Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Wenn die Nacht vorbei, die Portion Schlaf schon wieder aufgebraucht und der Wecker klingelt … kommst Du dann aus dem Bett? Oder an Deine Grenzen, weil Du ums’s Verrecken keine Lust hast aufzustehen und lieber die Schlummertaste drückst … drückst … drückst … und mit Dir selbst verhandelst, nebelig bis matschig im Hirn, wie wir zu dieser Zeit eben sind („n bisschen schlafen geht noch, putz ich mir halt heute nicht die Zähne“)?

Hier zwei Methoden um sofort aufzustehen, wenn’s KLINGELINGELT!!

Methode 1: Der rabiate Wecker

Auf dem Blog boingboing hab ich diese einzigartige Erfindung einer Frau gefunden, die morgens anscheinend auch immer nur schwer wach wurde.

Sie hat sich einen Wecker gebaut, der sie … na ja, seht selbst (ab Minute 03:20):

Wer die „Aufwach-Maschine“ nachbauen will, findet in dem Video auch eine Bastelanleitung.

Für mich ist das nichts. Ich werde immer schnell wütend, wenn man mich haut. Ich würde zurückhauen, und der Kampf zwischen der Maschine und mir ginge so lange, bis ich erschöpft wieder einschliefe.

Außerdem passt die Idee dahinter zwar ziemlich gut in diese Welt, in der wir uns selbst vergewaltigen für ein paar Prozent mehr Leistung und in der sogar Praktikanten sterben, weil sie bei zum Beispiel bei der Bank of America 72 Stunden ohne Pause durchackern. Aber schön ist das nicht und gut ist das auch nicht.

Bleibt also der zweite Weg.

Methode 2: Automatisch aufstehen

Die zweite Methode ist kein Kampf, weder gegen die Uhrzeit noch gegen einen schlagenden Wecker. Über sie schrieb ich schon unter 5 Gründe, um 5 Uhr morgens aufzustehen. Sie stammt vom Blogger Steve Pavlina.

Was wir bisher getan haben – der Wecker klingelt, wir stellen ihn stumm und drehen uns um – geschah automatisch. Wir haben es uns über Monate oder Jahre in den Kopf programmiert. Wie einem Hund der Speichel läuft, wenn er merkt, dass Herrchen gerade den Napf auffüllt. Da kann er nicht viel machen und beim morgendlichen Wälzen können wir nicht viel machen, es geschieht einfach, ist keine bewusste Entscheidung. Sondern eine Übermacht, gegen die wir im Halbschlaf erst recht miese Karten haben, wie ein Besoffener am Verhandlungstisch mit drei knallharten Mafiabossen. Deshalb funktioniert es mit der „eisenen Willenskraft“, mit „Selbstdisziplin“ mit der wir ab morgen dann gleich aus dem Bett springen wollen, auch so schlecht.

Eins aber können wir schon tun, und das ist sehr wirkungsvoll: Wir programmieren unser Verhalten neu. Und lassen die ganze Sache von unsem Unterbewusstsein übernehmen.

Das geht so:

  • Nimm Dir tagsüber etwas Zeit.
  • Geh in Dein Schlafzimmer, zieh die Gardinen zu, zieh Dein Schlafzeug an. Je ähnlicher die äußeren Umstände denen am Morgen sind, desto besser.  Also falls Du vorm Zubettgehen normalerweise duschst oder Zeitschriften mit duschenden Frauen anschaust, tu das auch jetzt.
  • Stell Deinen Wecker so, dass er in ein paar Minuten klingelt.
  • Leg Dich hin, in Deine liebste Schlafposition, schließe Deine Augen.
  • Stell Dir vor, es ist früher Morgen, ein paar Minuten vor der Zeit, zu der Du aufstehen willst, und stell Dir vor, Du würdest schlafen, oder entspann Dich zumindest so gut es geht.
  • Wenn der Alarm losgeht, stell ihn aus so schnell Du kannst. Atme tief ein, strecke Dich aus, setz Dich, Füße auf den Boden, und steh auf. Lächle. Und mach das, was Du normalerweise als nächstes tun würdest, zum Beispiel ins Bad gehen.
  • Schüttle Dich anschließend und wiederhole den ganzen Vorgang. Wecker stellen, ins Bett legen und so weiter. Mit jedem Durchgang stärkst Du diese Bahn im Hirn, sie wird vom kleinen verschlungenen Trampelpfad zur Autobahn ohne Abfahrt hinein in den frischen Tag. Wiederhole es so oft, bis es Dir in Fleisch und Blut übergegangen ist – bis Du’s automatisch machst und nicht mehr drüber nachdenken musst. Solange Du noch die eine Stimme im Kopf hast, die sagt: „so, als nächstes schließe ich meine Augen“ o.ä. bist Du noch nicht fertig. Du kannst es auch mehrere Tage am Stück jeweils ein paarmal einüben (3-10x pro Sitzung bzw. Liegung).

Das war’s schon.

Einmal als neues automatisches Verhalten – als Gewohnheit – etabliert, käme es uns unnatürlich vor, nicht sofort aufzustehen.

Kann sein, dass die Übung etwas Zeit braucht, aber wie viel mehr Zeit geht drauf für’s sinnlose Gewälze, am Tag, in der Woche, im Jahr?

 

P.S.: Wenn Du mehr über Gewohnheiten lernen willst, könnte das myMONK-Buch was für Dich sein: 12 Gewohnheiten, die Dein Leben verändern.

P.P.S.: Natürlich gibt’s auch noch eine dritte Methode: Ein Leben, in dem man aufwacht und sich auf den Tag freut und deshalb gern aufsteht. Geht mir auch nicht immer so, aber ziemlich oft. Hundertmal öfter jedenfalls als im Studium oder im Berater-Job. Einfach, weil es mir viel mehr entspricht

 

Photo: chispita_666