Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Text von: Johanna Wagner

Ich bin ziemlich gut darin, eine To-do-Liste zu führen (und noch besser im Aufschieben). Sie enthält alle möglichen Dringlichkeiten, Termine und Haushaltsaktivitäten und oft schreibe ich dort auch Dinge auf, wie meine Freundin anrufen, endlich meine Kollegin privat auf einen Kaffee treffen, Yoga und danach in der Sauna entspannen. Obwohl diese Punkte „want-to-do“ sind, fühlen sie sich wie Punkte „have-to-do“ an, da ich für sie oft nach der letzten Lücke in meinem Kalender suchen muss. Ist meine Selbstfürsorge zwischen all den anderen Erledigungen bloß zu einem weiteren To-do-Punkt geworden?

Selbstfürsorge bedeutet Selbstwahrnehmung

Getreu dem Motto „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ kommt meine Selbstfürsorge im Alltag meist zu kurz und manchmal erst im Urlaub länger zu Wort. Dann kann sie mir mal in ganzen Sätzen sagen, was sie eigentlich gern möchte. Dabei muss die Selbstfürsorge gar nicht viele Stunden eines Tages einnehmen. Selbstfürsorge bedeutet zunächst: Das Lebenstempo auf die Geschwindigkeit und die Reize auf die Anzahl zu reduzieren, um die Signale des Körpers und die Botschaften der Seele wahrnehmen und auf sie eingehen zu können.

Im Hamsterrad laufend und vom Alltag im Alltag gefangen, will mir das an vielen Tagen nicht gelingen. Brav hake ich ein To-do nach dem anderen ab, fühle mich bei jedem Haken erleichtert und gleichermaßen beschwert, wenn sich am unteren Ende der Liste zwei neue Punkte aufgetan haben, während ich nur einen gestrichen habe.

Selbstfürsorge ist wichtig. Wenn wir nicht für uns sorgen, wer dann? Selbstfürsorge gelingt nur durch uns selbst – das verrät schon der Name – und ermöglicht uns, dass wir alles andere überhaupt mit Freude und Energie erleben können.

Hier 7 Ideen für eine Woche Selbstfürsorge.

Tag 1 – Nimm den Schlaf wichtig

Ich komme müde von der Arbeit und übergehe die Müdigkeit, weil ich Hunger habe und Hunger mit Einkaufen, Kochen, Abwaschen und Verdauen einhergeht. Bin ich einmal auf der Couch angekommen, lässt sie mich so schnell nicht wieder los. Der Müdigkeit gefällt es hier, auch wenn ihr Zuhause im Bett wäre – doch das Bett ist zu weit weg.

Dabei sind wir nach Nächten mit ausreichendem und tiefem Schlaf produktiver, kreativer und können unsere Emotionen besser steuern – kurz: Wir können den Alltag besser meistern.

Versuche eine Abendroutine zu entwickeln, mit der Du fester schlafen kannst. Überspringe das Sofa und bring die Müdigkeit gleich ins Bett. Lese etwas, höre ein Hörbuch und lass‘ den TV aus. Eine warme Dusche, ein entspannender Tee oder ein paar Minuten vor dem Schlafen zu meditieren, bringen die Ereignisse des Tages und somit auch Dich zur Ruhe.

Schlaf gut.

Tag 2 – Trinke (mehr) Wasser

Der menschliche Körper besteht zu einem großen Anteil aus Wasser – und nicht aus Cola oder Kaffee. Nur mit einem gut gefüllten Wasserhaushalt können wir unser physisches und mentales Potential erbringen.

Besonders am Vormittag ist es wichtig, dem Körper bei seinen natürlichen Entgiftungsprozessen zu unterstützen, indem wir ihm viel Wasser zuführen.

Versuche heute – anstelle zuckerhaltiger Getränke – Deinen Wasserhaushalt mit dem zu füllen, wonach sein Name verlangt: Mit Wasser. Für einen besseren Geschmack kannst Du diesem einfach eine Zitronenscheibe, frische Minzblätter oder Ingwerstücke hinzufügen.

Zu Deinem Wohl.

Tag 3 – Lies etwas Gutes

Das eigene Leben hält mich manchmal ziemlich fest in meinem eigenen Leben fest. Mein Kopf zieht meinen Horizont eng, bläst kleine Sorgen groß und lässt den Blick über den Tellerrand nicht mehr zu. Ich drehe mich im Kreis, verrenne mich, obwohl ich mir selbst nicht einmal viel Spielraum gewähre.

Beim Lesen geht es nicht darum, dem eigenen Leben davonzulaufen (das gelingt ja ohnehin nicht). Es geht darum, den Horizont zu erweitern, die Kreativität und die Fantasie anzuregen, in andere Geschichten einzutauchen, sich in Sprachwelten zu verlieren und neu zu finden.

Wenn wir ganz in eine Geschichte eintauchen, können wir die Gedanken des eigenen Lebens für eine Zeit lang abstellen und lernen eine alternative Sichtweise kennen. Oft sehen wir die Welt nur durch unsere individuelle Brille und in den immer gleichen Mustern; erkennen sie manchmal nur in schwarz-weiß.

Lesen bildet. Lesen malt die Welt mit neuen Farben an. Lesen lässt uns durch eine andere Brille (nicht nur die Lesebrille…) blicken und in eine andere Wirklichkeit eintauchen. Und wenn wir auftauchen, erstrahlt die eigene Wirklichkeit plötzlich in neuem Licht, obwohl sich nichts verändert hat – nur unsere Sicht.

