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800.000 Menschen in Deutschland leiden in Deutschland an Schizophrenie. Das sind mindestens 1,6 Millionen Persönlichkeiten.

Die Krankheit hat viele Gesichter. Oft ist sie den Betroffenen gar nicht bewusst. Daran wollen französische Forscher etwas ändern. Die Psychologen aus Lille untersuchten für ihre Studie 54 Teilnehmer, je zur Hälfte Schizophrene und geistig Gesunde (die Ergebnisse erschienen in der April-2016-Ausgabe des wissenschaftlichen Magazins Consciousness and Cognition).

Sie sagen:

Es gibt einen einfachen Test, mit dem jeder feststellen kann, ob er schizophrene Züge hat.

Kitzelt uns ein anderer, dann müssen wir lachen.

Aber hast Du schon mal versucht, Dich selbst zu kitzeln?

Das ist nicht so lustig, lässt einen nicht lachen, weil das typische Kribbeln so ausbleibt. Normalerweise. Bei den Probanden mit Schizophrenie war das anders. Wer sich selbst kitzeln konnte, wies auch Anzeichen dieser Erkrankung auf.

(Ich hab’s gerade ausprobiert: Ich muss nicht kichern.)

Je stärker sich ein Mensch selbst kitzeln kann – je intensiver er das also wahrnahm – umso schwerer sind den Untersuchungen nach die schizophrenen Züge. Vor allem das Gefühl, von fremden Mächten kontrolliert zu werden sowie ihre Berichte von übernatürlichen Erlebnissen.

Die Forscher räumen ein, dass ihre Testgruppe recht klein war und die Ergebnisse daher in weiteren Experimenten bestätigt werden müssen. Schon im Jahr 2000 konnten jedoch britische Psychologen einen Zusammenhang aufzeigen zwischen Kitzeln und Schizophrenie.

(Huch, jetzt hat der andere Tim doch noch gelacht.)

 

Disclaimer: Ich bin kein Arzt und werde auch keiner mehr. Was ich schreibe, hat keinen Anspruch auf irgendwas. Und ich hoffe, dass mir kleine Späßchen von Betroffenen verziehen werden – es ist mir bewusst, dass das eine ernsthafte Erkrankung ist und es nicht meine Absicht, jemandem auf die Füße zu treten.

 

Photo: Konrad Lembcke