Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

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Nie bewohnten mehr Menschen die Erde.

Nie waren sie so vernetzt.

Und nie waren sie einsamer.

Willkommen im einsamsten Jahrhundert aller Zeiten.

Forscher fanden heraus, dass jeder zweite Amerikaner niemanden hat, den er als „besten Freund“ oder „beste Freundin“ bezeichnen würde. 2013 wurden 420 Prozent mehr Plüschtiere an Erwachsene verkauft als zehn Jahre zuvor, denn auch Erwachsene brauchen Nähe. Vom Wachstumsmarkt naturgetreuer Gummipuppen für 5000€ aufwärts ganz schweigen. Immer mehr Zeit in anonymen Büros und Home Offices und Singlewohnungen. Singlebörsen im Internet. Umarmungskurse, in die Fremde kommen, die sich streicheln und als Fremde wieder gehen. Single-Autos, bei denen nicht nur die Rückbank fehlt, sondern auch der Beifahrersitz, wodurch dort nun nicht mal mehr Platz für den plüschtierische Partnerersatz oder die naturgetreue Gummipuppe ist.

Mir ging es da einige Jahre nicht anders. Jahre, in denen ich die meiste Zeit einsam verbrachte. Fernseher an, Leben aus.

Ich weiß, wie weh Einsamkeit tut.

Blogger und Marketer Seth Godin schreibt:

Jeder ist einsam. Menschen geben Geld aus (und machen Geld) und treten Organisationen bei und investieren Zeit und enorme Mengen an Energie um dieses Problem zu lösen. Jeden Tag.

Es geht nicht darum, an der Einsamkeit der Menschen Geld zu verdienen, mit plumpen Tricks und Sexhotlines („oh ja, ja, ja … ich hätte Dich so gern bei mir jetzt … uuuhh“).

Sondern darum, die Einsamkeit wahrhaft zu verringern und damit echten Wert für andere zu schaffen. Indem man Gleichgesinnte zusammenführt, die Hobby-Astronomen und -Polypenzüchter, die Rohkostesser und Yogis, die Modellautotuner und Handyhüllensammler, ja auch die Premium-Gummipuppen-Liebhaber („Du darfst auch meine mal anfassen“). Die, die sich nach nichts mehr sehnen, als verbunden zu sein, geliebt zu werden und lieben zu können, und die nichts mehr verdient hätten.

Gleichgesinnte zusammenführen. Vielleicht ist das die größte Chance des 21. Jahrhunderts, um innerlich und äußerlich reich zu sein.

 

 

 Photo: János Csongor Kerekes