Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Ich mache nicht so gern Selfies. Zum einen vielleicht, weil mir das Duckface nicht ganz so gut steht und ich auch nicht mit einem Waschbrettbauch dienen kann. Zum anderen aber ganz sicher, weil ich es sehr, sehr albern finde.

Vielleicht ist es aber gar nicht albern. Sondern krank oder zumindest ein Hinweis auf etwas Ungesundes.

Ein Team von Forschern um Prof. Jesse Fox von der Ohio State University hat in Studien mit 800 männlichen Personen zwischen 18 und 40 Jahren herausgefunden:

Männer, die regelmäßig Selfies machen und im Netz posten, neigen zu einem höheren Grad an Narzissmus und Psychopathie.

Kein Wunder, haben die Selfies doch den selbstverliebten Blick in den Spiegel abgelöst – endlich gibt’s dann auch eine Rückmeldung von den „Fans“ – ja, Du bist der Schönste im ganzen Land!

Statt: „Schaut mal, wie geil ich bin!“ sagen die Bilder jedoch aus: „Schaut mal, ich hab vielleicht ziemliche Probleme!“

Noch stärker sind die Signale bei Männern, die ihre Fotos vor dem Posten bearbeiten. Dann allerdings nur in Bezug auf Narzissmus und „Selbst-Objektifizierung“ (sich selbst eher als Sache wahrnehmen statt als Mensch). Psychopathisch ist diese Gruppe etwas weniger, weil Psychopathen klassischerweise auch zu Impulsivität neigen und zum Fotobearbeiten tendenziell zu ungeduldig sind, wie die Forscher erklären.

Vorsicht ist ebenfalls geboten, wenn der Selfie-Made-Millionär dann auch noch einen der Berufe mit den höchsten Psychopathen-Quoten hat – zum Beispiel Verkäufer, Anwalt oder Medien-Irgendwas.

Dann doch lieber „Otherlies“, wie es ein Comedian neulich nannte: Bilder, auf denen andere Menschen drauf sind. Also ganz normale Fotos wie früher.

Mehr dazu unter: Wer keine Beziehungsupdates und Erfolge postet, ist mental stärker und unter Das unterscheidet Selbstbewusste und Narzissten sowie unter 3 Fragen, die Dich von quälendem Neid befreien.

Photo: Chilanga Cement