Zu wenig oder zu viel Schlaf

Müde kann man nicht viel reißen.

Müde ist man, wenn man zu wenig schläft. Aber auch, wenn man zu viel schläft.

Wie viel zu viel und wie wenig zu wenig ist, darin unterscheiden sich die Menschen.

#17 Zu wenig oder zu viel Bewegung

Siehe #16. Die Produktivität leidet einem erschöpften, übertrainierten Körper ebenso wie unter einem unbenutzten, langsam Verkümmernden.

An dieser Stelle zitiere ich gern erneut die kurze Buddha-Geschichte:

Als Buddha zu seiner spirituelle Suche aufbrach, führte er ein Leben voller Entbehrungen und strenger Askese. Eines Tages gingen zwei Musikanten an dem Baum vorüber, unter dem er meditierend saß. Einer sagte zum anderen: „Spann die Saiten deiner Sitar nicht zu fest, oder sie werden reißen. Und lass sie nicht zu locker hängen, denn dann kannst du darauf keine Musik machen. Halte dich an den mittleren Weg.“

#18 Schlechte Ernährung

Zu fettiges und zu zuckriges Essen. Nährstoffmangel. Zu wenig Wasser / Tee trinken.

Und Kaffee. Schrieb er, und kippte die Tasse mit dem warmen, schwarzen Gesöff in seinen Hals. Daran muss ich noch arbeiten.

#19 Ungeeignetes Umfeld

Wenn es zu laut oder zu leise, zu sehr und permanent menschelt oder zu leer und kalt ist, dann leidet auch darunter unsere Produktivität.

Die Heimarbeiter unter uns kennen es sicherlich: das Gefühl, völlig von der Welt abgeschnitten zu sein. Siehe: Die Einsamkeit des Heimarbeiters.

Und die in Großraumbüros Arbeitenden den Gegensatz, die produktivitätsvernichtende Massenmenschenhaltung.

#20 Probleme im Privatleben

So, wie das Arbeitsleben das Private in Mitleidenschaft ziehen kann, so ist es natürlich auch anders herum. Manchmal ist es daher vielleicht besser, die Arbeit erst mal liegen zu lassen und das zu klären, was einen in der Beziehung o.ä. im Magen liegt.

#21 Auf die Willenskraft verlassen

Dich auf Deine Willenskraft zu verlassen ist wie beim Pferderennen auf das dreibeinige alte Pferd zu setzen. Dem alten Pferd mit den drei Beinen wird die Puste schnell ausgehen, und dann wird es sich hinlegen und ausruhen und vielleicht irgendwann weiterlaufen oder auch nicht.

Die Willenskraft ist ein sehr begrenztes Gut, das es uns nie über lange Strecken tragen wird. Wir sollten es nur für Eines einsetzen: dafür, neue Gewohnheiten zu schaffen, nach denen wir, einmal etabliert, automatisch handeln, ohne darüber nachdenken und ohne uns dazu aufraffen zu müssen.

Siehe: Wie man Gewohnheiten schafft, die einen zu Glück und Erfolg tragen und 55 Gewohnheiten erfolgreicher und glücklicher Menschen

#22 Ungeduld und Unruhe

„Je glühender der Eifer, je stürmischer der Geist, je überbordender die Liebe wird, desto notwendiger wird ein wachsamer Verstand, der den Eifer zügelt, den Geist mäßigt und die Liebe in geordnete Bahnen lenkt“, so Bernhard von Clairvaux.

Und: „Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe“, so Khalil Gibran.

Ich denke, wir können beides zusammenführen und sagen: Arbeit ist sichtbar gemachte und in geordnete Bahnen gelenkte Liebe.

Ruhe und Wachsamkeit macht produktiv und lässt sich zum Beispiel durch Meditation trainieren.

Siehe: Die myMONK-Meditationen.

 

Photo: *saipal