Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Du stehst irgendwo, sagen wir auf einer Party, zu der Du nie wolltest, oder bei einem Empfang, und auf einmal ist da so ein Mensch bei Dir, den Du nicht kennst, und Du hast das Gefühl: Oh nein, jetzt muss ich mit dem reden (aber worüber nur?), denn irgendwie erfordert diese unangenehme Situation das so, und alles in Dir verkrampft sich und Du willst eigentlich nur noch alles fallen lassen, Dein Sektglas oder den Teller mit den Häppchen, und wegrennen, raus da. Nicht mehr gefangen sein mit diesem oder dieser Fremden.

Die Sache ist: Dem Anderen geht’s sehr wahrscheinlich genauso.

Mir selbst geht’s schon so, wenn ich nur dran denke. Gerade habe ich deshalb sogar meinen Computer fallen lassen. Ich hab da in der Regel üüüüberhaupt keine Lust auf sowas.

Ist bald vorbei …

Robin Dreek, ehemaliger Leiter des Verhaltens-Analyse-Programm des FBI und Autor von Is’s Not All About ‚Me’, kennt jedoch einen Trick.

Mit ihm können wir solche Situationen angenehmer, geschmeidiger machen, ihnen den Druck nehmen. Das war immer wieder sehr wichtig in seiner 27-Jährigen Karriere beim FBI, schließlich musste er schnell Zugang zu Verhörten finden und ihr Vertrauen gewinnen.

Der Trick:

Sag dem Anderen, dass Du nur eine Minute Zeit hast, bevor Du wieder los musst („Du, ich muss gleich weiter, aber…“).

Durch diesen Satz allein entspannt sich der Fremde. Puuh, doch nicht für unbestimmte, aber gefühlt bestimmt ewige Zeit an den vielleicht Irren gekettet. Normalerweise gehen uns nämlich – bewusst oder unbewusst – drei Fragen durch den Kopf, wenn wir angesprochen werden:

  1. Wer bist Du?
  2. Was willst Du?
  3. Wann gehst Du wieder?

Der Satz beantwortet nimmt die dritte Frage im Kopf des Gegenübers schon in den ersten Sekunden der Begegnung vorweg, die Dinge sind klar und überschaubar. Er fühlt sich sicher, die Lage scheint unter Kontrolle.

Wenn das Gespräch gut läuft und dann doch länger geht, empfindet das Gegenüber es als vielleicht sogar als Kompliment.

Den Trick kann man natürlich ebenso anwenden, wenn wir nicht aus der Not heraus, sondern aktiv auf jemanden zugehen möchten, ihn zu einem Drink einladen oder eine Frage stellen.

So, jetzt muss ich aber wirklich weg für heute. Aber ich komme wieder.

Wenn das mal keine entspannenden Nachrichten sind.

P.S.: Wenn Du jemanden um etwas bitten möchtest, wird Dir das hier sehr helfen: Psychologen entlarven das eine Wort, das uns antreibt und 13 mächtige psychologische Tricks, die Du kennen solltest.

 

Photo: João Lavinha