|27. Februar 2013 09:43

18 Wege, inneren Frieden zu finden

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Nicht außerhalb, nur in sich selbst soll man den Frieden suchen. Wer die innere Stille gefunden hat, der greift nach nichts, und er verwirft auch nichts.
- Buddha

Schläfst Du schlecht? Bist Du oft unruhig? Kannst Du Stille nicht lange ertragen? Musst Du pausenlos in Bewegung sein? Rasen Deine Gedanken? Bist Du immer nur ganz kurz zu-friede-n, wenn Du eines Deiner Ziele erreicht hast?

Dann bist Du vielleicht im Krieg, mit der Welt oder mit Dir selbst. Und dann ist es vielleicht an der Zeit, Frieden zu schließen, mit Dir, in Dir.

Hier 18 Wege zum inneren Frieden:

  1. Langsamkeit: Einer, den ich durch myMONK kennen gelernt habe und den ich sehr schätze, schrieb mir neulich, er würde inzwischen viel lieber das langsame Boule spielen als das hektische Tischtennis. Wer mal die meist schon älteren Männer beobachtet, die diesem Spiel typischerweise nachgehen (bei mir ums Eck gibt’s ein Sportgelände mit Boule-Platz), wird eventuell wie hypnotisiert einschlafen … so ruhig und konzentriert ist die Stimmung auf dem Feld. Ich finde, das ist auch eine schöne Metapher für ein Leben mit mehr innerem Frieden: statt links und rechts und oben und unten gleichzeitig sein zu wollen und ohne Atempause reagieren agieren reagierenagiereneagieren zu müssen, einfach nur eine Kugel in der Hand halten, überlegen, wo sie hinsoll, ruhig atmen und dann überlegt werfen. Nicht nur im Spiel, sondern bei allem. Langsamer laufen und bewegen, langsamer tippen, langsamer sprechen, einkaufen, hören und schauen und schmecken und riechen und fühlen. Nur eine Handlung, dafür mit unserer gesamten Aufmerksamkeit in einen Moment packen.
  2. Minimalismus: Minimalismus heißt, Überflüssiges loszulassen und sich auf das Wesentliche zu reduzieren. Auf die wesentlichen Gegenstände, Termine, Interaktionen, Aktionen. Minimalismus ist nicht nur ein Weg, weniger zu brauchen, dadurch Geld verdienen zu müssen und mehr Zeit zu haben, er führt über die Klarheit, Bewusstheit und Entschleunigung auch zu mehr innerem Frieden. Siehe Minimalismus / Einfacher leben.
  3. Atmung: „Atem und Seele sind eins“, sagte Jesus. „Ein großer Teil der menschlichen Krankheiten könnte durch richtige Atmung geheilt werden“ sagte Voltaire. Schnell und flach zerrt der Atem an unseren Eingeweiden und unserem Geist. Ruhig und tief aus dem Bauch heraus ist er ein Quelle von innerem Friedens und Gesundheit.
  4. Meditation: Meditation verschafft uns innige Dates mit dem Moment – mit dem einzigen Zeitpunkt, in dem innerer Friede stattfinden kann. Beim Meditieren lernen wir, unsere innere Welt herunter zu bremsen auf das Tempo, in dem das wahre Leben verläuft. Siehe Die myMONK-Meditationen.
  5. Yoga / Qigong / Taichi / Sport: mit Yoga, Qi Gong, Taichi und Sport kenne ich mich nicht sonderlich gut aus, aber es soll wohl auch helfen. ☺
  6. Stille: Spazieren gehen durch den Park oder den Wald, auf einer Bank sitzend den See oder Fluss betrachten. Eine Tasse Tee aufgießen und dann in aller Ruhe trinken, morgens, wenn die Anderen noch schlafen. Eine Stunde allein mit einem Buch. Stille ist der Klang des Friedens. Wie oft lässt Du Stille zu?
  7. Vergebung / die Vergangenheit loslassen: Vergeben wir uns oder anderen … die Fehler, die verpassten Gelegenheiten, die Schmerzen, die wir erlitten haben, die nie verwirklichten Träume … so hissen wir die Friedensflagge in unserem Geist und in unserem Herzen und lassen die Waffe scharfer, erregter Gedanken fallen. Und mit ihr alle Ketten, die uns an die Vergangenheit gefesselt haben.
  8. Ehrlichkeit und Akzeptanz: Der größte Kriegstreiber im Leben ist der Unterschied zwischen dem, wie es ist, und dem, wie wir es lieber haben wollen. Wir wollen uns als Models sehen, sind es aber nicht. Als Karrieregiganten, als Fehlerlose, als Unbezwingbare, vollkommene Unabhängige … und vergiften uns damit. Das Gegengift lautet: Ehrlichkeit und Akzeptanz – wahrnehmen und annehmen. Wen siehst Du wirklich, wenn Du in den Spiegel schaust? Was hörst und spürst Du, wenn Du in Dich hinein lauschst und fühlst? Was läuft rund in Deinem Leben und was eher eckig? Worin bist Du gut? Welche Deiner Träume bedeuten Dir wirklich etwas – und welche hast Du nur, um andere beeindrucken zu können, falls Du sie verwirklichst? Was ist vergangen und wird nie zurückkommen? Was hast Du in Deiner Macht, und wo bist und bleibst Du ohnmächtig?
