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„Der Hauptwert des Geldes besteht in der Tatsache, dass man in einer Welt lebt, in der es überbewertet wird.“
– Henry Louis Mencken

Für die meisten von uns bedeutet Geld Stress. Weil wir für Geld einen Job machen, den wir hassen, oder weil wir drei Jobs brauchen für all die gierigen Kassen, uns von Monat zu Monat hangeln und keine Asche übrig bleibt, obwohl wir ausbrennen, mehr und mehr. Oder weil wir reich werden wollen, richtig reich, uns beim bloßen Gedanken daran das Blut wallt, der Speichel fließt, der Ständer steht.

Geld regiert die Welt, und es regiert unser Leben. Meinen wir.

Die Wahrheit ist: Geld ist kein Diktator. Wir haben es zum Herrscher gewählt. Und wir können es auch wieder abwählen, vom Thron treten, jeder von uns in seinem eigenen Leben.

Hier 6 Wahrheiten über Geld, die dabei helfen.

#1 Geld ist ein Werkzeug. Der Rest ist Projektion.

Geld ist ein Tauschmittel. Die Menschen haben es erfunden, damit sie nicht nur an die Milch der Bäuerin kamen, wenn sie zufällig selbst das hatten, was die Bäuerin gerade brauchte (einen Kochlöffel, ein Kreuzworträtsel, ein paar Schuhe … denken die Sexisten und hätten damit bestimmt oft daneben gelegen).

Alles andere sind Projektionen. Geschichten, die wir gelernt haben. Zusammenhänge, die wir selbst geknüpft haben: dass Geld Anerkennung bedeutet, oder uns wertvoll macht, oder einsam, oder grausam.

Geld ist ein Werkzeug. Und so, wie man mit einem Hammer ein Heim bauen oder jemanden totschlagen kann, so ist es an sich weder gut noch böse, weder heilig noch die Wurzel allen Übels.

#2 Nicht Geld macht uns das Leben schwer, sondern unsere Jagd danach.

Der Philosoph Rousseau schrieb, das Geld, das man besitzt, sei ein Mittel zur Freiheit, das Geld, dem man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft.

Er meinte sicher nicht die Mutter, die für die Schulbücher ihrer Tochter Regale einräumen muss im Discounter, nach zehn Stunden im Büro, oder den Vater, der sich nachts als Taxifahrer den ganzen Irren aussetzen muss.

Sondern eher Leute wie mich. Ich studierte BWL, ackerte zu den Prüfungszeiten wie ein Geisteskranker für eine anschließende große Karriere und das große Geld, und dann arbeitete ich als Unternehmensberater und war ziemlich unglücklich in diesem Job und trotzdem fiel‘s mir alles andere als leicht, zu kündigen. Aber: diese Jagdzeit ist längst vorbei, seit dreieinhalb Jahren, und ich hab‘s nie bereut.

Geld ist‘s nie wert, dass wir uns dafür verbiegen.

#3 Geld macht nicht glücklich, und nicht reich.

Es gibt zahlreiche Studien dazu, und sie sagen alle dasselbe: die Glückskurve steigt mit zunehmendem Einkommen immer weniger an, und ab 45.000-60.000 Euro jährlich macht mehr Geld überhaupt nicht mehr glücklicher.

Wir brauchen viel weniger, als wir oft denken, nicht die neueste Technik, nicht das größte Auto, nicht drei Balkons und fünf Bäder.

Was glücklich – und wirklich reich – macht, sind ganz andere Dinge, und die kosten nichts:

Ein Abend am Ufer mit Picknick. Ein tiefes Gespräch, ein Kuss, ein Blick. Heimat, Hobbys, Menschen dienen, Freundschaft, Liebe. Zeit für sich, ein gutes Buch. Sonne auf der Haut, Luft, im Wald wandern, Stille, Seelenfrieden.

Wer diese Dinge nicht in seinem Leben hat, kann sich nicht reich nennen. Oder wie Onassis sagte: ein reicher Mensch ist oft nur ein armer Mensch mit sehr viel Geld.

#4 Echte Sicherheit ist im Geld nicht zu finden.

Geld kann uns weder echte Sicherheit geben, noch echtes Selbstvertrauen, echte Ruhe und echte Antworten.

Die wahre Sicherheit können wir uns nur im Inneren erarbeiten. Indem wir mit uns selbst, unseren Gedanken und Gefühlen umzugehen lernen und damit, dass das Meiste im Leben, nein: alles, vergänglich ist.

#5 Geld wird dann am wichtigsten, wenn wir zu wenig haben.

Es ist schwer, nicht ans Geld zu denken, während der Gerichtsvollzieher an die Tür hämmert. Da können die „gegen das System!“ Propagierenden sagen was sie wollen.

Gleichzeitig glauben wir aber oft auch nur, dass wir zu wenig haben, und mehr mehr mehr brauchen.

#6 Geld ist Energieaustausch – Du darfst es verdienen.

Geld verteufeln und Geld vergöttern sind zwei Seiten einer Münze, die uns vergiftet.

Wir brauchen zum Geld zum Leben und es ist wichtig, dass wir für unsere Leistung bezahlt werden und damit ein Gleichgewicht herstellen. Gerade dann, wenn wir etwas mit Leidenschaft tun, ist der Welt am wenigsten geholfen, wenn wir Pleite gehen und unsere Träume und unser Potenzial begraben müssen. Und viele, denen wir helfen, sind dankbar dafür, etwas zurückgeben zu können.

Geld verdienen an sich ist kein Bisschen „unspirituell“ oder „oberflächlich“, es kommt nur darauf an, mit was wir‘s verdienen und ob wir dahinterstehen.

Ich musste das lernen, habe zweieinhalb Jahre gezögert, hier auf myMONK etwas Kaufbares anzubieten – mein erstes Buch „12 Gewohnheiten, die Dein Leben verändern“. Aus Angst, dafür von den Lesern verstoßen zu werden. Doch das Gegenteil ist passiert. Viele von euch holen sich das Buch und unterstützen mich gleichzeitig dadurch, sodass ich hier hoffentlich noch eine ganze Weile weitermachen kann, und das fühlt sich echt gut an und. Es war ein sehr großer Schritt für mich und ich bin sehr, sehr dankbar und froh, dass ich ihn gegangen bin.

Und nun übergebe ich das Mikro:

Was bedeutet Geld für Dich? Welche Rolle spielt es in Deinem Leben?

 

Photo:  János Csongor Kerekes9140715689_0180bd2a4d_z