Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Es gab ja nichts anderes. Die 16 Passagiere, die 1972 den Flugzeugabsturz in den Anden überlebten und 72 Tage in 4000 Metern Höhe und eisiger Kälte zu verhungern drohten, aßen die Toten.

Würde ich auch machen, in dieser Situation.

Aber sonst, einfach so, weil‘s vielleicht schmeckt (ich weiß nicht ob das so ist und will‘s auch nicht rausfinden)?

Nein. Und ich wette, Du würdest es auch nicht drauf anlegen. Und bestimmt würdest Du nicht extra dafür Menschen im Keller aufziehen, mit Wachstumshormonen vollpumpen und schlachten.

Warum aber gehen wir mit Tieren so grundlegend anders um?

Tierschützer sprechen von Spezizismus, dem erbarmungslosen Herabsetzen anderer Arten – in Anlehnung an Rassismus (die Unterlegenheit von Menschen bestimmter Herkunft) und Sexismus (die Unterlegenheit von Menschen bestimmten Geschlechts).

Sicher unterscheiden sich Menschen und Tiere.

Die Frage ist nur: wie sehr unterscheiden sie sich? Und rechtfertigt dieser Unterschied, dass wir sie in Massen halten und in Massen runterschlingen?

Ein Beispiel:

Schweine sind intelligenter und einfühlsamer als dreijährige Kinder.

Sie haben fast so komplexe Beziehungen wie Primaten und sind teils sogar besser beim Videospielen als diese, machen ihre Betten, erkennen ihre Namen, träumen, können sich über Jahre erinnern. Schweine-Mamas singen ihren Babys beim Säugen Lieder vor.

Jedes Jahr werden in Deutschland hunderttausende Schweine zerlegt und gehäutet, während sie noch leben (das kostengünstigste Tötungsverfahren ist leider nicht sehr zuverlässig).

Diese Schweine landen auch auf Deinem Teller. Schön mit Soße.

Guten Appetit.

 

P.S.: Versteh’ mich nicht falsch. Ich verurteile niemanden für seine Essgewohnheiten. Bin ja selbst erst seit ein paar Monaten Vegetarier und habe vorher ganze Mastfarmen Fleisch und Wurst gegessen. Und mein Zeigefinger ist auch nicht erhoben, den brauch ich zum Nasebohren. Nur: egal, wie wir uns entscheiden – ich find’s inzwischen wichtig, dass wir es bewusst tun.

 

Photo: Magdalena Roeseler