Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

„Mann, waren das goldene Zeiten, als wir jung und unbeschwert waren und uns die ganze Welt zu Füßen lag.“

In Erinnerungen schwelgen, die Erinnerungen melken. Ein paar Tropfen des guten alten Lebens hineinsaugen ins Jetzt, das uns mit unseren 30, 40, 50 Jahren im Vergleich vielleicht manchmal (oft?) weniger glücklich oder gar gescheitert vorkommt („Die Hälfte ist vorbei und was hab ich schon draus gemacht?“).

Die meisten früheren Studien beschreiben das Glück im Laufe des Lebens als U-Kurve: Als junge Menschen seien wir glücklich, dann ginge es bergab zum Tiefpunkt in der Lebensmitte, bis wir im Alter durchschnittlich wieder ein höheres Glückslevel erreichen.

Tatsächlich sind diese goldenen Zeiten unserer Jugend und jungen Erwachsenenjahre, von denen wir so schwärmen, eher nur aus Silber oder Bronze.

Das Problem der bisherigen Studien: Menschen aus unterschiedlichen Altersgruppen wurden zu einem Zeitpunkt befragt. Damit konnte nicht gemessen werden, wie glücklich ein Einzelner im Laufe seines Lebens war – und genau darum geht es ja eigentlich. Die alten Ergebnisse waren daher nur bedingt zu gebrauchen.

Wissenschaftler der University of Alberta haben den Zusammenhang zwischen Glück und Alter neu aufgerollt. Die Psychologen um Daniel Mroczek untersuchten in einer Langzeitstudie 968 Menschen von der High-School bis sie 43 wurden. Sowie eine zweite Gruppe von 547 Universitäts-Studenten, bis sie das Alter von 37 erreichten. In diesem Zeitraum wurden sie siebenmal zu ihrer Lebenszufriedenheit befragt. Andere Faktoren wie Einkommen, Gesundheit und Beziehungsstatus wurden statistisch ausgeschaltet.

Das Ergebnis: Mit zunehmendem Alter fühlten sich die Teilnehmer besser – und zwar Jahr für Jahr ein Stückchen mehr.

Die „Midlife-Crisis“ ist ein Mythos oder zumindest ziemlich aufgeblasen. Den meisten von uns ergeht es besser in den Dreißigern und Vierzigern als früher (länger ging diese Studie ja leider nicht).

Es ist also, wie Helmut Ritter schreibt: Wegen ein paar grauer Haare lasse ich mir doch keine grauen Haare wachsen!

Ich kann das – bisher – bestätigen. Ich bin heute, mit 32, glücklicher als früher. Ich würde kein Kind, kein Teenager, kein Zivi, kein Student, kein Unternehmensberatungs-Berufseinsteiger mehr sein wollen. Und das liegt eher an dem, der ich heute bin als an den äußeren Umständen. Ich gehe anders mit mir und den Dingen um.

Wie ist es bei Dir: In welchem Alter warst (oder bist) Du am glücklichsten?

Siehe auch: Was bereuen Menschen im Alter am meisten? Die überraschende Antwort und unter 12 Lektionen einer 90-jährigen Großmutter für ihren Enkel.

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