Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Er sagt,
sie sagt,
ich sag was.

Alle haben wir etwas gesagt, und keiner hat zugehört.

Er merkt,
sie merkt,
ich merk das.

Keiner hat zugehört. Trotzdem geht’s gleich wieder von vorn los. Jeder wartet auf seinen Einsatz, oder holt ihn sich einfach mitten in einem Satz der anderen.

Man kennt es ja auch kaum noch anders. Wir reden und reden und hören nicht zu und wissen, dass andere auch nicht zuhören, und dann kämpfen wir dennoch um unsere Redezeit. Formen die nächsten Sätze im Kopf, während irgendwelche anderen aus den Mündern des Gegenübers fallen, aber was soll’s, wir wissen eh, was die sagen wollen, viel wichtiger ist doch, was wir antworten.

Blöd nur, dass dabei viel mehr entgeht als entsteht. Ist aber auch scheißeschwer, das mit dem Zuhören für mich, ganz im ernst. Selbst dann, wenn ich mir vorgenommen habe, mich … ja … hmm … aha … mehr auf den Anderen einzulassen … selbst dann spring ich schneller in meine alten Muster als ein Cowboy auf sein geliebtes Pferd, wenn plötzlich auf ihn geschossen wird, und schon fall’ ich dem Gesprächspartner wieder ins Wort oder trommle mit den Fingern, bis ich endlich selbst dran bin und meinen – je nach Bedarf süßen oder scharfen – Senf aufs fade Gespräch schmieren kann.

So ging das immer, bis ich eine Übung gelernt habe (und immer noch lerne, die alten Muster kommen manchmal wieder wie Maulwürfe in diesem Maulwurf-Spiel auf dem Jahrmarkt, die man eigentlich schon fünfmal mit dem Hammer erschlagen geglaubt hat), die ich heute mit Dir teilen will, teilen wie eine Geburtstagstorte an dem Tag, an dem echte, tiefe Gespräche geboren und unsere innere Ruhe mindestens fünf Jahre älter werden.
Erst atmen, dann antworten.

Der „Trick“

Die Übung ist wirklich e i n f a c h.

Du lässt den Anderen ausreden,

dann atmest erst einmal ruhig und tief ein und aus,

und erst dann antwortest Du.

So entsteht eine Pause, bevor Du einsetzt. Die Pause ist klein, doch passt in sie eine große Truhe voller Verständnis und innerer Ruhe hinein. Du lässt das Gespräch atmen.

Dein Gegenüber wird spüren, dass es Dir nicht nur darum geht, Dir selbst etwas von der Seele zu reden oder mit einem tollen Rat zu punkten, sondern darum, Dich wirklich auszutauschen, er wird spüren, dass Du ihm Raum gibst.

Und Dir, Dir wird die Atmung bewusst, mehrmals in einem Gespräch öffnest Du der Achtsamkeit die Tür und sie tritt hinein und erfüllt Dich mit Frieden.

Außerdem können wir durch die Pause viel besonnener antworten.

Am Anfang wird die kleine Pause, die nur einen ruhigen Atemzug lang ist, vielleicht vorkommen wie eine halbe Ewigkeit. Wir sind es einfach gewohnt, gleich loszureden. Mit ein bisschen Übung wird sich  die Pause jedoch immer natürlicher, wichtiger, selbstverständlicher anfühlen.

Alles entspannt sich dabei: Du, Dein Gesprächspartner, das Gespräch, die gemeinsame Zeit.

Dass uns und anderen sonst fast nie jemand wirklich zuhört, macht diese Übung sehr mächtig.

Vielleicht magst Du sie ja ausprobieren.

 

Photo: Lara Cores