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In den eigenen Garten gehen und Obst, Gemüse, Beeren und Kräuter ernten – wer träumt nicht davon? Doch so ein Selbstversorger-Garten benötigt eine genaue Planung und es kann viel falsch gemacht werden. Anbei eine Anleitung auf dem Weg zur reichen Ernte.

Der Gemüsegarten

Frische Sommersalate, knackige Möhren und sonnengereifte Tomaten – Ein Gemüsebeet liefert von Frühjahr bis Herbst köstliches und frisches Gemüse. Wer ein Gemüsebeet anlegen möchte, sollte dies vorab gut planen. Mit dieser Anleitung wird das Projekt Gemüsebeet zum Kinderspiel.

Vor dem Anlegen eines Gemüsebeets sollte ein Plan erstellt werden:

  • Ein Platz für das Gemüsebeet muss im Garten ausgewählt werden. Am besten eignet sich eine sonnige Stelle. Die Sonne sollte täglich mindestens fünf bis sechs Stunden auf das Beet scheinen. So wächst das Gemüse am besten. Auch Sträucher, Bäume oder Mauern sollten keinen Schatten auf das Gemüsebeet werfen.
  • Die einzelnen Beete sollten eine Größe von 1,30 m nicht überschreiten. So kann von beiden Seiten aus die Beetmitte leicht erreicht werden, zum Beispiel zum Gießen oder zum Unkrautjäten.
  • Das anzupflanzende Gemüse muss je nach Bedarf ausgewählt werden. Hierbei ist ein Gemüseplaner sehr hilfreich. Er zeigt an, wann die jeweiligen Gemüsesorten ausgesät und geerntet werden. Außerdem zeigt er an, welche Gemüsesorten gut nebeneinander wachsen. Wächst das eine Gemüse bereits im Frühjahr und wird auch früh geerntet, kann das Beet anschließend noch für Spätsommergemüse genutzt werden. Rettich beispielsweise wird bereits im März ausgesät und kann im Mai geerntet werden. Tomaten werden im Mai gepflanzt und können deshalb das Beet, auf dem der Rettich gewachsen ist, übernehmen. Ebenfalls besonders früh ausgesät, werden Radieschen und Spinat, während Salat und Paprika erst später gepflanzt werden. Es gibt außerdem auch typisches Wintergemüse wie Kohl und Steckrüben.
  • Beim Aussäen sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanzen später genug Platz haben. Weitere Informationen zu den einzelnen Sorten finden sich auf den Saatgutpackungen.
  • Ebenfalls entscheidend für das Gelingen des Projektes Gemüsebeet ist der richtige Boden. Dieser sollte lockerer humoser Boden sein, der bei Bedarf mit etwas leimigem und sandigem Boden aufgewertet wird. Die Sandschicht speichert das Wasser besonders gut.
  • Für Garten-Neulinge ist es am einfachsten kleine vorgezüchtete Pflänzchen aus der Gärtnerei zu kaufen. Dies gilt vor allem für Tomaten und Salate.
  • Wer Saatgut ausstreut, sollte möglichst die gesamten Samen verbrauchen, weil die Keimfähigkeit bei längerer Lagerung nachlässt. Saatgut sollte deshalb nur im Fachhandel gekauft werden.
  • Ein Kulturvlies, das nachts über die Beete gelegt wird, beschleunigt das Wachstum, da es die Temperatur des Beets um rund fünf Grad erhöht. Es schützt außerdem zuverlässig vor Bodenfrost.

Der Kräutergarten

Ob nun zum Kochen, aufs Brot oder als Tee bei Erkältungen – Es ist immer praktisch einen kleinen Kräutergarten zu haben. Doch worauf muss beim Anlegen eines Kräutergartens geachtet werden?

  • Die anzupflanzenden Kräuter sollen nach den persönlichen Vorlieben ausgewählt werden. Wer keine Petersilie mag, braucht auch keine anzupflanzen. Wer gerne italienische Gerichte kocht, sollte Basilikum im Garten haben. Zu den Klassikern im Kräutergarten zählen: Schnittlauch, Kresse, Basilikum, Oregano, Salbei, Petersilie, Dill, Minze, Rosmarin und Thymian.
  • Der optimale Zeitpunkt, um die Kräuter auszusäen, ist von Pflanze zu Pflanze verschieden. Dabei wird grob zwischen einjährigen und mehrjährigen Pflanzen unterschieden. Einjährige Pflanzen, wie Dill, Basilikum oder Kresse werden Mitte Mai ausgesät. Mehrjährige Pflanzen, wie Petersilie, Rosmarin oder Schnittlauch werden im September ausgesät oder im Frühjahr als Staudenpflanzen angepflanzt.
  • Wie der Kräutergarten gestaltet werden soll, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Kräuter brauchen in der Regel nicht viel Platz und wachsen auch hervorragend in einer Kräuterspirale oder in einzelnen Tontopfen.
  • Die meisten Kräutersorten, vor allem mediterrane Kräuter wie Rosmarin oder Salbei, brauchen viel Sonne, wohingegen Basilikum es lieber schattig mag.
  • Staunässe mag kein Kraut, also sollte die Erde immer gut aufgelockert sein. Wer Kräuter in Töpfe pflanzt, sollte vorher etwas Kies oder Granulat in den Topf füllen.
  • Die meisten Kräuter mögen einen humushaltigen Boden. Für die Aufzucht von Thymian und Rosmarin sollte dem Boden etwas Sand hinzugefügt werden.
  • Minze steht am besten immer allein, da sie dazu neigt, ihre Nachbarkräuter einfach zu überwuchern.

