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Zu keiner Zeit in meinem Leben telefonierte ich so viel und schaute so viele Fernsehserien wie in den Prüfungsvorbereitungen im Studium. Und zu keiner Zeit checkte ich so oft Emails, Kommentare und Facebook-Neuigkeiten wie beim Schreiben meines ersten Buchs.

Oft hätte ich lieber das ganze Internet auswendig gelernt, als dem Uni-Skript oder dem weißen Blatt Papier in seine grauenhafte Fratze zu schauen, die ununterbrochen V-e-r-s-a-g-e-n flüsterte.

Es sind die großen, die wichtigen Ziele, bei denen die größte Ablenkungsgefahr besteht.

Warum schieben wir auf und lenken uns ab? Aus Angst davor, unsere Erwartungen würden nicht erfüllt werden. Vor allem die Erwartung, dass uns die Aufgabe leicht, schnell und perfekt von der Hand gehen solle.

Statt uns der Aufgabe zu stellen, weichen wir ihr aus, wenden uns Belanglosigkeiten zu oder einer Scheinproduktivität, indem wir uns vertrauten Dingen widmen, die wir schon oft gut erledigt haben, die uns keinerlei Angst bescheren … aber auch keinerlei Fortschritt.

Lassen wir diese übertriebenen Erwartungen jedoch los, kann sich die Angst auflösen.

Auch hier heißt Loslassen nicht: loswerden, wegschieben. Sondern zuerst einmal unsere Bedürfnisse und Motive wahrzunehmen und anzunehmen.

Wenn Du heute bemerkst, dass Du Dich ablenkst, dann kannst Du die folgende kleine Übung ausprobieren:

  1. „Wie schadet mir diese Ablenkung?“ Mach Dir auch bewusst, dass Dir die Ablenkung bestenfalls für ein paar Sekunden oder Minuten helfen wird.
  2. „Warum habe ich das Bedürfnis, mich abzulenken? Erwarte ich zu viel von mir?“
  3. „Wie fühlt sich diese Erwartung an?“ Verweile so lange bei diesem Gefühl, bis es von selbst vergeht. Tue währenddessen nichts anderes, konzentriere Dich nur auf das Gefühl. Bewegt es sich? Wo im Körper nimmst Du es wahr? Bewerte es nicht. Wenn Deine Gedanken abschweifen, lenke Deine Konzentration wieder sanft auf das Gefühl zurück.

Lass es zu, bis es Dich loslässt.

Spürst Du, wie die Nervosität, vielleicht die Wut auf die Aufgabe oder auf Dich selbst langsam schmelzen, zusammen mit dem Drang, Dich abzulenken … und sich eine kraftvolle Ruhe in Dir ausbreitet?

Fahre mit Deiner Aufgabe fort, wenn der Druck oder die Wut vergangen sind. Das kann ein paar Minuten dauern, und ich persönlich finde es nicht immer angenehm, mich dem Gefühl zu stellen. Doch die Alternative sind weitere verlorene Minuten, Stunden, Tage, Wochen, Monate, Jahre ständiger Ablenkung.

Manchmal fällt es schwer, überhaupt zum ersten Mal am Tag oder nach einer Ablenkung wieder zurück in die Produktivität zu finden.

Was mir dann hilft, ist ein kleiner Trick: Erledige eine Kleinigkeit im Haushalt, wasch ein paar Teller ab, mach das Bett, oder räum Deinen Schreibtisch auf, wenn Du im Büro bist. Irgendetwas, das sichtbare Erfolge bringt, einen kleinen ersten Sieg, der Dir Mut macht. Von da aus ist es viel leichter.

Mehr unter Das Zen des Beginnens: Wie man endlich anpackt, was man schon ewig vor sich herschiebt und im myMONK-Buch Wie man Sorgen, Stress und Selbstzweifel loslässt.

Photo: Working woman / Shutterstock