Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

An manchen Tagen fühle ich mich, als hätte ich eine 50 Kilo schwere Eisenkugel am Fuß. Oder zwei. Ach komm, lassen wir’s drei sein. Gefangen, geknechtet, irgendwas zwischen Lebenslänglichem und Baumwollpflücker. Meine ganze Welt im Schatten eines riesigen Ich-Muss.

Was mir dann hilft: erst mal anhalten. Dann: tief durchatmen. Dann: mich erinnern, dass ich doch eigentlich viele Freiheiten habe. Immer.

Die 5 Freiheiten

Die Amerikanerin Virginia Satir (1916-1988) gilt als die Mutter der Familientherapie. Von ihr stammen die folgenden „fünf Freiheiten des Menschen“:

  1. Die Freiheit zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich da ist, anstatt was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird.
  1. Die Freiheit auszusprechen, was ich wirklich fühle und denke, und nicht das, was von mir erwartet wird.
  1. Die Freiheit zu meinen Gefühlen zu stehen, und nicht etwas anderes vorzutäuschen.
  1. Die Freiheit um das zu bitten, was ich brauche, anstatt immer erst auf Erlaubnis zu warten.
  1. Die Freiheit in eigener Verantwortung Risiken einzugehen, anstatt immer nur auf Nummer sicher zu gehen und nichts Neues wagen.

Heißt nicht, dass das einfach ist. Aber da ist es zu jeder Zeit, als Möglichkeit, als Schlüssel für die Fußketten.

Echt schön. Oh, höre ich da jemanden „Zugabe! Zugabe!“ rufen?

Gut. Sollst Du bekommen.

Der gesunde Mensch

Satir hat auch noch sehr schön beschrieben, was für sie einen authentischen und vollständigen – das heißt auch: gesunden – Menschen ausmacht.

Ein gesunder Mensch …

… erkennt an, dass jeder von uns einzigartig ist.
… akzeptiert und liebt sich und andere.
… ist offen für Nähe und traut sich, verletzbar zu sein.
… lebt seine Sexualität aus und spricht offen über seine Wünsche.
… kommuniziert stimmig mit seinen Wörtern, seinen Gefühlen und seinem Körper.
… trifft ehrliche Entscheidungen auf der Grundlage von Bewusstsein und Akzeptanz und trägt selbst das Risiko für sie.
… kann andere um etwas bitten, ohne sich lang und breit erklären zu müssen.
… beantwortet Fragen direkt, wägt ab, bevor er urteilt und hört auf sein Herz.

So, dann will ich einzigartige Schneeflocke mal was zu Essen besorgen. Vielleicht verzehre ich’s ja ganz verletzbar: nackt. Draußen. Einen schönen Tag euch!

Mehr unter Warum Du viel freier bist, als Du glaubst und Meine Erklärung der Selbstachtung sowie Wie man den Kopf frei bekommt in 1 Minute.

Photo: Illusive Photography