  9. Dankbarkeit: Dankbar sein ist, als würde man ein paar Momente lang stehen bleiben, sein Leben umarmen, mit Tränen in den Augen und grenzenloser Freude im Herzen. Ohne Dankbarkeit kann man das Leben schnell als ständigen Kampf wahrnehmen. Wofür bist Du dankbar? Und wofür könntest Du dankbar sein, wenn Du nur wölltest?
  10. Leidenschaft / Lebensaufgabe: Seine Zeit auch dem zu widmen, das sich wahr und gut und richtig anfühlt, ist ein weiterer Baustein für den inneren Friedenspalast – weil wir dabei nicht nur das Chaos um uns herum vergessen können, sondern auch getragen werden, aufgehen in etwas, das Laotse das “Tao” nennt und die Buddhisten manchmal den “Goldenen Wind“. Könnte es sein, dass es einen Grund gibt, warum Du bestimmte Dinge so gern und voller Liebe tust?
  11. Gutes tun: Wenn wir sehen, dass wir die äußere Welt mit etwas Frieden beschenken können, kommt dies sofort zurück … als Gefühl, etwas Gutes getan zu haben, die Welt nicht durch Reibung erhitzt sondern durch Güte angenehm erwärmt zu haben. Ein paar Ideen dazu unter 10 unbezahlbar schöne Dinge, die Du jederzeit verschenken kannst.
  12. Liebevolle Beziehungen: jede Beziehung, in der wir so sind, wie wir sind, ist eine Oase inmitten der Kämpfe, Verstellungen und Verrenkungen, die wir im Alltag auf uns nehmen. Eine Beziehung kann aber auch eine “Ausweitung der Kampfzone” sein … dann gibt es manchmal keine Alternative, wie Curse rappt: “Manchmal, aber nur manchmal, kann Trennung Friede heißen und die einzige Heilung von Riesen-Brandmalen // Ich will den Teufel weiß Gott nicht an die Wand malen // Und Gott weiß ich hab mich so bemüht am Anfang.”
  13. Wenig erwarten, wenig persönlich nehmen: Was ist schmerzhafter: von einem Freund enttäuscht zu werden, weil wir fest davon ausgegangen sind, dass er uns zum Geburtstag gratuliert … oder von Anfang an zu erwarten, dass er nicht an unseren Ehrentag denkt? Und was lässt uns dann eher trotzdem inneren Frieden spüren: wenn wir ihm unterstellen, wir seien ihm einfach scheißegal, oder wenn wir voller Mitgefühl davon ausgehen, dass er gerade so viel um die Ohren hat, dass er nicht einmal an das denkt, von dem wir wissen, dass es ihm wichtig ist: nämlich wir?
  14. Geduld: Eines meiner großen Theman zurzeit … geduldiger werden. Tun, was man tun kann, und den Dingen dann die Zeit “geben”, die sie sich ohnehin lassen. Den heiligen Gral hab’ ich dafür leider noch nicht getan (wenn Du Ideen hast freue ich mich sehr über Deinen Kommentar) … ich weiß nur, dass es wichtig ist, nach ihm zu suchen (nach meinem persönlichen).
  15. Gute Gewohnheiten: “Die meisten Menschen leben in den Ruinen ihrer Gewonheiten”, sagte Jean Cocteau. Und eine Ruine, ein zerbombter Verhau, scheint mir nicht gerade der friedlichste Ort sein. Siehe 55 Gewohnheiten glücklicher und erfolgreicher Menschen.
  16. Negativen Input verringern: Mir fällt es schwer, mir schon am frühen Morgen die Horrornachrichten rund um Massencrashs, Meuchelmörder und Maul- und Klauenseuchen reinzuziehen und dabei einen ruhigen, friedlichen Gedankenkreislauf zu wahren. Da scheint mir die Verblödung durch Assi-Talk- und Realitiyshows noch vergleichsweise harmlos dagegen. Gilt auch für Gesprächspartner. Manche Leuten sind richtige Junkies, was schlechte Nachrichten und Hass-Gossip angeblangt.
  17. Abstand gewinnen: Wie gut es doch manchmal tut, einfach etwas anderes zu sehen als die üblichen Straßen, Menschen, Kollegen, Büros, als die üblichen Gerüche zu riechen und Geräusche zu hören. Ein Kurztrip am Wochenende … und man löst sich ab von den tagtäglichen Verstrickungen, hat die Chance, ungestört von außen darauf zu schauen und vielleicht sogar zu sehen: eigentlich ist das alles gar nicht so schlimm und so anstrengend … man könnte einfach einen Gang ‘runterschalten, die Hektik seines Tuns verringern, wenn man wieder zurück ist, und es würde sich kaum etwas zum Negativen verändern.
  18. Leben für den Weg, nicht für das Ziel: 42,2 Kilometer Marathon, 20 Zentimeter Zieleinlauflinie, ein paar Meter dahinter zum erschöpften Rumstehen. Und wir konzentrieren uns so oft und in so vielen Lebensbereichen nur auf das Ziel, statt auch auf den Weg dahin … tauschen drei oder vier Stunden der höchsten Anstrengung ein gegen ein paar Sekunden, vielleicht Minuten der Zufriedenheit, wenn wir angekommen sind. Ist es der Weg dann nicht mindestens Wert, genauso wichtig genommen und genauso genossen zu werden? Wenn wir auf dem Weg immer nur die Diskrepanz wahrnehmen zwischen dem, wo wir sind, und dem, wo wir hinwollen, verneinen wir das, was ist, kämpfen dagegen an, anstatt den Frieden zu spüren, den das Leben im Moment in sich birgt.

