Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

die eine sache

 

Wird’s noch, Tim. Reiß Dich mal zusammen. Jetzt krieg endlich Deinen Arsch hoch. Und lern weiter diesen Mist aus dem BWL-Studium. Auswendig hab ich gesagt. Auch alle Matheformeln. Und dann gehst Du noch laufen. Und räumst die Wohnung auf. Messie, hier sieht’s aus wie Scheiße. Weil Du faule Sau einfach nichts im Griff hast.

So sahen Gespräche zwischen mir und mir oft aus.

Vielleicht erkennst Du Dich in ihnen wieder. So viele von uns wollen sich motivieren, indem sie sich selbst herabsetzen, bezichtigen, gängeln, quälen, „in den eigenen Hintern treten“ und bestrafen.

Dahinter: „Ich bin nicht gut genug. Ich habe es nicht verdient.“

Dazwischen: wenig Platz für Selbstakzeptanz und -liebe.

Danach: ein noch schlechteres Selbstbild, denn die Motivation a la Sklaventreiber trägt höchstens faule Früchte, zerlöchert von den miesen Maden der Selbstablehnung.

Diese eine Sache

Wann hast Du Dich das letzte Mal umarmt, warst Du das letzte Mal richtig zärtlich, wohlgesonnen, friedlich zu Dir?

Ist es nicht verrückt, wie liebevoll wir uns um andere kümmern, um unsere Familien, Freunde, Bekannten, um unsere Hunde und Katzen …

… aber kein bisschen oder viel zu wenig um uns selbst?

Nur weil wir glauben, dass wir nicht gut genug sind und diese Fürsorge, Wärme, Geborgenheit, Liebe nicht verdienen. Weil wir nicht perfekt sind. Weil wir wie alle Menschen Fehler machen.

„Man kann in ein Kind nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln“, hat Astrid Lindgren gesagt.

Das gilt auch für das Kind in uns, das unsere Aufmerksamkeit und Liebe so dringend braucht, nach all dem Prügel, den es einstecken musste.

Diese eine Sache, die Du heute unbedingt für Dich tun solltest, ist:

Nimm Dich in den Arm.

Akzeptiere Dich, wie Du bist. So gut es eben geht.

Sag Dir – oder noch besser: schreib auf:

„Ich akzeptiere und liebe mich, obwohl und gerade weil ich XY getan habe.“

„Ich akzeptiere und liebe mich, obwohl und gerade weil ich XY bin.“

„Ich nehme mich liebevoll in den Arm, so wie ich bin.“

Wie fühlt sich das an?

Du kannst dich auch wortwörtlich umarmen. Forscher haben fanden heraus, dass Selbstumarmung u.a. körperliche Schmerzen lindert.

(Wenn Du das in der Öffentlichkeit tust, solltest Du vielleicht keine Geräusche dabei machen. Und auf jeden Fall nicht nackt unterm Mantel sein. Sonst wirst du vielleicht gezwungen, dich ganz ganz lange in einer dieser weißen Jacken selbst zu umarmen.)

Und jetzt die große Preisfrage:

Liest Du diesen Text nur schnell und machst danach gleich weiter wie bisher … oder nimmst Du Dir eine Minute Zeit, Deine Gefühle ernst und Dich in den Arm?

 

Photo: Jonathan Kos-Read