Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Alles, was wir tun, tun wir aus einem Grund: Wir wollen angenehme Gefühle haben und unangenehme Gefühle vermeiden.

Uns geht’s in Wahrheit nicht um mehr Geld auf dem Konto oder fünfzig Pfund weniger auf der Waage. Sondern um die Gefühle, die wir uns davon versprechen. Im Porsche etwa wollen wir uns erfolgreich und frei und besonders fühlen, in der Bikinifigur begehrenswert, erlöst von der Scham, die wir vielleicht sogar schon länger mit uns herumschleppen als den Speck.

Träume und Ängste leiten uns, und stets geht es dabei um bestimmtes Gefühle.

Ängste: beschämt werden, zurückgewiesen oder verlassen werden, etwas verpassen, verletzt werden, uns dumm fühlen, abhängig sein, hilflos und ausgeliefert sein, einsam sein, sterben.

Träume: stolz sein oder jemanden stolz machen, gesehen werden, gebraucht werden, dazugehören, von Stress und Sorgen befreien, einflussreich sein, wichtig sein, umsorgt werden, geliebt werden.

Solange uns diese Ängste und Träume unbewusst leiten, solange uns nicht klar ist, was genau uns antreibt, sind wir ein Spielball dieser Hoffnungen und Befürchtungen, treiben wie ein Blatt im Wind mal hierhin und mal dorthin (denn oft sind die Hoffnungen und Ängste verschiedener Ziele entgegengesetzt), schmieden immer wieder neue Pläne, verfolgen sie eine Weile oder auch nicht, verwerfen sie, kommen keinen Schritt weiter.

Setzen wir uns ein neues Ziel, sollten wir uns daher diese Frage stellen:

Welche Gefühle verspreche ich mir von dem erreichten Ziel?

Ist uns das bewusst, können wir es unter die Lupe nehmen.

So ergeben sich zwei weitere Fragen:

  1. Ist es wahrscheinlich, dass ich mich auch langfristig so fühle, wie ich es mir vom erreichten Ziel verspreche?
  2. Kann ich die Gefühle auch anders – leichter, nachhaltiger, stimmiger – in mein Leben holen?

Vielleicht ist es gar nicht der Porsche, durch den wir uns frei fühlen; vielleicht ist es stattdessen weniger Arbeit und mehr Zeit mit unserer Familie.

Vielleicht brauchen wir keine Size Zero, um uns begehrenswert zu fühlen, sondern eine Beziehung mit jemandem, der uns das spüren lässt, oder mehr echtes, tiefes Selbstwertgefühl.

Und vielleicht brauchen wir gar nicht ständig irgendwelche Ziele, denen wir hinterherlaufen, und dafür mehr Stille und Alleinsein, um wirklich anzukommen.

 

Siehe auch: Warum die meisten Ziele sinnlos sind (auch wenn Du sie erreichst) und Die 3 wahren Gründe, aus denen Du tust, was Du tust und Die heimliche Angst vorm Erfolg.

 

Photo: Sandra Vos | Inspiriert von: Seth Godin