Die Obstbäume

Das Obst vom eigenen Baum schmeckt einfach am besten. Wer in diesen Genuss kommen will, sollte seine Obstbäume im Herbst anpflanzen. Die meisten Sorten werden im Oktober oder November angepflanzt, dabei gibt es allerdings einiges zu beachten:

  • Wer einen Baum kauft, sollte darauf achten, dass dessen Stamm gerade ist und die Krone des Baums einen kräftigen Mitteltrieb sowie drei bis vier kräftige Seitentriebe besitzt. Das Verhältnis zwischen kräftigen und feinen Strängen der Wurzeln sollte harmonisch sein. Weiterhin dürfen die Verdickungen am unteren Ende des Stammes keine Verletzungen aufweisen.
  • Der Baum sollte nach dem Kauf möglichst schnell eingepflanzt werden, sonst besteht die Gefahr, dass er austrocknet.
  • Ein ausgewachsener Baum genötigt sehr viel Platz. Also muss auch der junge kleine Baum schon mit ausreichendem Abstand zu anderen Bäumen, zum Haus oder der Mauer gepflanzt werden, damit er sich später optimal entwickeln kann.
  • Vor dem Einpflanzen muss ein Loch ausgehoben werden, dass doppelt so groß ist, wie das Wurzelwerk des Baumes. Die Wurzeln werden ein kleines Stück zurück geschnitten und der Baum wird im Loch platziert. Daneben wird ein Stützpfahl befestigt, der dem Baum Halt gibt und im Idealfall bis unter die Krone reicht.
  • Die ausgehobene Erde wird mit Kompost oder Substrat vermengt und das Loch wieder zugeschüttet. Um sicherzustellen, dass die Erde sich gleichmäßig zwischen den Wurzeln verteilt, sollte der Baum etwas hin und herbewegt werden. Anschließend wird der Boden vorsichtig festgetreten.
  • Der Baum wird direkt kräftig gegossen, dass ist besonders wichtig, da der Baum erst nach und nach lange Wurzeln ausbildet, die Wasser in einem größeren Radius aufnehmen können.

Die Sträucher

Beeren sind nicht nur lecker, sondern auch gesund und können ganz unterschiedlich verarbeitet werden. Entweder werden sie frisch vom Strauch gegessen, es wird Marmelade aus ihnen gemacht oder sie landen auf dem Kuchen. Wer mehrere Sträucher im Garten hat, wird sich vor lauter Beeren bald nicht mehr retten können. Besonders praktisch ist es deshalb, die Beeren einzufrieren, beispielsweise in einem geräumigen Gefrierschrank von Quelle. So können sie das ganze Jahr über verwendet werden. Wer ernten will, muss aber erstmal anpflanzen. Dafür sollten folgende Tipps beachtet werden:

  • Beerensträucher werden, genau wie die Obstbäume, am besten im Herbst angepflanzt. Beerensträucher bevorzugen sonnige Plätze. Zwar gedeihen sie auch im Schatten recht gut, die Früchte schmecken allerdings viel süßer, wenn sie täglich mehrere Stunden Sonnenlicht tanken können.
  • Vor dem Einpflanzen sollte der Boden aufgelockert und mit Kompost vermischt werden. Der Strauch wird dann in ein Pflanzloch gesetzt, das vorher mit dem Spaten ausgehoben wurde. Beschädigte Wurzelbereiche sind vorher zu entfernen.
  • Das Loch wird nach dem Einpflanzen wieder mit Erde gefüllt und vorsichtig festgetreten.
  • Jeder Strauch benötigt einen Platz von ein bis zwei Quadratmetern, da sie mitunter recht groß und vor allem breit werden können. Nach dem Einpflanzen müssen sie stets gut gewässert werden.
  • Die Sträucher sollten direkt nach dem Einpflanzen etwas beschnitten werden. Anfangs bleiben im Idealfall sechs kräftige Triebe erhalten.
  • Das Unkraut um den Strauch herum sollten Gärtner regelmäßig auszupfen. Auch eine Düngung mit stickstoffhaltigem Volldünger empfiehlt sich.

Photo: net_efekt