Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Ein Streit zwischen Freunden, zwischen Eltern und Kind, oder zwischen Partnern.

Schreie, LAUT, immer LAUTER, wie Schläge auf den Kopf.

Warum eigentlich? Dazu eine Hindu-Geschichte.

Fragt ein Meister seine Schüler:

„Warum schreien sich Menschen an, wenn sie wütend sind?“

Die Schüler überlegen. Dann sagt einer:

„Weil wir unsere innere Ruhe verlieren, wenn wir wütend sind.“

„Aber warum schreien wir, wenn die andere Person doch genau vor uns steht? Könnten wir nicht weiter angemessen laut sprechen?“, fragt der Meister.

Die Schüler geben weitere Antworten.

Doch der Meister bleibt unzufrieden.

Dann erklärt er:

„Sind zwei Menschen wütend aufeinander, entfernen sich ihre Herzen. Sie schreien dann, um diese Entfernung zu überbrücken, um gehört zu werden. Je wütender, desto entfernter, desto lauter.“

Verliebte Menschen sprechen leise und sanft miteinander, weil ihre Herzen nah sind. Keine Entfernung, die zu überbrücken wäre.

Und wenn sie noch inniger sind, brauchen sie nicht einmal mehr flüstern. Sie schauen sich an und verstehen alles.“

Wenn wir wütend sind, sollten wir diese Wut zulassen, ihr Platz in uns geben, sie spüren (siehe Wie man schmerzhafte Gefühle überlebt).

Doch sollten wir sie nicht Worte hervorbringen lassen, die unsere Herzen weiter und weiter voneinander entfernen, bis ihre Verbindung vielleicht ganz abreißt, für immer (wie Astronauten, einmal von der Raumstation getrennt, bis zum Tod einsam im dunklen kalten All treibend).

Siehe auch: Von Zorn befreien in 30 Sekunden (Ein Trick aus dem Zen) und Wie man aufhören kann, genervt und verletzt zu sein.

Photo: Screaming couple / Shutterstock