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Wie geht es Ihnen jetzt gerade?

Ich bin aufmerksam und konzentriert, wach und neugierig.

Was fasziniert Sie besonders an der Verhaltensbiologie?

Es ist die Lehre des Lebens – in jeder Hinsicht: körperlich, geistig, seelisch, auf materieller und immaterieller Ebene, bezogen auf alle Lebewesen dieses Planeten – ganzheitlicher kann ein Ansatz kaum sein. Gleichzeitig fordert die Verhaltensbiologie dazu auf, sich nicht in den vielen verschiedenen Erscheinungsformen des Lebens zu verlieren, sondern präsent und aufmerksam auch neutraler Beobachter dessen zu sein, was man wahrnimmt – wohlwissend, daß man allein durch das Beobachten Teil dessen wird, dem man sich widmet. Für mich ist die Verhaltensforschung zu einem tief spirituellen Motor geworden, der meine Arbeit als Psychotherapeutin und Ausbilderin geprägt und inspiriert hat.

Wie viel Wolf steckt im Menschen?

Es ist eher umgekehrt – „Wieviel Mensch steckt im Wolf?“ Denn der Mensch unterscheidet sich letztlich als Säugetier gar nicht so sehr von seinen anderen Säugtierkollegen. Man kennt beispielsweise an die 20 Formen von Aggression: Territiorialstreitigkeiten, Futterneid, Rangfolgekonflikte, Konkurrenz um Paarungspartner – es gibt zum Beispiel nur drei Formen der Aggression, die ausschließlich beim Menschen vorkommen – unter anderem Aggression durch Propaganda!

Was können wir von den Wölfen lernen?

Bedingungslose familiäre Loyalität, Toleranz und kluge, feinfühlige Elternschaft.

Was bedeutet „Lotuswege“?

Auch das ist rein biologisch: Je mehr Schlamm, desto schöner die Blüte! Viele Menschen, die zum Coaching kommen, sorgen sich darum, ob sie aufgrund der vielen Enttäuschungen und Fehlschläge in ihrem Leben noch einmal wirklich „zur Blüte“ kommen können; wenn sie erst begriffen haben, daß gerade dieser „Kompost“ bei richtiger Wartung die allerschönsten „Blüten“ hervorbringt, dauert es nicht lange, bis sie sich daran freuen können.

Was heißt es, „sich selbst zu begegnen“ – und warum müssen wir das oft erst lernen?

Ohne Ablenkung von außen und innen geschieht diese Begegnung unablässig – Es ist ein Wagnis, so still zu werden, innen und außen, um ganz klar und deutlich die Melodie des Lebens  wieder hören zu können. Je älter man wird, desto mehr Ehrlichkeit und Mut braucht es, sich der Wahrheit über sich und sein Leben zu stellen – ich denke, das ist ein Grund, warum wir oft Ablenkung suchen.

Welche drei Gedanken der östlichen Spiritualität / Philosophie haben Ihr Leben am stärksten geprägt?

KAMA, ARTHA & DHARMA

Der Mensch strebt in der Regel drei Ziele an:

  • KAMA – emotionale Erfüllung
  • ARTHA – materielle Zufriedenheit
  • DHARMA – berufliche Bestätigung

Alle drei Ziele können letztlich zu Moksha, der Befreiung, führen. Zu erkennen, in welchem Bereich wir gesegnet sind und diese Gaben in den Dienst des Lebens zu stellen um mit ihrer bestmöglichen Erfüllung  und ohne Verhaftetsein Moksha anzustreben: das ist YOGA.

YOGA & BHOGA

Bhoga, die Sinnlichkeit, bedeutet, daß wir im Kreislauf der Dualität eingeschlossen sind, ohne ihn als solchen zu erkennen.  So wie Leid die Umkehrung von Freude ist, Trennung unlösbar zur Erfahrung der Vereinigung gehört,  jeder Zustand auch immer seinen Schatten in sich trägt.

Yoga bedeutet, daß wir uns dieser Dualität bewußt sind, aber davon nicht mehr erschüttert werden, sondern beide Zustände, die im Grunde eins sind, gleichmütig betrachten und als voneinander abhängig erkennen können. Wir sind nicht verhaftet.

BHAVANAS

Es gibt vier wichtige Bhavanas oder Gefühlszustände für den Yogaweg:

  • MAITRI- Die liebevolle Zugewandtheit  zu allen Lebenwesen
  • KARUNA- Das Mitgefühl
  • MUDITA- Die Begeisterung für vorbildliche Taten
  • UPEKSHA – Die nicht verurteilende Toleranz

Wenn Sie dem Leser des Interviews ein einziges Buch schenken könnten, welches wäre das – und warum?

Frieden – wo immer du bist.  Von Thich Nhat Hanh.

Weil es uns dabei hilft, die innere Melodie wieder zu hören, wenn wir vom Außen zu sehr abgelenkt sind. Weil Thich Nhat Hanh nicht nur ein Weiser, sondern auch ein Dichter und ein sehr kluger Mann ist.

Wo können Interessierte mehr über Sie und „Lotuswege“ erfahren?

Im wunderschönen Waldviertel direkt bei Seminaren und Ausbildungen in Österreich, bei Vorträgen und im Internet über www.Lotuswege.at.

Herzlichen Dank!