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Total am Ende. Heißt der UniSpiegel-Artikel, der von den drei ausgebrannten Studenten Patrick, Steffi und Kathrin handelt.

Patrick:

Es war im vierten Semester Maschinenbau, als sich sein Leben verdüsterte. Er fühlte sich nur noch wie eine Matrikelnummer unter vielen, wie ein Automat, der Creditpoints zu hamstern hatte und allzeit prüfungsfähig sein musste: in höherer Mathematik, in technischer Mechanik, in Werkstoffkunde und all den anderen Fächern, mit denen er sich nie so richtig hatte anfreunden konnte. Patrick wurde langsam klar, dass sich da ein gewaltiger Berg vor ihm aufgebaut hatte, ein Berg, den er nicht bezwingen konnte. Er probierte es trotzdem. Und stürzte ab.

Steffi:

Zu Silvester fühlte sie sich urlaubsreif und müde, aber sie wollte unbedingt fertig werden. Sie schrieb wie ein Duracell-Häschen an ihrer Abschlussarbeit. Ende Januar war die Kraft aufgebraucht. Sie spürte, dass sie ihren Zeitplan nicht würde einhalten können. Steffi konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Sie war aggressiv, stritt ständig mit ihrem Freund und den Mitbewohnerinnen, wusste nicht, was es war, das sie so reizbar machte. „Das war nicht mehr ich“, sagt sie heute.

Kathrin:

Auch im Studium, Anglistik und VWL, war sie wieder die Ehrgeizigste, sie begann schon Wochen vor ihren Kommilitonen, für Prüfungen zu lernen, sie paukte den Stoff auswendig, litt unter schlechtem Gewissen, wenn sie sich mal eine Auszeit vor dem Fernseher gönnte. Nach zehn Minuten schaltete sie auf den italienischen Kanal, um beim Glotzen wenigstens ihre Sprach-kenntnisse zu verbessern. Irgendwann ging es dann nicht mehr gut mit dem Perfektionismus.

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Diese und ähnliche Erfahrungen sind längst keine Einzelfälle mehr. Das zeigt auch der Gesundheitsreport der TKK 2011. Seit 2008 haben die psychischen Probleme der Studenten deutlich zugenommen.

Die psychologischen Beratungsstellen der Universtitäten platzen aus allen Nähten – genau so, wie die Anforderungen an die Studenten. Praktika statt Ferien, pausenloses Lernen und Nebenjobben … der Druck, gute Noten zu bekommen, um nach dem Bachelorstudiengang einen Master-Platz zu finden … Studieren ist eben kein Garant mehr für ein paar (oder ein paar mehr) entspannte Jahre, bevor der Ernst des Lebens losgeht.

Wie können Studenten denn entspannter leben?

Der erste Tipp für ein möglichst stressfreies Studium ist vermutlich die richtige Wahl des Studiengangs. Je mehr einem die Inhalte zusagen, umso geringer die Diskrepanz zwischen dem, was man will, und dem, was man jeden Tag erlebt. Und umso geringer dadurch auch der Stress.

Der zweite Tipp: möglichst früh entscheiden, was man hinterher mit dem Abschluss anfangen will. Ich zum Beispiel habe mich jahrelang geknechtet für gute Noten, um hinterher herauszufinden – nein, mir einzugestehen (gespürt hatte ich das schon lange) – dass ich am liebsten selbstständig arbeite. Und mich daher auch nicht bei McKinsey oder anderen Ihrmüsstzudentopfünfprozentgehörenachtzehnsprachensprechenundvierzehnauslandspraktikaabsolvierthaben-Unternehmen bewerben muss. Ich hätte mich also viel weniger anstrengen können, eine schönere und entspanntere Zeit gehabt, hätte ich bereits zu Beginn auf meine innere Stimme gehört.

Tipp Nummer drei: realistische Ziele setzen und das eigene Tempo finden und einhalten. Nach meiner Erfahrung spielt die Studiendauer für die allermeisten Jobs eine untergeordnete Rolle. Wer länger braucht, dafür aber nebenbei Dinge gemacht hat, die ihn herausstechen lassen, hat für die Bewerbungen ein paar echte Joker in der Hand. Und das müssen eben nicht die typischen BMW-Praktika sein. Das Studium ist schließlich auch, entgegen der heutigen Einschätzung, nicht nur die Zeit, „bevor es richtig losgeht im Leben“, sondern ein ganzes Stück Leben selbst.

Der vierte Tipp: Prioritäten setzen. Ich bin so selten wie möglich in Vorlesungen gegangen. Als ich dann doch mal dort war, sah ich ganze Horden von Studenten, die im Hörsaal saßen, aber geistig komplett abwesend waren (Zeitung lesen, quatschen). Ist ja nicht schlimm. Aber wenn man das aus täglich sechs bis acht Stunden tut, ist man abends komplett erschöpft, muss aber trotzdem noch pauken, weil man ja den ganzen Tag über eigentlich gar nichts gelernt hat. Wer allein nicht gern lernt, lernt in Lerngruppen mit ein paar Kommilitonen zumindest nach meiner Erfahrung wesentlich mehr als im Einbahnstraßen-Vortrag des Professors.

Weitere Tipps erhaltet ihr in der kostenlosen Broschüre der TKK „Gesund studieren„.

Wie geht oder ging es euch im Studium? Habt ihr noch weitere Tipps?

 

Photo: David E. Ellis