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Wir buhlen, kämpfen, flirten, zeigen uns von unserer Schokoladenseite und sagen zu allem „Ja und Amen“ – bis wir erreicht haben, was wir wollten. Der eine wollte Sex und nannte es Liebe, der andere wollte Geborgenheit, Kinder, Versorgung oder einfach nur das Gefühl endlich angekommen zu sein und sich von nun an keine Sorgen mehr um die Einsamkeit machen zu müssen. Ankommen – gefällt ihnen dieses Wort? Den meisten Menschen gefällt es. Es hat etwas von Heim, Herd, Eierkuchen und frisch gewischten Böden. Alles sauber, alles frisch, alles klar!

Ich mag ankommen gar nicht. Für mich ist ankommen gleichbedeutend mit Stillstand. Das ist es auch, was in vielen Beziehungen geschieht, egal ob staatlich zertifiziert oder unchristlich wild. Sie kommen an und das war’s. Jeder hat jetzt was er will und somit muss niemand mehr etwas tun. Flirten, verwöhnen, necken, herumalbern, viel über alles reden und knutschen entfällt wegen RTL II. Geld ist auf dem Konto, Wohnung ist sauber, Wäsche ist gebügelt, Leasingrate bezahlt – alles normal. Ist es normal? Ist es selbstverständlich? Kein Grund zur Dankbarkeit?

Wir vermasseln es, weil wir es als selbstverständlich ansehen. Alles was selbstverständlich ist, ist aber auch nichts wert, oder? Schließlich hat das jeder. Und für das was Sie geben und in die Beziehung einbringen, wollen Sie natürlich auch den entsprechenden Gegenwert zurück. Business as usual – es ist ein Deal, ein Geschäft, sonst nichts.

Da keiner sagt: „Danke, dass du die ganzen Hemden gebügelt hast“, sagt auch keiner: „Danke, dass du heute wieder 8 Stunden den Affen im Büro gemacht hast.“ Ist ja alles selbstverständlich.

Dankbarkeit erhält die Liebe. Wann waren Sie das letzte Mal dankbar für das, was Ihnen Ihr Partner gibt? Er gibt Ihnen nichts? Wirklich nichts?

Die Übung:

Egal wie schmerzhaft Ihre Trennung war, schreiben Sie auf, wofür Sie zu Beginn der Beziehung hätten dankbar sein können. Prüfen Sie dann, was davon gegen Ende der Beziehung noch übrig geblieben ist. Wofür hätten Sie bis zum Schluss noch dankbar sein können, wenn Sie nicht der Meinung gewesen wären, dass es eine Selbstverständlichkeit ist?

Schauen Sie jetzt einmal auf Ihre Liste und überlegen Sie, was Sie alles hätten erhalten können, wenn Ihre Dankbarkeit nie geendet hätte.

Ihr Partner hat Ihnen noch nie etwas gegeben? Das ist ein Scherz, oder? Wieso haben Sie Ihn dann ausgewählt?

 

Text von und herzlichen Dank an:

Thomas Pfitzer
Praxis für Leistungscoaching und Mentaltraining
Uhlandstr. 8
67069 Ludwigshafen
www.gapra.de

Photo: Vinoth Chandar