Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Es folgt ein Gastbeitrag von Manuja Heinkel

Betrachten wir die 7 Hauptchakren in unserem Körper als Zentren für bestimmte Eigenschaften und Stadien des Seins, können sie sehr viel über uns und unsere Entwicklung sagen. Diese Betrachtungsweise liefert fundierte Erklärungen, die sehr ähnlich sind wie die Grundlagen der Psychologie es bis zu einem gewissen Grad tun. Anhand der Chakren ist zu erkennen, auf welcher Stufe sich der einzelne Mensch und auch das Mensch-Sein allgemein befindet sowie die potentielle Entwicklungsmöglichkeiten und zeigt uns das evolutionäre Ziel der Menschheit.

Der Mensch ist ein Wesen zwischen Himmel und Erde, zwischen dem Animalischen und Göttlichen. Als Leiter darin gesehen lassen sich die 7 Chakren sprossenähnlich von unten nach oben zuordnen sowie – zum besseren Verständnis – in 3 Aufgabenbereiche zusammenfassen.

Der erste Bereich – Die 3 untersten Chakren

Der 1. Bereich besteht aus den drei untersten Chakren. Sie stehen für die Grundbedürfnisse und den Daseinskampf und sind in allen Lebewesen aktiv. In diesem Bereich unterscheidet sich die Menschheit in der Basis nicht von den Tieren. Das unterste Chakra ist Muladhara, auch Wurzelchakra genannt. Es beinhaltet die grundsätzliche Überlebensfunktion, von der Nahrungsaufnahme bis zur Ausscheidung. Es befindet sich am Beckenboden. Auf den Menschen übertragen bedeutet dies so viel wie ein Auskommen und Dach über dem Kopf zu haben.

Ist dies sichergestellt, wird das zweite Chakra Swadhistana, auch Sexualchakra genannt, aktiviert. Um das Weiterbestehen zu sichern, folgt nun die Vermehrung. Das Chakra befindet sich auf Kreuz- und Schambeinhöhe. Ist beim Menschen das Grundbedürfnis nach Nahrung und Sicherheit gestillt, beginnt häufig das sexuelle Bedürfnis.

Danach folgt das dritte Chakra Manipura, auch Nabelchakra genannt. Hier entwickelt sich die Durchsetzungskraft gegenüber anderen, soziale Strukturen und Rangordnungen werden bestimmt. Hier wird über Macht und Ohnmacht entschieden. Im Tierreich ist dies das Überleben des stärkeren, beim Menschen einerseits die Haltung der Herrschaft als stärkste Spezies, zwischenmenschlich der soziale, wirtschaftliche und politische Status. Es ist auch der Sitz von Habgier, Missgunst und Angst vor anderen Menschen. Das Chakra befindet sich ab dem Bauchnabel aufwärts im Solar Plexus.

Doch wo beginnt der Mensch, Mensch zu sein und ist nicht nur im Verhalten vergleichbar mit dem eines Tieres? Der Unterschied hat sich bis dorthin trotz der überlegenen Intelligenz noch nicht vollzogen. Fressen, Sex und Macht machen den Menschen noch nicht menschlich sondern halten ihn primitiv, unreif, zerstörerisch und leidend. Das Geschichtsbuch der Menschheit ist voll davon.

„Wie man Sorgen, Stress und Selbstzweifel loslässt“

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Der 2. Bereich – Das Herzchakra

Der 2. Bereich besteht nur aus dem Anahata Chakra, auch Herzchakra genannt. Hier wird Liebe, Mitgefühl, Freundschaft, Verbundenheit, Sinnlichkeit und Lebensfreude erweckt. Das Herzchakra veredelt/transformiert mit seiner Aktivierung die drei darunter liegenden Chakren, verwandelt somit Essen in Genuss, sexuelle Lust zu einem sinnlichen und liebevollen bereichernden Akt der Verschmelzung bis hin zur Extase.

