Bei manchen Leuten will ich an die Decke springen. Oder aus einem Fenster im neunten Stock. Meine Wut rast, mein Puls mit ihr, die Gefühle packen mich und drücken meinen Kopf unter Wasser. Lästig, eine Last, ein schwarzes Loch für meinen Seelenfrieden.

Was tun?

Diese Leute ändern zu wollen macht keinen Sinn. Ihr Verhalten persönlich zu nehmen macht ebenfalls keinen Sinn.  Sie tun eben, was sie tun. Und ihre Worte und Taten sagen nichts darüber aus, wie wir sind, sondern darüber, wie sie sind.

Was wir aber persönlich nehmen sollten, sind unsere eigenen Gefühle.

Dabei kann der folgende Gedanke der Autorin Teal Swan helfen:

Menschen, die negative Gefühle in uns auslösen, sind Boten für die nicht geheilten Teile in uns.

Als würde jemand an unserer Tür klingeln und uns darauf aufmerksam machen, dass ein Fenster unserer Bude eingeschlagen ist oder es aus der Küche qualmt.

Warum sollte uns etwas auf die Palme bringen, wenn wir entspannt unter der Palme säßen, im Gleichgewicht und ganz im Reinen mit uns? Warum sollte uns etwas wehtun, wenn wir doch ganz heil wären?

Schwenken wir die Kamera also vom Anderen zurück auf uns. Fragen wir uns, was hinter unserem Ärger steckt, hinter unserer Verletzung oder Traurigkeit, vielleicht hinter unserer Eifersucht.

Welche Wunde ist da noch nicht geheilt? Welcher Teil braucht Zuwendung?

Auf diese Weise kann uns jedes noch so nervige Zusammentreffen dienen.

Na dann kommt mal her und belästigt mich.

Heute würde ich gern von euch wissen: Wer regt euch so richtig auf?

 

P.S.: Siehe Wie man seelische Wunden heilen kann und Wie man schmerzhafte Gefühle überlebt.

 

Photo: Sjoerd Lammers