Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

 

Durch diesen Job weiß ich, wer ich bin. Er gibt mir das Selbstbewusstsein, den Hühnern zu erzählen, dass ich Kampfpilot bin.

– Barney Stinson, Anwalt (aus „How I Met Your Mother“)

Wenn Dich jemand fragt, wer Du bist, antwortest Du dann etwas wie:

„Ich bin eine leitende Marketingangestellte mit Personalverantwortung“

oder

„Ich bin ein Kampfpilot“?

Was würdest Du antworten … wenn Dir jemand dieselbe Frage stellt … Du aber inzwischen langzeitarbeitslos oder verrentet bist oder beruflich einen oder mehrere Gänge zurückgeschaltet hast?

Und wie würdest Du Dich dabei fühlen?

Nach dem, was ich aus eigener Erfahrung und aus Gesprächen weiß, fühlt sich das besonders am Anfang nicht gut an.

Wir identifizieren uns mit unseren Jobs, verschmelzen mit ihnen, machen unseren Wert davon abhängig, auf welcher Stufe der Karriereleiter wir gerade herumturnen. Ein Teil von mir antwortete damals stolzer „Ich bin Unternehmensberater“ (als ich noch als solcher arbeitete) als anschließend „Ich mache ein paar Sachen im Internet“ (nachdem ich den Job an den Nagel hing). Der Rest von mir war zwar davon überzeugt, dass es richtig und irgendwie auch cool ist, mein eigenes Ding zu machen, aber es blieb ein fades Gefühl: hatte ich es nicht gepackt in der Welt der Unternehmensberater? Bin ich nur geflüchtet? Hat’s mein Gegenüber mehr drauf als ich? Wer bin ich denn jetzt noch?

Vielleicht ist der Wunsch, klar und stolz mit Deinem Job antworten zu können, wenn jemand etwas über Dich wissen will, für Dich ein gewichtiger Grund, diesen Job zu behalten. Auch wenn Dein Herz schon seit langer Zeit schreit: „hau ab von dort, Du wolltest doch eigentlich schon immer Kunst machen / Menschen helfen / schreiben / reisen oder was auch immer“. Ich glaube, dieser Grund ist sehr weit verbreitet, und ich kann ihn, wie geschrieben, aus eigener Erfahrung sehr gut nachvollziehen. Doch so nachvollziehbar das auch sein mag – es steckt etwas Teuflisches darin, sich zu sehr mit dem eigenen Beruf oder der Position zu identifizieren.

Zum Einen, weil diese Identifikation uns von dem abhält, was wir wirklich wollen – unabhängig davon, was „die Leute dazu sagen“.

Zum Anderen, weil sie uns oberflächlich und angreifbar macht (der Job könnte morgen weg sein) und die Tiefe unserer eigenen Person und die Anderer vergessen lässt.

Also: Wer bist Du?

 

Photo: Dom Crossley