Auch die menschliche Macht wird nicht mehr missbraucht, Bereicherung und Habgier werden ersetzt durch Mitgefühl, und ein König wird vom Tyrannen zum Diener seines Volkes. Erst durch die Aktivierung des Herzchakras bekommt alles einen tieferen Sinn und die Lebensqualität steigt enorm an. Bei der gesamten Menschheit ist durch die momentan verlaufende Veränderungen die Herzensenergie am erwachen. Dies kann für uns eine Chance für das Ende von allem Leid, Kampf, Krieg, Armut, (Selbst)Zerstörung und Ungerechtigkeit zwischen den Menschen und somit auf dem ganzen Planeten bedeuten. Das Herzchakra ist so bedeutsam wie die drei unteren Chakren zusammen. Es befindet sich in der Mitte der Brust, auf Herzhöhe.

Jesus ist auf zahlreichen Abbildungen zu sehen, wie er uns sein Herz der Liebe zeigt. Die Buddhisten nennen es Mitgefühl und Güte. Erst wenn dieser Bereich im Menschen aktiviert ist und die unteren Ebenen mit seiner Kraft veredelt, wird das Animalische langsam überwunden. Nun kann möglicherweise das beginnen, was im Allgemeinen als das „Spirituelles Erwachen“ bezeichnet wird. Es gibt sehr liebevolle und herzliche Menschen, die gerecht, hilfsbereit und umweltbewusst sind und ihr tiefes Mitgefühl brachte viele sogar zu einer vegetarischen Lebensweise. Für einige Menschen ist hier die Entwicklung zum Stillstand gekommen, da sie glücklich sind und in Harmonie leben, was erfüllend ist. Sie halten die Liebesenergie des Herzens für das Höchste, sehen ihre hohe Menschlichkeit als spirituelles Ideal an.

Hiermit stellen sich aber noch nicht die mystische Fragen „was ist das Leben, was ist sterben, werden wir wiedergeboren, was ist Zeit, was ist Gott, was ist das Ziel des Daseins, was ist Realität“ usw., mit denen das spirituelle Erwachen nach der Herzensöffnung und dem Verbundenheitsgefühl erst wirklich beginnt. Zwar glauben viele hier schon an Gott oder wie sie es auch nennen mögen, aber der Glaube alleine ist noch kein spirituelles Erwachen, sondern nur ein Vorbote dessen.

Der 3. Bereich – Die 3 obersten Chakren

Der 3. Bereich besteht aus den letzten 3 Chakren. Nach dem Herzchakra ist dies das Vishuddhi, auch Kehlchakra genannt. Es steht für Äther und Raum, Zeitlosigkeit und Kausalität. Hier entsteht ein tiefes Verständnis vom Gesetz der Ursache und Wirkung. Unser Ego, also das „Ich“-Denken, welches uns voneinander und dem Universum trennt, zeigt hier erste Risse. Das Erwachen auf der unteren Stufe hat begonnen. Es wird still in der Welt. Neue außergewöhnliche Fähigkeiten entwickeln sich im Menschen, aber nicht weil man sie haben möchte, sondern man erhält sie ungefragt als Geschenk. Die Naturgesetze, welche uns an den unterliegenden Chakren binden, fangen langsam an, außer Kraft zu treten. Zeit wird zur Illusion, der physische Körper wird nur noch als austauschbare Hülle betrachtet, denn vorherige Leben werden wieder sichtbar. Alles im Universum wird als zusammenhängend empfunden, alles geschieht jetzt, räumlicher Abstand hört auf zu existieren.

Das Kehlchakra steht auch für Kommunikation. Wir treten nicht nur in Verbindung in den anderen sondern mit dem ganzen Universum. Wir fangen an, uns nur noch als Instrument von etwas höherem zu sehen, das auf uns spielt wie der Symbolische Gott Krishna auf seiner Flöte. Dieses Chakra befindet sich auf Kehlkopfhöhe.

Mitten auf der Stirn etwas über den Augenbrauen befindet sich Ajna, das so genannte Dritte-Auge-Chakra. Dort  ist der Sitz der Intuition – eines höheren Bewusstseins, dass außerhalb von uns existiert und durch uns fließt und wirkt. Wir sind nicht mehr der Handelnde. In diesem Chakra ist der eigene Wille gänzlich verschwunden, doch es besteht auch die Gefahr einer letzten Illusion indem der Mensch denkt „Ich bin Gott“.