Nimm Dir heute ein Buch und nur eine Seite vor. Oder zehn, oder mehr…

Lies etwas.

Tag 4 – Bewege Dich

Der Alltag vieler Menschen ist bewegungsarm geworden. Wir bewegen uns manchmal nur vom Bett zum Bad, vom Bad in die Küche, von der Küche ins Auto, mit diesem fast bis auf den Bürostuhl, bis wir nach Feierabend die Alltagskassette wieder rückwärts abspulen. Ja, das macht müde und träge. Und ja, das Sofa lächelt auch mich an jedem Abend so wunderschön an und hat den ganzen Tag auf mich gewartet.

Ich liebe es, mich zu bewegen und ich hasse meine müde Motivation. Ich verstehe nicht, warum es mir jedes Mal wieder so schwer fällt (und ich meine so richtig schwer…), meine Sportschuhe anzuziehen, und das, obwohl ich von dem Endorphin-Cocktail weiß, der nach ein paar Minuten durch mein Blut schießt und besser schmeckt als jeder alkoholische.

Bewegung hebt die Stimmung, reduziert Stress und lässt uns vor Energie sprühen.

Wir müssen nicht gleich für einen Marathon trainieren oder irgendeinen Rekord brechen wollen. Gehe kleine Schritte, aber gehe! Raus an die Luft oder rein in ein Fitnessstudio. Setze Dir ein kleines Ziel, das Du verwirklichen kannst. Ein zehnminütiger Spaziergang an der frischen Luft zum Beispiel. Freue Dich, wenn er länger wird, weil Du bemerkst, wie gut es Dir damit ergeht.

Bewege Dich.

Tag 5 – Verabrede Dich

Ein Anruf in Abwesenheit, eine Nachricht über WhatsApp: „Hey Johanna, wir wollen heute Abend was trinken gehen. Bist Du dabei?“. Wie schön, denke ich, aber heute!? In Gedanken zieht meine To-do-Liste vorüber und ich muss feststellen, dass da im Laufe der Woche jemand viel weniger Punkte gestrichen hat, als ich bis heute geplant hatte. Die Heinzelmännchen haben offensichtlich schon wieder gestreikt. Eigentlich habe ich keine Zeit. Aber egal, also los: „Bin dabei!“.

Und nach wenigen Minuten ist es wie mit der Bewegung: Die Endorphine schießen durchs Blut (gut, dieses Mal fließt auch ein bisschen Alkohol), aber wer denkt jetzt noch an die To-do-Liste!? Ich auf jeden Fall nicht –  hoffentlich die Heinzelmännchen. Ich streiche nicht einzelne Punkte, für heute Abend streiche ich die ganze Liste. Das Leben ist viel zu kostbar, um sich ständig von den Verpflichtungen den Weg ansagen zu lassen. Darum geht es doch gar nicht. Zumindest nicht immer. Heute jedenfalls nicht. Das gesellige Zusammensein faltet den Alltag und damit auch die Liste klein.

Zeit mit Freunden zu teilen tut immer gut. Egal, ob man Freudentränen lacht oder gemeinsam traurige Tränen teilt. Zeit mit Freunden zu verbringen ist höchste Selbstfürsorge.

Verabrede Dich heute mit einer lieben Person.

Tag 6 – Suche Stille

Schenke Dir heute fünf stille Minuten. Entschwinde der Welt um Dich herum. Vergiss den Wahnsinn da draußen und blicke nach innen. Lausche Deinem Atem, begegne der Stille und der Kraft in Dir. Sie trägt Dich durch den Tag, durch Dein gesamtes Leben und treibt Dich an. Schenke ihr heute Raum. Mache die Stille in Dir laut, indem Du sie wahrnimmst.

Lasse Deine Gedanken spazieren gehen, während Du Dich auf den Atem fokussierst, der Dich mit Klarheit und Energie füllt. Auf diese Weise lädst Du Deine Batterien auf, wirst zufriedener und zentrierter.

Gönne Dir heute fünf Minuten Stille.

Tag 7 – Beschenke Dich

Du hast es geschafft – Du warst eine Woche gut zu Dir selbst und hast im Alltag mithilfe kleiner Mittel für Dich gesorgt.

Am letzten Tag geht es nicht darum, etwas zu schaffen, zu erledigen oder zu bewegen. Heute könntest Du Dich selbst beschenken. Wenn Du nun fragst: „Warum?“. Frage ich: „Warum nicht?“ Es gibt keinen Grund, sich nicht etwas Gutes zu tun. Also tu es.

Setze Dich in ein Kaffee und bestelle, was Du möchtest. Gönne Dir eine Massage oder einen ganzen Tag im Spa. Ein gutes Essen oder einen Kinobesuch. Mache einen langen Spaziergang oder spring in einen See. Schlafe aus, mittags nochmal ein oder den ganzen Tag durch. Tu, was Du willst und was Dir guttut, einfach, weil es Dir guttut. Und genieße es.

Das ist nicht maßlos oder übertrieben, sondern essentiell. Wir haben Gutes verdient, ohne es uns verdienen zu müssen.

Beschenke Dich selbst.

Mehr unter Selbstfürsorge: Warum sie so wichtig ist und wie sie gelingt. Und wenn Du Selbstfürsorge dauerhaft und nachhaltig mehr in Deine Leben holen willst, kann Dir das myMONK-Buch helfen: 12 Gewohnheiten, die Dein Leben verändern.

Photo: Woman drinking tea / Shutterstock | Inspiriert von: PowerOfPositivity