Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Wenn unsere Träume verblasst sind und wir nicht mehr wissen, wohin wir wirklich wollen … dann fehlt uns die Zukunft, die wir brauchen. Ohne auf das hoffen zu können, was sie uns verheißt, sind wir in der Vergangenheit oder im ewigen Moment gefangen. Mit allem, was uns belastet und ohne den Kompass und die Kraft, die unsere Träume uns einst boten.

Worauf sollen wir ohne freudige Ideen zusteuern, wofür sollen wir leidenschaftlich kämpfen und warum überhaupt, wenn es ja doch nichts gibt, das uns anzieht? An dem, was wir für normal oder unsere Mitmenschen für erstrebenswert halten, an der Masse, die wir nun mal nicht selbst sind?

Und wie sollen wir den Mut bewahren, die aktuellen Herausforderungen meistern zu können, wenn uns schon die Orientierung fehlt?

Wir brauchen die Zukunft. Ich hatte sie verloren und habe sie wiedergefunden. Dabei half mir jemand, mit dessen Besuch ich niemals rechnete (wenn Du die Überschrift gelesen hast, wird es Dich weniger überraschen).

Doch zunächst ein paar Zeilen zu mir und der Situation, in der ich den unerwarteten Besuch erhielt. Vielleicht findest Du Dich in ihnen wieder.

Allein mit der Gegenwart

In den letzten Monaten haben mich viele Ziele, die früher ein Feuer in mir entfachten, kalt gelassen. Ich möchte noch immer gern irgendwann in eine größere Wohnung oder ein Haus am See umziehen, vielleicht auch mal wieder ein Auto besitzen, mehr Geld auf meinem Konto wissen. Ich hätte nichts dagegen, das eine oder andere Luxus-Resort in den exotischsten Gebieten der Welt zu besuchen. Nur: zurzeit motiviert mich all das wenig – da kann ich diese Ziele noch so sehr niederschreiben und visualisieren, es tut sich nicht viel in mir. Diese Ziele sind impotent geworden, wie ein alter Mann, dem das Viagra ausgegangen ist.

Dafür sind mir zwei Dinge wichtiger denn je: persönlich zu wachsen und echten Wert zu schaffen. Beides hängt eng zusammen, weil ich einen großen Teil des Werts mit myMONK schaffe und meine Texte und Mails umso hilfreicher für Dich werden, je weiter ich selbst vorankomme.

Doch auch da gibt es ein Problem: „persönlich wachsen“ und „Wert schaffen“ sind Konzepte, leere Worthülsen, die weiß Gott was bedeuten könnten. Sie sind schwammiger als SpongeBob und ungefähr genauso unsexy wie diese gelbe Zeichentrick-Figur (sorry, SpongeBob, ist nicht böse gemeint). Sie erzeugen keine Bilder im Kopf und keine Gefühle im Herzen. Was mich motivieren könnte, kann nur das sein, was hinter diesen beiden Worten steht. Das Greifbare, das Wurzeln im Boden hat und sichtbare Blüten treibt, die in den Himmel ragen, strahlen und duften.

Mir war mir eben nicht klar, wo die Wurzeln ankern und welche Blüten wie treiben sollen und die Welt und mein eigenes Leben schöner machen. Ich griff ins Nichts. Und Nichts ist nicht gerade viel, wenn man motiviert und orientiert sein will. Ein großer Teil meiner alten Ziele hatte also an Kraft eingebüßt und das, was übrig blieb – mich weiter entwickeln und mehr Wert schaffen zu wollen – leitete und trieb mich ebenfalls kaum an, es hing eher als Gedanke in mir herunter wie nasse Wäsche auf einer Leine.

Ich fühlte mich verloren.

Bis ich besagten Besuch bekam.

Treffen mit meinem Zukunfts-Ich

Es geschah vor ein paar Tagen, als ich eine Pause machte, mich auf die Couch legte, meine Augen schloss und mir ein paar ruhige, tiefe Atemzüge in den Bauch gönnte.

Ich sah mich an einem Frühlingstag im Park sitzen, an eine große Linde gelehnt, die mir so alt vorkam wie die Welt selbst. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten, das ganze Programm eben. Es war angenehm, keine Frage, und doch fehlte mir auch in diesem Moment die Orientierung, Leidenschaft und Zuversicht, die mir sonst so vertraut waren.

Er lief im Park auf die Linde zu, unter der ich saß, und kam mir gleichermaßen vertraut wie fremd vor. Ich sah ihn schon von weitem und wusste sofort, dass dieser eigenartige, fremde Vertraute zu mir wollte. Bald schon hatte er den alten Baum und mich erreicht, setzte sich mir gegenüber und stellte sich vor: „Hi Tim, ich bin Dein Zukunfts-Ich, Tim2020.“ Der 35-jährige Tim also, aha. Schon aus der Ferne sah ich, dass er sehr gut gekleidet war (etwas, das ich seit meiner Selbstständigkeit im Home-Office und Cafe für eher unwichtig nahm), fit aussah und irgendwie sehr ruhig und würdevoll ging. Jetzt, da er vor mir saß, sah ich auch seinen Blick. Er schaute mir offen, warmherzig in die Augen, schaute mich liebevoll an. Worauf sein Gang schon hindeutete, zeigte sich mir aus der Nähe noch deutlicher: Tim2020 wirkte sehr präsent, sehr gelassen, aber auch so, als hätte er viel von dem erreicht, was er sich vorgenommen hatte, und noch Großes vor. Er wirkte, als würde ihn das Leben noch immer sehr herausfordern, doch ich sah ihm an, dass er die Probleme anpackte, sobald sie ihm bewusst wurden.

