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Falk Mieschendahl arbeitete in den USA als Investmentbanker. Bis er eine Aufgabe mit mehr Sinn suchte und Ayurveda, Meditation, Yoga und andere Methoden der Stressbewältigung erlernte. Heute wirkt Falk als Coach für Menschen, die wieder in Balance kommen wollen – in seinem Unternehmen HumanFlow.

Worauf freust Du Dich am heutigen Tag?

Jetzt dieses Interview durchzuführen. Ich widme dem meine ganze Aufmerksamkeit. Alles andere ist für mich momentan entfernt.

Du hast in den USA als Investmentbanker gearbeitet. Was hast Du damals an dem Job geliebt – und könntest Du dasselbe heute noch lieben?

Nach meinem Wirtschaftsstudium wollte ich unbedingt ein erfolgreicher und mächtiger Manager werden. Ich wollte der Durchschnittlichkeit entkommen und so zog mich das Funkeln der Wall Street an. Wenn ich heute zurückschaue, hatte ich damals einen ziemlich seltsamen Happy End Plan im Sinne, denn auch wenn ich die Materie verstand und in meiner Tätigkeit sicherlich nicht schlecht war, war ich im Herzen gar kein Investment Banker. Ich wusste das aber noch nicht. Heute hilft mir die damalige Erfahrung den normalen Wahnsinn in der Welt zu verstehen, aber zurückkehren? Nein, der Fisch ist geputzt – zum Glück.

Warum hast Du den Banken den Rücken zugekehrt?

Ich spürte in mir immer die Anziehung auf Dauer etwas Sinnvolles zu machen. Etwas, das das Leben tatsächlich berührt und bereichert. Im Bankenbereich und im Wall Street Journal konnte ich dies nicht wirklich finden, ganz im Gegenteil. Also begab ich mich weiter auf die Entdeckungsreise, innerlich und äußerlich.

Auf Deiner Website steht, dass Dich unter anderem Deine Kinder „ehrlich“ halten. Die kleinen und großen Lügen sind aber auch ein soziales Schmiermittel. (Wann) macht Unehrlichkeit Sinn für Dich?

Ich glaube in allem Wichtigen sollte man ehrlich und authentisch sein, mit sich und mit den anderen. Dort sollte man keine Kompromisse machen, denn die eigene Lebenskraft, Lebensfreude und Nachhaltigkeit hängen davon ab. Jedoch ist Ehrlichkeit auch immer relativ und individuell, hängt sie doch von der momentanen Perspektive der Person ab. Und so ist der Übergang zwischen ehrlich und unehrlich eher fließend. Was für mich vor 12 Jahren noch ehrlich war, wäre es heute nicht mehr. Und so kann man vielleicht immer versuchen ehrlich zu sein, ohne die Ehrlichkeit so bierernst zu nehmen – der Mittelweg sozusagen.

Dein Forum heißt „Großstadtmönch-Forum“. Was zeichnet einen Großstadtmönch aus – worin unterscheidet er sich von seinen nichtmönchischen Mitmenschen?

Es gibt viele Großstädter und einige Mönche. Und dann gibt es noch Großstadtmönche. Ein Großstadtmönch ist jemand der mit beiden Beinen im Leben steht, aber nicht auf den Boden und die gängige Norm reduziert ist, sondern Flügel und vielleicht auch den Mut hat, um jenseits von Norm und Form nachzuschauen. Spirit ist jenseits von Enge, Regeln und Definition, ebenso wie Liebe, Frieden und Freiheit. Spirit und Materie schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich.

Du betrachtest alle Menschen im Kern als gleich – wie können wir eine solche Weltanschauung auf die eigenen Kinder übertragen?

In dem man sie für sich selbst entdeckt hat und zuhause in der Praxis vorlebt. So wird sie an die nächste Generation weitergegeben. Letztendlich geht es dabei um nichts anderes, als um tatsächliche Nachhaltigkeit, Zufriedenheit und Leichtigkeit im gelebten Alltag mit sich selbst und anderen. Wenn es irgendwann eine kritische Masse von Menschen mit dieser innere Haltung gibt, wird das Thema vielleicht sogar an Schulen und Universitäten akademisch und experimentell vermittelt. Warum nicht?

Was ist „HumanFlow“, was die „FlowKur“?

HumanFlow steht für 3 Dinge: eine Methode, ein Zentrum und eine Möglichkeit achtsam zu werden und aktiv zur inneren Balance zurück zu finden. Ziel ist es im Alltag aus Balance heraus zu handeln und zu leben. Die FlowKur ist eine spezielles 7-Tage Programm zur Burn-out und Stress-Bewältigung, damit die betroffene Person lernt die inneren Kraftquellen wieder zu erwecken.

Welche drei Dinge gehören zu den wichtigsten, die ein Burn-out-Patient lernen muss, um seine Überanstrengung dauerhaft zu überwinden?

Manche Dinge kann man lernen und anwenden, andere muss man nur einmal richtig für sich selbst erforschen und erkennen.  Zu dem, was man lernen kann, gehören

  1. Die Praxis der alltägliche Achtsamkeit, um innerlich wieder zu regenerieren, auch in schwierigen Umständen. Im Internet finden sich unterschiedliche Möglichkeiten, um einen Zugang zu bekommen.
  2. Die Praxis des Abgebens, anstatt des permanenten Machens und Sorgens.
  3. Aufhören zu vermeiden, vor allem die tiefe alte Angst.

Wie können wir lernen, uns besser abzugrenzen, uns besser zu schützen vor den Ansprüchen und Gemeinheiten unserer Mitmenschen?

In dem man weiß, was der eigenen Verantwortungsbereich ist, was man genau will und beginnt in diesem Bereich zu handeln. Und zweitens, indem man weiß, was der Verantwortungsbereich des anderen ist und lernt, diesen Bereich loszulassen. Was ebenfalls hilfreich ist, ist selber nicht gemein zu sein, weder zu sich selbst noch zu anderen.

Können Spaziergänge heilen?

Es gibt Untersuchungen, die zeigen wie gut und heilsam die Natur auf den Menschen wirkt. Es kommt dabei jedoch nicht nur darauf an, dass man geht, sondern vor allem, wie man geht. Wenn man geht und nur grübelt, dann ändert das aus der Perspektive von Stress-Bewältigung nicht viel. Wenn man bewusst und achtsam geht, dann kann der Spaziergang seine ganze Wirkung entfalten. Eine Regelmäßigkeit im Gehen wäre förderlich für Tiefe.

Wo können Interessierte mehr über Dich und HumanFlow erfahren?

Sie können gerne bei uns anrufen unter +49-7634-5949773 oder unsere Seite www.humanflow.de besuchen. Vielen Dank.

Ich danke Ihnen!

 

Photo: Davidlohr Bueso