Wann spürst Du inneren Frieden?

 

Photo: Hartwig HKD

13 Kommentare

  • Klingt wunderbar. Tatsächlich fühle ich mich schon nach dem Lesen dieses Artikels um einiges friedlicher, als davor. Heute ist so ein Tag, an dem ich schon gehetzt und genervt aus dem Bett gestiegen bin ;-).
    Und Yoga kann ich nur wärmstens empfehlen für den inneren Frieden. Ich versuche es mir gerade zur Gewohnheit zu machen jeden Abend mit einer halben Stunde Yoga einzuläuten.

    • Hi Grace, danke für Deine Zeilen. Das kenn ich ganz gut, mit dem gehetzten Aufstehen … im Studium ging’s mir oft so und als Arbeitnehmer auch. Dein Vorhaben, allabendlich eine halbe Stunde zu yogieren find ich super – da kannst Du sicherlich richtig gut abschalten. Falls es Dir schwer fällt, Dich abends dafür zu motivieren, könntest Du’s ja alternativ mal morgens ausprobieren, am Morgen hat man typischerweise mehr Selbstdisziplin. LG Tim

  • Danke für deine Seite, mein Mann hat mir durch Zufall einen Link davon gesandt ;-)
    Es tut gut, nicht allein zu sein, Deine Seite ist einfach wunderbar, vielleicht ein Anfang, aus dem Hamsterrad wieder rauszukommen und auch zu leben. Mal schauen. Danke dir, werde nun öfter vorbeischauen, gibt viel durchzulesen.

