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Da gibt’s eine Geschichte aus der Tibetischen Tradition über eine Erfahrung, die der Meister Milarepa gemacht haben soll.

Der lebte abgeschieden in einer Höhle. Eines Tages kam er zurück vom Feuerholzholen und sah: Oh je, die ganze Hütte ist voller Dämonen! Überall waren sie. Sie hatten sein Zuhause komplett eingenommen.

Milarepas erster Gedanke war: „Ich muss die Dämonen vertreiben!“

Also machte er sich auf, um sie irgendwie aus seiner Höhle zu zwingen, er jagte sie, verfolgte sie, versuchte sie einzufangen. Doch die Dämonen waren davon völlig unbeeindruckt. Es war sogar noch schlimmer: Je mehr er gegen sie kämpfte, desto bequemer wurde es ihnen und desto mehr machten sie sich breit in der Höhle.

Als ihm das klar wurde, versuchte er’s auf eine andere Weise. Wenn sie zu jagen nichts brachte, wollte er sie mit seinen buddhistischen Lehren vom Dharma und all diesen Dingen umerziehen, vielleicht würde ihnen das ja den Kopf waschen.

Also setzte er sich hin und begann mit seinen Schulungen zu Themen wie Mitgefühl, Vergänglichkeit und Loslassen.

Ganz vertieft war er, machte ihm ja auch Spaß … und als er wieder aufschaute, was sah er da? Was sah er da?

Oh, alle Dämonen waren noch immer da, sie haben ihn einfach angestarrt mit ihren grauenhaften Augen. Kein einziger hatte sich vom Acker gemacht.

An diesem Punkt atmete Milarepa tief aus … und gab auf. Er sah ein, dass er seine Dämonen wohl nicht dazu manipulieren könnte, abzuhauen. Und dass er wohl etwas von ihnen lernen sollte.

Er schaute tief in die Augen jedes Dämons und sagte: „Okay, sieht so aus, als wären wir jetzt eine ganze Weile zusammen hier. Ich öffne mich allem, was Du mir beizubringen hast!“

In diesem Moment verschwanden alle Dämonen.

Bis auf einen einzigen. Einen riesigen, ziemlich finsteren, dessen Nasenflügel zitterten und Zähne trieften.

In diesem Moment entschloss sich Milarepa, noch mehr loszulassen. Sich komplett zu öffnen. Er ging auf den Dämon zu, stellte sich genau vor ihn, hielt nichts mehr zurück und sagte:

„Friss mich, wenn Du willst.“

Dann steckte er seinen Kopf ins Maul des Ungeheuers. In diesem Moment verschwand der Dämon.

Ich will nicht behaupten, dass sich alle unsere Probleme in dem Moment auflösen, wo wir nicht weiter weglaufen vor der Lage, der Realität, dem Problem.

Dann verschwindet das Problem nicht – doch es verändert sich, es verwandelt sich, bekommt eine andere Qualität und zum ersten Mal überhaupt die Chance, gelöst werden zu können.

Noch nicht mal der Meister Milarepa ist war frei von Problemen und Dämonen. Und noch nicht mal er konnte sie einfach wegmeditieren und -yogieren lässt. Auch auf dem spirituellen Weg blühen uns nicht nur Blümchen und superhoch transformierte Schwingungen. Nein, Dämonen sind ein Teil unserer menschlichen Existenz.

Mehr zum Thema findest Du im myMONK-Podcast:

Photo (oben): Stock Photos von Vitalii Bashkatov/ Shutterstock