Wir bekommen hier höhere Eigenschaften wie Hellsichtigkeit, eine Art Rundum-Röntgenblick und eine Zukunftsschau, die bis zu einer exakten Bestimmung unseres Todeszeitpunktes gehen kann. Gleichmütig und in tiefen Frieden betrachten wir alles, was ist und um uns herum geschieht. Die Illusion des Todes und der Welt ist überwunden. Wir sind erwacht aus unserem Traum und sind nur noch im kosmischen Film, aber noch nicht komplett befreit. Wir spüren eine tiefe Verbindung zum Göttlichen, der wahren Natur, die unberührt ist von allem äußeren und inneren Treiben.

Das oberste Chakra ist Sahasrara, das Kronenchakra. Nach oben hin ist alles offen und fühlt sich an wie ein Kanal. Es gibt keine Trennung mehr zwischen uns und der Göttlichkeit. Unser sehnlichster Wunsch – Befreiung – ist erfüllt worden. Wir haben uns aufgelöst im Kosmos. Das passiert auch bei unserem Tod. Der Körper ist nichts mehr als eine Hülle, ohne jegliche Bedeutung. Es existieren keine Gedanken mehr, nur reine kosmische allwissende Bewusstheit. Du bist nun eins mit Gott, es gibt keinen Unterschied mehr. Aber du denkst dies in diesem Zustand nicht mehr. Das ist die wahre Bedeutung, als Jesus sagte „Der Vater und Ich sind Eins“. So erfüllt sich die tiefe Wahrheit der fantastischen und oft so kryptisch verfassten Bibel.

In der Stille kommt das Wissen zu dir, welches dich über das „Ich bin“ hin zu Gott führt. Diese Wegbeschreibung steht ebenfalls exakt in der Bibel:„Sei Still … Und Wisse … Ich Bin … Gott“.

Es gibt nicht wenige Menschen mit besonderen Fähigkeiten. Die einen können die Chakren sehen, andere haben heilerische Fähigkeiten, einer kann Gedanken lesen, ein anderer hat einen Einblick in seine vorherigen Leben erhaschen können, jemand weiteres kann nach Belieben seinen Körper verlassen. Irgendwie haben Sie einen, wenn auch begrenzten Zugang in ein höheres Chakra und können hieraus diese Fähigkeit ziehen. Menschen mit solch einer (meist einzelnen) Fähigkeit haben es oft nicht allzu leicht in dieser Welt. Als Kinder werden sie missverstanden und als Erwachsene kommen sie vielleicht in den Irrglauben, sie seien weiter entwickelt als andere Menschen, obwohl sie nichts dafür getan haben und vielleicht auch nichts dafür tun wollen. So kommen sie in die Isolation und spüren ein Verlangen nach der ebenfalls isolierenden Gesellschaft mit ähnlich veranlagten Menschen.

Genau aus diesen Gründen wird von den spirituellen Meistern immer wieder darauf hingewiesen, diese Kräfte nicht aus egoistischem willentlichem Grund zu gebrauchen und sie am Besten zu ignorieren. Sie hindern eher am spirituellen Fortschritt durch die Praxis wie zum Beispiel Yoga und Pranayama, das alle Chakren in der richtigen Reihenfolge gleichmäßig zu transformieren vermag. Mit diesen Techniken werden immer nur diese Dinge im Menschen offenbart und aktiviert, für die wir bereit sind um mit ihnen umgehen zu können. Von den Meistern wird zwar immer wieder berichtet, dass sie ihre besonderen Fähigkeiten auch benutzen, aber sie sind sich dessen nicht einmal bewusst, da sie voll integriert und frei von jeglicher Selbstsucht sind.

P.S.: Siehe auch Die 17 Bewusstseins-Stufen (Wo stehst Du)?

 

Text von: Manuja Heinkel, www.manuja-yoga.de  – Herzlichen Dank für die Unterstützung!

Photo: Scott Leslie