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Da gibt es die hochbegabten Menschen. Sie können fünfzehn Sprachen sprechen (gleichzeitig), NASA-Computer mit einem Taschenrechner hacken (von ihrem Kindergarten aus), oder in einer Stunde zweimal bis unendlich zählen (ohne Taschenrechner).

Da gibt es die hochsensiblen Menschen. Sie sind empfindsam, spüren Dinge schnell und intensiv, die an anderen vielleicht abprallen wie ein Wassertropfen an einem halben Meter dicken Plexiglas.

Und da gibt es eine weitere Gruppe. Eine, in die jeder eintreten kann. Unabhängig von den Genen. Abhängig nur von einer Entscheidung.

Die Alten Hochflexiblen

Die alten hochflexiblen Menschen sind so, wie sie sich Konzerne, Chefs, Kollegen, Karrieremaschinerien, egoistische Partner oder Familienmitglieder wünschen.

Sie ziehen nach Hongkong, weil es „der Arbeitsmarkt nun mal verlangt“.

Sie opfern sich auf für Ziele, die oft nicht mal ihre eigenen sind.

Sie gewöhnen sich daran, dass andere, aber auch sie selbst, ihre Grenzen missachten.

Sie lassen viel mit sich machen. Viel zu viel. Bis sie nicht mehr nur auf dem Zahnfleisch kriechen, sondern auf den Kieferknochen.

Warum?

Weil sie Anerkennung wollen, um jeden Preis. Oder weil sie (noch) nicht gelernt haben, wie wertvoll sie sind, auch ohne Leistung Leistung Leistung.

Die Neuen Hochflexiblen

Die neuen hochflexiblen Menschen sind es auf eine ganz andere Art.

Ihre Eigenschaften:

  • Sie wissen, dass man im Leben nie alles unter Kontrolle haben kann. Nie. Egal, wie hart man schuftet, visualisiert, „positiv denkt“.
  • Sie lassen los (so gut es eben geht): Pläne, die nicht mehr zu ihnen passen. Illusionen, Schluchten zwischen ihnen und der Realität. Vorstellungen von Mitmenschen, wie sie angeblich zu leben haben. Den Gedanken, etwas leisten zu müssen, um wertvoll zu sein.
  • Sie mögen Ziele besitzen, werden aber nicht von den Zielen besessen.
  • Sie öffnen sich dem Neuen, das jeder Tag bringt.
  • Sie lassen zu, geben sinnlosen Widerstand auf.
  • Sie gehen mit dem Leben, lassen sich tragen.

Das macht sie hochflexibel.

Wo knorrige harte Bäume im Wind des Lebens umknicken, sind sie wie Bambus: biegsam, aber robust.

Und wo die Alten Hochflexiblen wie lose Blätter davon getragen werden, bleiben sie an ihrem Platz. Weil sie weder ihre Wurzeln, noch ihre Grenzen vergessen haben.

Was die Neuen Hochflexiblen wollen?

Ihr Leben leben. Diesen wundersamen Cocktail aus gegabelten Wegen, eigenen Träumen, kleinen und großen Glückstreffern und Schicksalsschlägen, und dem Mut, Altes los und sich auch mal treiben zu lassen … an Orte, von denen sie  zu träumen nie gewagt hätten.

Ja, ich will. Ein hochflexibler Mensch sein. Auf diese neue Weise.

(Auf die alte Weise war ich’s schon, vor allem zu Studienzeiten schuftend und im Unternehmensberaterjob, auf dem Weg zur „großen Karriere“. Ein Weg, der sich für mich nur als eins entpuppt hat: als große Reise weg von mir selbst.)

Und Du?

 

Photo: Dora Hon