„Ich bin gekommen, damit Du mir Fragen stellen kannst“, sagte er, „ich weiß, dass es Dir gerade an einer klaren Perspektive fehlt. Und ich möchte Dir zeigen, wohin Du in den nächsten sieben Jahren kommst, wenn Du Dich auf die richtigen Dinge konzentrierst und mutig bist“.

Nun saß ich also meinem Zukunfts-Ich gegenüber und fragte ihn, ob ich mit dem, was ich gerade tue, auf dem Holzweg oder dem richtigen bin; ich fragte, ob er noch immer dieselben Ängste und Sorgen und Zweifel hat, die mich heute manchmal zu zermalmen drohen; fragte, wie sein Leben ausschaut.

Als er antwortete, hörte ich ihm so gut zu, wie ich konnte und sah dabei, wie er mich liebevoll anschaute und durchaus ernst nahm, aber doch über einige Dinge schmunzelte, über die ich mir so den Kopf zerbrach.

Gegen Ende meinte er dann „Du brauchst Dir nicht so viele Sorgen machen, setze Dich einfach weiter mit Dir und Deinen Gedanken und Gefühlen auseinander. Übe Dich mit Meditation in Gelassenheit, Achtsamkeit und Mitgefühl. Achte mehr auf Deinen Körper und auf Ruhephasen und Ausgleich. Bleib’ dabei, Dir immer wieder die Frage zu stellen: wie kann ich Wert schaffen? Und greife häufiger nach den Händen, die Dir gereicht werden sowie nach den Früchten Deiner Arbeit.“

Nach wenigen Minuten war das Gespräch vorbei. Tim2020 stand auf und verabschiedete sich mit den Worten: „Du kannst mich nun, da Du weißt, dass es mich gibt, jederzeit anrufen und ich komme vorbei.“

Das Zukunfts-Ich war fort, doch es hat mir ein großes Geschenk dagelassen: ich sehe wieder klar, wie ich mich entwickeln will – persönlich und in dem, was ich erschaffe, habe meine Orientierung wieder und den Mut und die Leidenschaft, weiter voranzuschreiten. Tim2020 zeigte mir, wie ich und mein Leben in sieben Jahren sein können, und welchen Weg ich dafür einschlagen muss.

Was mir besonders daran gefallen hat, dass mich Tim2020 besuchte, ist: ich kann mich an ihm und damit an der Einzigartigkeit orientieren, die jeder von uns in sich trägt, anstatt der Herde folgen oder mich den Plänen von Mitmenschen zu unterwerfen. Was die Anderen tun, die in meinem Umfeld oder die im Fernsehen, und was sie von mir erwarten und über mich denken, spielt dabei erst mal keine Rolle. Da mein ideales Zukunfts-Ich ein sehr mitfühlender Mensch ist, kann ich darauf vertrauen, dass ich nicht auf einem Ego-Trip ende und die Menschen grundlos verletze, die mir am Herzen liegen.

Ich kann mich auch im Alltag, ohne diese „Meditation“, fragen: was würde Tim2020 jetzt tun? Wie würde er agieren oder reagieren? Er ist mir ein Maßstab und zeigt mir den Weg. Er lässt mich selbst voller Mitgefühl betrachten und reicht mir seine Hand.

Der Weg, den er vorgibt, ist für mich viel größer, motivierender und beständiger als irgendwelche Ziele nach X Euro auf dem Konto oder Jahresumsatz, X Autos vor der Tür oder X monatliche Besucher auf meinen Websites.

Dein Zukunfts-Ich

Bist Du gespannt auf Dein Zukunfts-Ich und darauf, was es Dir gern raten würde?

Nichts leichter als das:

  1. Ziehe Dich an einen Ort zurück, wo Du für 10 Minuten ungestört sein kannst
  2. Schließe Deine Augen
  3. Atme tief und langsam ein und aus, konzentriere Dich auf den Atem, sage Dir „ein“ beim Einatmen und „aus“, wenn Du ausatmest
  4. Stell’ Dir vor, wie Du an einem Ort bist, der Dir gefällt. Das kann die Linde im Park sein oder Dein ganz eigener Raum, der nur in Deinem Kopf existiert
  5. Stell’ Dir nun vor, wie Dein ideales Zukunfts-Ich zu Dir kommt und sich Dir gegenübersetzt. Aus welcher Zukunft es kommt, ist Dir überlassen … 5 Jahre? 10? 20?
  6. Lass Dein Zukunfts-Ich auf Dich wirken und frage ihn, was immer Du willst
  7. Nachdem Dein Zukunfts-Ich geantwortet hat, stell’ Dir vor, wie es aufsteht, Dich umarmt und verschwindet
  8. Atme noch ein paar mal bewusst ein und aus und öffne Deine Augen wieder

Viel Freude dabei. Und n schönen Gruß.
Photo: Marjan Lazarevski