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Hedwig Seipel, Betreiberin von www.fengshui-classic.de, ist Diplom-Ingenieurin, studierte Feng-Shui-Beraterin und Dozentin. Im myMONK-Interview erklärt Frau Seipel, wie eine Wohnung ein- oder neu hergerichtet werden kann, sodass man sich wirklich daheim wohlfühlt.

Liebe Frau Seipel, herzlich willkommen bei myMONK und vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Interview nehmen. Darf ich fragen, wo sie sich gerade befinden – und ob der Ort den Feng Shui-Grundsätzen einer angenehmen Umgebung entspricht?

Ich habe das Glück meine Büroräume völlig frei, ohne Rücksicht auf bestimmte Vorschriften oder Vorgaben, gestalten zu können. Dabei half aber nicht nur Feng Shui. Baubiologiche, Ergonomische und Geomantische Aspekte haben dabei ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt. Außerdem nutze ich bei dem sommerlichen Wetter häufig meinen „Freiluft-Schreibtisch“ im Garten. In der Kombination muss man sich einfach wohlfühlen ☺.

Sie haben als Diplom-Ingenieurin einen wissenschaftlichen Hintergrund – warum hat sie das Feng Shui in den Bann gezogen, obwohl dort vieles nicht so klar messbar zu sein scheint?

Die Natur bzw. die Evolution haben uns Menschen mit zwei Hirnhälften ausgestattet: der einen logisch-rationalen und der zweiten bildhaft-emotionalen. Mit reinem Ingenieur-Beruf hätte ich nur Hälfte meines Oberstübchens genutzt – und das war mir zu wenig. Heute verbinde ich meine persönlichen Fähigkeiten, die harten und die weichen Denkfaktoren zu einem Tätigkeitsfeld.

Wie kann uns ein Ort beeinträchtigen, bei dem die Energien gestört sind?

Ich spreche niemals von gestörten Energien, denn Energie, unabhängig welcher Art, existiert einfach und ist mit bestimmten Eigenschaften ausgestattet. Nur wenn wir die Eigenschaften falsch einsetzen oder nutzen, dann fühlen wir uns beeinträchtigt.

Jeder Raum hat seine „Talente“, das heißt, er unterstützt uns bei bestimmten Tätigkeiten und Vorhaben. Nutzen wir seine „Talente“, dann fühlen wir uns in dem Raum wohl, versuchen wir den Raum zu etwas zu zwingen, dann stoßen wir auf Schwierigkeiten. Diese „Talente“ zu entdecken und für Menschen brauchbar zu machen gehört zu meinen Hauptaufgaben.

Leitspruch Ihrer Website bzw. Feng-Shui-Dienstleistungen ist „Systemische Raumaufstellung“ – was verstehen Sie darunter?

Mensch und Raum bilden ein System. Egal wo wir uns befinden, haben wir immer einen Raum um uns herum. Wir agieren im und interagieren mit dem Raum. Bereits Winston Churchill, der sicher keine Feng Shui Fachmann war, soll gesagt haben: „Erst gestalten wir unsere Räume, dann gestalten die Räume uns.“ Diese Interaktion geschieht auf bewusster und unterbewusster Ebene. Mit klassischem Feng Shui, insbesondere mit der Methode der sogenannten „Fliegenden Sterne“ (was so viel bedeutet wie „sich wandelnde Tendenzen“) bin ich imstande das System Mensch-Raum zu durchleuchten und begreifbar zu machen. Das Ergebnis ist eine Gebrauchseinleitung der eigenen Handlungsweise.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Maßnahmen, um die eigene Wohnung frei von Störungen und voll von unterstützenden Energien einzurichten bzw. um- oder aufzuräumen?

Die Probleme, warum sich Menschen in ihren Räumen nicht gut fühlen sind heute sehr vielschichtig geworden. Feng Shui deckt nur ein Teil der Ursachenfindung ab. Aus meiner Erfahrung hat die wichtigste, grundlegende Aufgabe einer Behausung, nämlich dem Menschen Schutz und Geborgenheit zu geben, nichts an Aktualität verloren. Leider lassen wir uns oft von Modetrends und Raffinessen des Designs verführen und richten unsere Wohnungen stylisch, offen, lichtdurchflutet und mit allen technischen Errungenschaften voll gespickt. Dabei vergessen wir, dass Geborgenheit und Herzenswärme niemals fehlen dürfen.

Das zweite Problem ist, dass wir häufig viel zu viel in unseren Wohnungen aufheben. Die Dinge, die wir haben und nicht wirklich brauchen, nehmen uns den Raum zum Leben – deshalb weg damit!

Sind Großraumbüros grundsätzlich schlechter als kleine Büros oder umgekehrt?

Sind große Menschen grundsätzlich besser dran als kleine? Nein, weder Menschen noch Räume sind grundsätzlich besser oder schlechter. Es kommt immer drauf an wie sie tatsächlich funktionieren und welche Aufgaben sie zu erfüllen haben.

Angestellte haben ja meist wenig Spielraum, was die Gestaltung Ihres Büros angeht. Was aber, wenn gerade dort eine so schlechte Energie herrscht, wo man ihr mangels Einflussmöglichkeiten ausgeliefert zu sein scheint?

Den Satz höre ich oft. Er ist schon zu einem Glaubenssatz in unserer Gesellschaft geworden. Wenn man solchen Aussagen an den Grund geht, dann stellt sich häufig heraus, dass „die Angestellten“ ihre Bedürfnisse noch nie mit den Vorgesetzten sachlich thematisiert haben. Ein Arbeitgeber ist immer an leistungsstarken Mitarbeitern interessiert. Wenn sich die Leistung durch entsprechende Raumgestaltung steigern und optimieren lässt, warum soll ein Chef kein Interesse daran haben? Selbstverständlich muss dabei Rücksicht auf die unternehmerischen Abläufe, Corporate Identity und gesetzliche Vorschriften genommen werden. Deshalb gehört ein Raumkonzept immer in die Hände eines Profis, der individuelle Bedürfnisse gekonnt mit den unternehmerischen Belangen verbinden kann. Auf Räucherstäbchen und kitschige Zimmerbrunnen kann man dabei getrost verzichten.

Was muss jemand lernen und können, der erfolgreich als Feng-Shui-Berater selbstständig sein möchte?

Feng Shui ist kein Beruf an sich. Es ist eine Kompetenz, ein Werkzeug, das in ein individuelles Leistungspaket eines Selbstständigen gehört. Es reicht nicht aus, Feng Shui Wissen zu besitzen. Zum Erfolg gehört ein Konzept, das z.B. Feng Shui mit Raumgestaltung oder mit Architektur verbindet. Gute Möglichkeiten bietet Feng Shui als eine Zusatzkompetenz bei der Landschaftsgestaltung oder für Gärtner. Feng Shui und Heilkunde gesellen sich ebenfalls bestens zusammen. Ich nutze Feng Shui als Werkzeug im Coaching, Unternehmensberatung und Marketing – ganzheitlich und mit beiden Hirnhälften ☺.

Wie können Interessierte Sie am besten kontaktieren?

Gerne über meine Webseiten www.seipel-marketing.de oder www.fengshui-classic.de aber auch über Social Networks wie Facebook, Xing oder Google+.

Vielen Dank für das Interview!

 

Photo: Lali Masriera