Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Marion fühlt sich fett und hässlich, schämt sich für ihr Gesicht und ihren Körper, also denkt sie: “Wenn ich mich so fühle, wird es schon stimmen, ich sehe scheiße aus und werde einsam als Jungfrau sterben.“

Egon fühlt sich minderwertig, also denkt er: „Muss ja was dran sein an dem Gefühl, irgendwas stimmt also ganz grundsätzlich nicht mir.“

Sabrina fühlt sich beunruhigt, hat Angst, dass bald was ganz Schlimmes passiert (vor allem, wenn’s gerade eigentlich ganz gut läuft bei ihr), also denkt sie: „Meine Angst wird ja wohl einen Grund haben, bald schlägt eine ganz üble Bombe ein in meinem Leben, ich spür’s doch!“

Statt auf die Tatsachen zu schauen, schließen wir oft von unserem Gefühl auf die Realität: „Ich fühle es, also muss es richtig sein.“ Und schon sind wir doppelt niedergeschlagen.

Emotionale Logik nennen Psychologen das.

Die Wahrheit ist:

Viele unserer schmerzhaften Gefühle haben nichts mit der Realität zu tun. Nichts mit dem, wie die Dinge jetzt sind in unserem Leben. Nichts damit, wie wir wirklich sind. Und sehr viel damit, was wir in frühen Jahren erlebt und als unschuldige, verletzte Kinder falsch eingeordnet haben.

„Wie man Sorgen, Stress und Selbstzweifel loslässt“

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Das Problem sind oft gar nicht mal so die Gefühle, sondern wie wir ihnen glauben, sie für bare Münze halten.

Es ist wichtig, dass wir die Gefühle wahrnehmen, dass wir hinhören (nur dann lassen sie uns los) – doch nicht, dass wir immer auf sie hören.

Stattdessen können wir uns fragen:

1. Entspricht das Gefühl wirklich der Realität, wie sie hier und heute ist?

2. Aus welcher Zeit, von welcher Erfahrung könnte das Gefühl stattdessen kommen?

Ich musste und muss das recht mühsam lernen. Immer wieder trete ich in diese Falle. Wie wahrscheinlich viele von uns. Fühlt sich an, als würde das ewig dauern … aber hey, auch das muss nichts heißen.

 

Siehe auch: Wie Deine inneren Eltern Dich gefangen halten und Die häufigste und nervigste Lüge der Welt und Warum Du so erschöpft bist (der schmerzhafte wahre Grund).

 

Photo: Magdalena Roeseler