Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

… und zwar Dein Denken über die Menschen, über das, was sie tun und das, was wir tun können, sogar in den härtesten Zeiten.

Die Geschichte stammt so ähnlich von Harry Buschman.

Sie geht so:

„Zwei schwer kranke Männer liegen in einem Krankenhauszimmer. Einer der beiden darf sich für eine Stunde am Tag hinsetzen, damit die Flüssigkeit aus seinen Lungen besser abfließen kann. Sein Bett steht neben dem einzigen Fenster des Zimmers. Der andere Mann liegt flach, die gesamte Zeit über.

Die Männer kommen ins Gespräch, verstehen sich gut. Sprechen über alles. Über ihre Leben, ihre Jobs, ihre Frauen, ihre Reisen. Und an jedem Nachmittag, wenn er aufrecht sitzen darf, erzählt der Mann am Fenster dem anderen, was er da draußen sieht. Schildert es ganz genau, die Farben, die Bäume, die Menschen und Vögel, die Enten, die im kleinen See des Parks schwimmen. Die jungen Liebenden, die Hand in Hand gehen. Die Kinder, die spielen.

Der Mann am anderen Ende des Zimmers schließt seine Augen und die Worte seines Nachbarn werden zu prächtigen Bildern. Eines Tages beschreibt der Mann am Fenster, wie eine Parade im Park vorbeizieht. Zwar kann der andere sie nicht hören hinterm versiegelten Fenster. Aber er kann sie sich in seinem Inneren bestens vorstellen.

Tage vergingen, Wochen, Monate. Eines Morgens, als die Krankenschwester den Raum betritt, findet sie den leblosen Körper des Mannes am Fenster. Er war friedlich im Schlaf gestorben. Sein Leichnam wird herausgebracht. Sobald es angemessen scheint, fragt der andere, ob er den Platz tauschen könne, um nun selbst am Fenster zu liegen. Man erfüllt ihm den Wunsch gern. Obwohl die Ärzte ihm verboten haben, sich aufzurichten, wagt er es. Er nimmt alle Kraft zusammen, dreht sich zur Seite und stemmt sich auf einen Ellbogen. Da ist es, das Fenster zur Welt … und es zeigt: nichts. Nur eine nackte, graue Wand.

Völlig irritiert fragt er die Krankenschwester, warum der Mann ihnen von all diesen Dingen erzählt habe, die er angeblich gesehen hat. Sie antwortet: „Hat er es ihnen nie erzählt? Er war blind. Er konnte auch die Wand nicht sehen. Vielleicht wollte er Ihnen einfach nur Mut und Kraft spenden.“

Es ist wohl, wie der Schriftsteller André Gide sagte: „Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich.“

Ganz gleich, in welcher schwierigen Situation wir stecken, können wir aus Scheiße Gold machen – zumindest für andere und zumindest ein bisschen. Und genau das macht uns selbst auch wieder reicher.

Mehr unter Forschung: Wie Freundlichkeit Dein Gehirn verändert (und Dich immer glücklicher macht).

Photo: Hospital von Shutterstock