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Acht Jahre habe ich gebraucht, acht ganze, lange Jahre. Etwa 20 war ich damals, als ich das erste Mal intensiv darüber nachdachte, eine Seite wie myMONK ins Leben zu rufen. Aber statt zu rufen flüsterte ich nur, so leise, dass es niemand hörte, und auch in mir selbst wurde es bald schon wieder völlig stumm.

Es ist müßig, darüber nachzudenken, wo myMONK heute stehen würde, hätte ich meinen Traum schon damals verwirklicht. Und darum geht’s auch gar nicht.

Was ich nur sagen will: es hat einfach ewig gedauert, bis ich begann.

Dabei wurde es von Jahr zu Jahr unwahrscheinlicher, dass ich überhaupt noch beginnen würde. Zu viel Zeit, mich in anderes zu verstricken – Studium Beziehung Alkohol Abschluss Job Kaufen Rechnungen Schulden Neuer Job Hochzeit Kinder Autoreparaturen Krankheiten Dummheiten.

Wie viel wahrscheinlicher sich Träume jeglicher Art dagegen doch verwirklichen, hat man nur einmal damit angefangen.

Wie viel wahrscheinlicher werden Träume doch wahr, ist erst der erste Schritt getan.

Oder den ersten halben, selbst den ersten halben halb ernsten.

Hauptsache irgendetwas geht los. Hauptsache man selbst geht los.

Bevor ich ausspucke, warum ich denn nach so langer Zeit plötzlich losging, möcht’ ich noch die folgende Frage beantworten:
Warum habe ich denn ACHT JAHRE gebraucht für den ersten Schritt??

… oder: Warum erschien mir der Start so hart, dass ich nicht in aller Ruhe ein Bein vors andere setzte?

Weil ich mich nicht auf das Hier und Jetzt konzentrierte.

Weil ich mich stattdessen von tausend Gedanken wegschwemmen ließ, noch bevor ich in Ruhe das eine Bein vors andere setzen konnte,

mich wegschwemmen ließ
in die Vergangenheit
(Was habe ich schon groß erlebt, dass ich jetzt klug daher schreiben könnte?),

in die Zukunft
(Wie viel Arbeit wird da in den nächsten Jahren auf mich zukommen, wie viel muss ich erst noch lernen, wie viel schreiben und vermarkten und so weiter? – Scheiße, ist das viel! Das schaff ich nie neben all den anderen Sachen, die ich tun muss!),

in fremde Köpfe
(Was werden andere über mich denken?),

und fremde Leben und Fähigkeiten
(Sind andere Leute nicht viel besser bei so was als ich?).

All diese Gedanken zogen mir den Boden unter den Füßen weg – als zu gewaltig und zu viel erschien mir die ganze Sache. Und da wird’s nun mal schwer mit dem ersten – und überhaupt jedem – Schritt. Kaum hob ich das Bein auch nur, war mein Kopf tausend Tage und Kilometer weit weg, jeder einzelne voller Mühe und Zweifel und Ängste und Projektionen und Vergleiche.

Dass so viele Jahre ins Land gehen mussten, bis ich eine Seite wie diese hier ins Leben rufe, das wäre mir kaum passiert, hätte ich schon damals das Geheimnis gekannt, das gar keins ist

Das Geheimnis vom Zen des Beginnens.

Das Zen des Beginnens

… oder: auf den einen Schritt im Hier und Jetzt konzentrieren.

Irgendwann trieb trieb trieb es mich, immer mehr. Ich wollte nicht länger warten, ich wollte mich unbedingt mehr verwirklichen, wieder schreiben.

Ich wusste nicht, wie weit ich kommen würde, und mir war es nach acht Jahren ohne den ersten Schritt auch egal. Wichtig war mir nur, dass ich endlich losging.

Also konzentrierte ich mich auf eine einzige Frage:

Wie könnte meine neue Internetseite heißen? (Die Themen, über die ich schreiben wollte, waren mir schon halbwegs klar. Der Name war der nächste Schritt, damit ich die Website anmelden kann.)

Kein: wie viel Arbeit kommt da wohl auf mich zu?

Kein: was werden die anderen darüber denken?

Kein: gestern, morgen, weit weg.

Nur einen Namen finden, der mir für den Moment als richtig erschien.

Das, wusste ich, würde ich schaffen. Diesen einen Schritt.

Kein großer Sprung, kein Marathon, nur ein einziger Schritt, auf den ich mich konzentrierte. Schweiften meine Gedanken ab, fing ich sie sanft wieder ein und lenkte sie zurück auf die Suche nach dem Namen.

Es war genauso leicht wie Geschirr nach dem Essen abzuwaschen, wie in der bekannten Zen-Geschichte:

Ein Mönch kam zu Zen-Meister Joshu und sagte, “Ich bin eben erst dem Kloster beigetreten und bin noch neu hier. Bitte unterrichte mich.”

Joshu fragte, “Hast Du Deinen Reisbrei gegessen?” Der Mönch antwortete, “Ja, ich habe ihn gegessen.”

Daraufhin antwortete Joshu, “Dann solltest Du lieber Deine Schale waschen.”

In diesem Moment war der Mönch erleuchtet.

Der Name „myMONK“ war da … und er leuchtete.

Dein erster Schritt

Mach den ersten Schritt klein.

So klein, dass Du ihn mit Leichtigkeit gehen kannst.

So klein, dass Du kaum Nein zu ihm sagen kannst.

Um im Bild der Geschichte zu bleiben: wenn Dir das ganze Geschirr zu viel ist, dann nimm Dir nur eine einzige Gabel vor.

Wenn Du spürst, dass Du Dich gerade schwer damit tust, selbst den leichtesten Schritt zu gehen, wenn Du Dich ablenkst und die Essensreste auf dem Messer eintrocknen lässt, dann:

  1. Beende, womit auch immer Du Dich gerade ablenkst, schließ das Browserfenster, drück die Zigarette aus oder schalte den Fernseher ab. Atme ruhig und tief ein und aus.
  2. Frage Dich: Bin das wirklich ich? Ist das der Mensch, der ich sein will, der lieber raucht und surft und fernsieht, als einen winzigen Schritt in die richtige, wichtige Richtung zu gehen?
  3. Entscheide Dich, den kleinen Schritt zu gehen. Hier und jetzt.

Du musst nicht die gesamte Wohnung polieren (die eine Gabel reicht), nicht ein ganzes Buch auf einmal schreiben (ein einziger Satz reicht), nicht so lange laufen gehen, bis Du mit 15 Kilo weniger auf den Rippen zurück bist (Schuhe anziehen und aus der Tür gehen reicht).

Nur ein Schritt.

Das schaffst Du.

Ruh Dich anschließend aus, wenn Du magst.

Und nach dem ersten Schritt?

Der erste Schritt ist der schwerste, und Du hast ihn geschafft.

Nach dem ersten, einzigen Schritt, kommt wieder ein einziger Schritt.

Er wird einfacher sein, denn Du bist bereits in Bewegung.

Einfach.

Ein Schritt nach dem anderen.

Wasch das Messer ab.

Dann den Teller.

Dann die Tasse.

Mehr dazu? In Folge 2 vom myMONK-Podcast geht’s um das Thema „Wie man den ersten (oder nächsten) Schritt macht“:

Alle Podcastfolgen findest Du hier.

Inspiriert von: zenhabits.net // Photo: Hartwig HKD