  • Das ist lieb von dir, so schnell hätte ich das jetzt nicht gefunden und danke, dass dein Angebot gratis ist.

    LG Lilly

  • Hi Tim,
    ich bin heute durch Zufall auf Deine Seite gestolpert – wenn es einen Zufall gibt ;) Ich finde sie klasse und hab schon viele Dinge gefunden, die zu meiner Lebenssituation passen und mir hoffentlich helfen werden.
    Interessant ist, wie oft ich den Ausspruch “Geduld ist nicht meine Stärke” von anderen zu hören bekomme. Das scheint ein Thema zu sein, das viele Menschen beschäftigt.
    Meiner Meinung nach liegt der Schlüssel doch darin, dass man das akzeptiert, was ist und in das vertraut, was kommen mag. Ich übe mich in tiefer Geduld seit Februar. An den Tagen, an denen ich meine Situation akzeptieren kann, geht es mir gut. Das Warten fällt mir leicht. An denen Tagen, an denen ich innerlich gegen die Situation ankämpfe, geht es mir sehr schlecht und ich bin ungeduldig, will eine Entscheidung. Somit ist für mich die Geduld doch eigentlich nur ein Resultat aus Akzeptanz?!

    Sonnige Grüße und viel Akzeptanz
    Kai

  • …………………..und ich finde einfach keinen inneren frieden, nach dem ende einer partnerschaft, egal wie viele schritte ich schon versucht habe.
    ansonsten klingt das hier sehr schön………..werde mal wieder kommmen-denke ich

    • Hey Stefan,

      tut mir leid zu lesen, dass Du so aufgewühlt bist.

      Vielleicht könnte der erste SChritt für Dich sein:

      Akzeptieren, dass Du gerade keinen inneren Frieden findest.

      Akzeptieren, dass Du Dich schwer tust mit dem Ende der Beziehung, und wie weh es Dir tut, ohne dass Du dem Schmerz gerade länger entkommen kannst.

      LG und alles Gute!

      Tim

  • Heute morgen bevor mich im verlaufe des Tages ein plötzlicher mentaler Blitzkrieg überrollte, wollte ich dir eigentlich etwas zu Pkunt 14 schreiben. Ich mach es mal trotzdem. Sicherlich ist es immer etwas davon abhängig wofür man Geduld aufbringen muss, aber so erstaunlich wie es für mich selbst klingen mag, hilft doch auf irgendeine Art und Weise der Grundsatz Glaube, Liebe und Hoffnung weiter, um geduldiger zu werden. Schreib ich dir und versuch mich mal selbst darin.

    • Hi Emily,

      danke für Deine Zeilen.

      Wie genau hilft Dir der Grundsatz dabei, geduldiger zu werden? Rufst Du ihn Dir ins Gedächtnis und wiederholst ihn, wenn Du gerade ungeduldig bist?

      LG

      Tim

  • Inneren Frieden finden wir nach meiner Meinung nur mit einem geeigneten Glaubenssystem, das uns hilft, möglichst viel in Zuständen von Dankbarkeit und Wertschätzung zu sein. Auf dem Weg dort hin gibt es meistens Aufgaben, die uns in Form von Angelerntem und auch in Form von Traumas aufgeladen wurden. Das Alte hinter uns zu lassen ist meist diese Herausforderung. Ich finde hier besonders das Buch von Colin C. Tipping wertvoll: “Ich vergebe”. Es macht uns bewusst, dass alles Erlebte meist einen tieferen Sinn hat und uns nur immer wieder mit unseren Grundthemen konfrontiert, uns somit helfen will.

  • Das mit dem vergeben ist einer der schwierigsten Dinge überhaupt.Ich suche schon lange nach dem Schlüssel

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