Die stärkste Droge aller Zeiten, die Stärksten von uns verstrahlt, aber schleichend, schleichend; nicht wie eine Tschernobyl-Katastrophe, sondern eher, als wohnte man in der Nähe eines Uran-Bergwerks, Tag für Tag ein bisschen mehr Gift im Körper, vor allem aber im Kopf, im Geist:

Ins Bett gehen und aufs Handy schauen
Aufwachen und aufs Handy schauen
Aufs Klo gehen und aufs Handy schauen
Auto oder U-Bahn fahren und aufs Handy schauen
Arbeiten und aufs Handy schauen
Pause oder Feierabend machen und aufs Handy schauen
Mit einem Freund reden und aufs Handy schauen
Mit dem Kind spielen und aufs Handy schauen
Mit dem Partner schlafen und aufs Handy schauen
Auf dem Laufband sein und aufs Handy schauen
Auf einer Beerdigung sein und aufs Handy schauen
Traurig sein einsam sein erschöpft sein krank sein und aufs Handy schauen.

Mit dem Internet verbunden, vom Leben ge-krzrtzrktz-trennt.

Was nun, was tun?

Das Handy ausschalten und von Arbeit und Netzwerken und Informationen hinter uns lassen
Das Handy ausschalten und frei sein wie ein Vogel am Himmel
Das Handy ausschalten und uns selbst spüren und zur Ruhe kommen
Das Handy ausschalten und da sein mit den Menschen die wir lieben.

Wie?

Kleine Schritte. Einmal am Tag fünf oder zehn Minuten ausschalten, ab heute für nur 30 Tage, immer zur selben Gelegenheit (z.B. Mittagspause, Heimfahrt, oder am Abend) und erleben, was passiert.

Funktioniert viel besser als jeder Hau-Ruck-Versuch, ab heute und für immer niiieee wieder zum Handy greifen zu wollen.

Siehe auch: Dein Handy macht Dich depressiv. Hier der überraschend einfache Grund.

P.S.: Wichtig kann auch die Frage sein „Warum schaue ich ständig auf mein Handy – welches Gefühl will ich haben bzw. verdrängen?“. Ist es eine innere Leere, die in diesen Momenten aufklafft? Die Unruhe in uns oder die Empfindung nichts wert zu sein, wenn wir mal nichts tun und nichts leisten, sondern einfach nur da sind? Die Angst, etwas zu verpassen? Dann kann man einen heilsameren Weg finden, mit den Gefühlen umzugehen. Siehe auch: Wie man schwierige Gefühle überlebt

 

Photo: Sascha Kohlmann