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Es folgt ein Gastbeitrag von Tim Chimoy, der auf www.earthcity.de über digitales Nomadentum schreibt.

„Finde einen Job den du liebst, und du wirst niemals in deinem Leben arbeiten müssen.“

Dieser berühmte Satz von Konfuzius rät Dir dazu, deine Arbeit so zu wählen, dass du in ihr „aufgehen“ kannst. Die These lautet: Etwas, dass du mit Begeisterung und Passion betreibst, macht dich glücklich und führt unweigerlich zum Erfolg.

Aber ist das so? Führt Passion und Leidenschaft zwangsläufig zu Erfolg?

Passion ist nicht gleich Erfolg

Die „Folge deiner Leidenschaft“ Selbsthilfe-Industrie beachtet dabei einen Punkt leider viel zu selten: All die berufliche Selbstfindung bringt wenig, wenn du deine Passion nicht zu Geld machen kannst.

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Seine Passion zu finden, und Dinge mit Begeisterung zu tun, sind durchaus gute Ziele. Jeder sollte sich hierfür ausreichend Zeit nehmen, diese zu ergründen. Jedoch wird es nicht jedem gelingen, diese auch zu Geld zu machen.

Die Möglichkeiten sind vielfältig

Die Möglichkeiten, mit den verrücktesten Ideen auch tatsächlich Geld zu verdienen, waren zweifelsohne noch nie zuvor so groß, wie sie es heute sind. Viele Menschen verdienen tatsächlich ein gutes Auskommen mit Dingen, die vor zehn Jahren ein reines Hobby gewesen wären und auch nicht zu mehr getaugt hätten.

Doch nicht jede Leidenschaft lässt sich leicht in einen Job verwandeln. In manch einem Fall wird das eine knifflige Aufgabe.

Wer behauptet: „Finde deine Passion und der Rest kommt von allein“, der ist nicht ganz ehrlich zu Dir. Der schwierigste Punkt kommt nämlich erst auf dich zu, wenn du daraus ein Business machen möchtest. Hier ist Kreativität, Ausdauer und gute Planung gefragt.

Was machst du, wenn deine Leidenschaft kein Geld einbringen kann?

In diesem Falle musst du die größtmögliche Schnittmenge zwischen deiner Leidenschaft und einem potentiellen Business finden. In manchen Fällen kann diese Schnittmenge sicher sehr groß sein und es wird dir leicht fallen, Ideen zu finden.

Leider wird es aber in anderen Fällen so sein, dass die Schnittmenge extrem klein ist – oder sogar überhaupt keine Schnittmenge zu finden ist, die auf absehbare Zeit zur Bestreitung des Lebensunterhaltes herhalten könnte.

Was machen also all jene, die nicht so leicht auf einen grünen Zweig kommen?

Die Antwort mag unerfreulich klingen: Kompromisse schließen. Das ist die einzige Möglichkeit. Denn wenn du am Ende keinen Erfolg haben wirst, dann wirst du auch mit der größten Leidenschaft keine Zufriedenheit erreichen.

Wer sonst nichts weiß, wird Blogger?

Wenn du eine Leidenschaft hast, die schwer zu monetarisieren (also zu Geld zu machen ist), dann wird dir in Ratgebern und Blogartikeln mitunter dazu geraten, einen Blog zu diesem Thema zu starten um damit Geld zu verdienen.

Vor allem in der englischsprachigen Blogosphäre ist dies quasi die Standardlösung, wenn sonst alle Business-Ideen um eine bestimmte Passion scheitern würden.

Ein Blog kann sicher ein erfolgreiches Business sein, aber es ist ein sehr steiniger Weg und finanzieller Erfolg kann sich mitunter spät bis nie einstellen. Nicht jeder ist zum Blogger geboren und das Geld verdienen sollte nicht dein einziger Antrieb sein.

Hinterfrage also, wenn das Bloggen als die „Lösung für Jedermann“ verkauft wird, um mit seiner Leidenschaft Geld zu machen. Bloggen ist zwar eine Möglichkeit, aber es gibt vermutlich bessere Wege für dich.

Eine erfülltes Arbeitsleben besteht zu großen Teilen auch aus Erfolg. 

Wir benötigen beides: Eine Arbeit, der wir mit Leidenschaft nachgehen, aber eben auch Erfolg. Zwar macht Geld allein in der Tat nicht glücklich, kein Geld zu haben aber auch nicht. Einen gewissen finanziellen Erfolg benötigen wir für ein zufriedenes  und vor alle halbwegs entspanntes Leben.

Erfolg stellt sich ohne Zweifel leichter ein, wenn man seiner Arbeit mit Leidenschaft nachgeht. Aber ebenso beruht Erfolg auch auf der Fähigkeit, einen Bedarf zu decken, für den ein anderer Mensch bereit ist, zu bezahlen. Diese Punkte müssen zusammengeführt werden.

Für mich persönlich ist die Ortsunabhängigkeit ein wichtiges Element in all meinen Projekten und Jobs. Meine Leidenschaften sind das Reisen und Menschen dazu zu bewegen, mehr aus ihrem Leben zu machen.

Daher muss jedes Geschäftsvorhaben bei mir darauf getestet werden, ob ich es überall mit hinnehmen kann. Das klappt nicht immer zu 100 Prozent und ab und zu müssen auch Kompromisse geschlossen werden, z.B. einige Monate nicht reisen zu können.

Denn alles ist immer eine Abwägung zwischen Leidenschaft und geschäftlichem Erfolg. Ich würde nichts nur einem dieser zwei Punkte vollständig unterordnen. Erfolg und Leidenschaft sind manchmal deckungsgleich, oft sind sie es jedoch eben nicht. Dann müssen sie so lange ausbalanciert werden, bis man den richtigen Weg für sich gefunden hat.

Ein Job, der dich erfüllt, ist Luxus.

Keiner hört das gerne. Doch es muss einmal gesagt werden. Viele Jobs da draußen werden niemals mit Leidenschaft betrieben werden können.  Viele, viele Jobs sind einfach nur hart und unerfüllend, trotzdem müssen sie erledigt werden. Ein Job, der dich erfüllt, ist also absoluter Luxus. Ich bin mir dessen immer bewusst.

Aber es ist ein Luxus, den du verdienst. Daher kannst du dich auch für diesen Luxus ins Zeug legen und kämpfen. Wenn du dir bewusst bist, wie viele Menschen dazu nicht in der Lage sind, dann erscheint dir jede Mühe vielleicht wesentlich erträglicher.

Du willst mehr erfahren?

Auf Earthcity haben kürzlich 12 erfolgreiche Webworker erzählt, wie sie ihre ersten 1000 Euro online verdient haben. Der Artikel zeigt: Arbeiten von zuhause oder unterwegs ist möglich – mit Leidenschaft! Lass dich motivieren!

 

tim chimoyText von und herzlichen Dank an:
Tim Chimoy
Nachdem Tim bereits während seines Studiums jede Chance genutzt hat, um viel Zeit im Ausland zu verbringen, ist er vom Reisefieber nie geheilt worden. Der Wunsch nach mehr Ortsunabhängigkeit und seine unstillbare Reiselust führte ihn schnell in die berufliche Selbstständigkeit. Heute schreibt er auf www.earthcity.de darüber, wie jeder es schaffen kann, ortsunabhängig zu arbeiten und um die Welt zu reisen.

Photo: Mo Riza