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„Ich bin kein Mensch, der etwas riskiert, lieber rödel ich bis zur Rente in diesem Saftladen weiter.“

„Ich bin kein Mensch, der sich Zeit für sich selbst nimmt, solange nicht alles erledigt ist, ach warte, ein Grashalm steht noch zwei Millimeter über.“

„Ich bin kein Mensch, den andere attraktiv finden.“

„Ich bin kein Mensch, der vergeben kann.“

Sagen wir und bleiben hocken in diesem engen Raum, in dem wir gelandet sind, mehr oder weniger zufällig, wer weiß das schon. Aussicht: das pralle Leben, aber Plexiglas dazwischen.

Wir begründen dieses Bleiben gern mit einem Gefühl:

„Es fühlt sich nicht richtig an!“

Die Seele hat gesprochen! Also wird’s schon stimmen. Glück gehabt, müssen wir doch nichts verändern.

Aber oft verwechseln wir da etwas.

Oft fühlt es sich nur neu und ungewohnt an.

Wissenschaftlich nachgewiesen: Wir entwickeln unbewusst eine Vorliebe für Dinge, Menschen, Erfahrungen, mit denen wir häufig konfrontiert werden. Die Vertrautheit führt zu einer neuen Einstellung und in der Regel zu zunehmend positiven Gefühlen.

Zum Beispiel gibt es Experimente des Psychologen Robert Zajonc. Den Testpersonen zeigte man eine zufällige Abfolge von Bildern mit geometrischen Formen, Gegenständen sowie Gesichtern. So schnell, dass sie Wiederholungen nicht bewusst registrieren konnten. Am Ende bevorzugten alle Testpersonen die Formen, Gegenstände und Gesichter, die sie am häufigsten zu sehen bekamen.

Das ist etwas, das ich mich in Zukunft etwas häufiger fragen möchte, ich mit meiner Scheu vor allem, was ich nicht kenne:

Ist es vielleicht nur das Ungewohnte, von dem ich mich habe abhalten lassen?

Und wär’s nicht gut für mich, wenn ich das Ungewohnte, das bisher Unbewohnte bewohne, neue Räume erschließe und sie ausprobiere statt nur von draußen hinein zu schauen?

Selbst wenn es sich wirklich einfach nicht richtig anfühlt, müssen wir dem Gefühl nicht immer glauben.

Manche Menschen fühlen sich so, als würden sie bei der nächsten Ziehung im Lotto gewinnen, doch den Kugeln (ja, sogar dem ganzen Universum) ist das egal.

Andere fühlen sich schuldig, doch sind es kein bisschen.

Oder: Die wenigsten fühlen sich danach, zur Darmspiegelung zu gehen und einen Meter Schlauch hinten rein zu bekommen, doch ist das wahrscheinlich ab einem gewissen Alter eine richtige Entscheidung.

Mehr unter Was Dein Herz Dir sagen will (unglaubliche Studien + Übung) sowie unter Sprich achtsam: Wie Deine Worte Dein Gehirn verändern können.

Photo: Miniature man von  Montri Thipsorn / Shutterstock