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Die meisten von uns, mich eingeschlossen, haben ein Lieblingsthema: sich selbst. Unsere Erfahrungen, unsere Gedanken. Obwohl ich mich nicht für den allergrößten Selbstdarsteller halte und es mich nicht auf die Bühne zieht, muss ich zugeben, dass es mich davon nicht freisprechen kann. Was habe ich nicht alles erlebt! Und was hab eich nicht für weltbewegende Ideen! Eigentlich ist’s ein Wunder, dass sich die Welt weiterdreht, wenn ich schlafe.

In Gesprächen, in denen ich es aber schaffe, diesem Impuls zu widerstehen und mich stattdessen auf mein Gegenüber zu konzentrieren, ist’s wie ein Dominostein, der kippt und den ganzen Rest des Gesprächs umwerfend macht.

Gespräche, in denen ich ein Prinzip für gute Gespräche berücksichtige: Der andere ist der Star.

Wenn der andere der Star ist, passiert was Erstaunliches.

Erstens werden wir en locker, müssen nicht performen, müssen nicht schon während der andere spricht drüber nachdenken, was wir Cleveres sagen. Es nimmt den Druck und lenkt die Aufmerksamkeit weg von unseren Selbstzweifeln. Denn wenn der Scheinwerfer nicht auf mich gerichtet ist, dann ist’s auch egal, ob ich die richtigen Worte finde, gerade komisch schaue oder dasitze, oder mir mein bauchfreies Hello-Kitty-Top zu weit nach oben gerutscht ist, das ich immer gern trage, seit der Tätowierer aus Versehen das Arschgeweih vorn auf meinen Bauch getackert hat.

Wir können uns wirklich auf den anderen konzentrieren, präsent sein, uns auf ihn einlassen und ihm vermitteln, dass wir wirklich an ihm interessiert sind.

Wir können uns mehr zurücknehmen, einfach mal ruhig sein.

Schon allein dadurch verdoppelt oder ach was, verquadruplisiert sich die Qualität unserer Gespräche.

In unserer Welt ist echtes Zuhören selten, eine Kunst, eine Wert, und die meisten Leute sind schlechte bis extrem schlechte Zuhörer  … irgendwo zwischen „hmm, ja, interessant … na ja, Du ich muss jetzt dir unbedingt was von mir erzählen!“ und „oh, tut mir leid, dass Dein Mann gestern gestorben ist … aber sag mal wie findest Du meinen neuen Pullover?“

Wann hast Du das letzte Mal das Gefühl gehabt, dass Dir jemand wirklich, wirklich zuhört, mit allem, was er hat?

Mir hilft dann manchmal der Gedanke: Was ich zu sagen habe, weiß ich schon alles, lernen kann ich nur beim Zuhören.

Ich habe schon oft über besonders charismatische Menschen gelesen, dass sie jedem das Gefühl geben können, dass man in dieser Sekunde für ihn der wichtigste Mensch im Universum ist. Man kann vermuten, dass da häufig Kalkül dahinterstand. Aber wenn wir’s nicht tun, um jemanden zu manipulieren, sondern einfach um eine gute Zeit haben, kann das schon extrem großartig sein.

Mehr zum Thema findest Du im myMONK-Podcast:

Photo (oben): Stock Photos von G-Stock Studio / Shutterstock