Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Ein Punkt am Ende einer SMS, Whatsapp oder anderen Textnachricht ist eine ganz schlimme Sache. Regelrecht monströs.

Ich selbst mag Grammatik ganz gern und begehe dieses Verbrechen daher oft. Vielleicht schreibt mir deswegen nie jemand zurück.

Ab jetzt werde ich mir das jedenfalls zweimal überlegen.

Celia Klein von der Binghamton University hat zusammen mit ihrem Team herausgefunden, dass ein Punkt am Ende einer Nachricht unfreundlich auf den Empfänger wirkt. Nachrichten ohne diese so harmlos scheinenden paar Pixel nehmen wir durchschnittlich als herzlicher und und die Beziehung zu ihnen als inniger wahr.

Die Forscher dazu:

„Beim Texten fehlen viele visuelle Hinweise, die wir im direkten Gespräch haben, unsere Augen und Gesichter und Körper sprechen normalerweise ebenso wie unsere Stimmlage, die Sprechpausen, und so weiter.

All das ist in einer Textnachricht nicht verfügbar – wir müssen daher mit dem Wenigen arbeiten, das wir zur Verfügung haben, um das Geschriebene einzuschätzen, neben den Worten und der Rechtschreibung auch Smilys … und eben auch die Punktsetzung.“

Ein Punkt am Ende gewinnt dadurch viel Bedeutung. Die Aussage „Ja, okay“ oder auch „Ja, okay!“ zum Beispiel wirken dabei sehr viel weniger intensiv und ernsthaft als das sehr viel unentspannter und unflexibler rüberkommende „Ja, okay.“.

Irgendwie r.o.b.o.t.e.r.h.a.f.t., so könnte man’s nennen. Dagegen wirkt sogar das früher als radikal geltende Ausrufezeichen sehr vel menschlicher auf den Nachrichtenempfänger.

Wir müssen uns also leider entscheiden zwischen Grammatik und Freunden.

Schade. Punkt.

 

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Photo: Andrew Stawarz