Carl Gustav Jung (1875-1961, Schweiz) ist der Vater der analytischen Psychotherapie. Er ist auch heute noch weltweit anerkannt, von Wissenschaftlern wie von Spirituellen. So war er etwa der Erste, der die Introversion und Extraversion gefunden und beschrieben hat. Beeinflusst hat er neben der Psychologie auch die Theologie, Literatur und Kunst.

Wenn man ein esoterisches Buch schreiben will und es nach etwas klingen soll, zitiert man Jung besonders gern. Weil er Phänomene erforscht hat, die über den Einzelnen und seine schlimme Kindheit und oder ihren Penis-Neid hinausgehen. Die Synchronizität zum Beispiel, dieses gleichzeitige Auftreten von Ereignissen, die nicht kausal miteinander zusammenhängen und dennoch verbunden zu sein scheinen. Zum Beispiel: Wir denken fest an einen guten Freund und plötzlich ruft er an.

Was ich an Jung mag, ist, dass er der Wissenschaft und dem Unerklärlichen Raum gibt, nichts davon verteufelt.

Hier 23 Zitate von C.G. Jung über den eigenen Weg, das Leben, Gott, Geheimnisse und Liebe.

1. Wenn man eigene unbewusste Tendenzen den anderen „ansieht“, nennt man das eine Projektion.

2. Alles was uns an anderen missfällt, kann uns zu besserer Selbsterkenntnis führen.

3. Wer zugleich seinen Schatten und sein Licht wahrnimmt, sieht sich von zwei Seiten, und damit kommt er in die Mitte.

4. Nicht wir haben Geheimnisse, die wirklichen Geheimnisse haben uns.

5. Was man nicht annimmt, kann man nicht ändern.

6. Kindisch ist nicht nur, wer zu lange Kind bleibt, sondern auch, wer sich von der Kindheit trennt und meint, dass das, was er nicht sieht, nicht mehr existiere.

7. Persönliches Wachstum heißt: mehr Bewusstheit,  mehr Verhaltens-Optionen, mehr Ich-Stärke, mehr Durchlässigkeit.

8. Der Mensch trägt immer seine ganze Geschichte und die Geschichte der Menschheit mit sich.

9. Man kann die Wunden anderer nur heilen, wenn man selbst welche hat.

10. Die einzigen Menschen, denen ich nicht helfen konnte, waren diejenigen, die an keine höhere Macht außerhalb ihrer selbst glauben.

11. Ich will lieber ganz sein als gut!

12. Die Empfindung stellt fest, was tatsächlich vorhanden ist. Das Denken ermöglicht uns zu erkennen, was das Vorhandene bedeute. Das Gefühl, was es wert ist. Und die Intuition schließlich weist auf die Möglichkeiten des Woher und Wohin, die im gegenwärtig Vorhandenen liegen.

13. Auch das glücklichste Leben ist nicht ohne ein gewisses Maß an Dunkelheit denkbar. Glück würde seine Bedeutung verlieren, hätte es nicht seinen Widerpart in der Traurigkeit.

14. Mein Weg ist nicht euer Weg, also kann ich euch nicht lehren. Der Weg ist in uns, nicht in Göttern, Lehren oder Gesetzen.

15. Das einzig lebenswerte Abenteuer kann für den modernen Menschen nur noch innen zu finden sein.

16. Ich möchte niemand anderem einen Weg vorzeichnen, denn ich weiß, daß mir der Weg von einer Hand vorgeschrieben wurde, die weit über mich hinausreicht.

17. Das Kausalprinzip sagt aus, dass die Verbindung von Ursache und Wirkung eine notwendige sei. Das Synchronizitätsprinzip sagt aus, daß Dinge durch Gleichzeitigkeit und durch den Sinn verbunden sind.

18. Durch das wissenschaftliche Verständnis ist unsere Welt entmenschlicht worden. Der Mensch steht isoliert im Kosmos da. Er ist nicht mehr in die Natur verwoben und hat seine emotionale Anteilnahme an Naturereignissen eingebüßt, die bis dahin eine wichtige symbolische Bedeutung für ihn hatten.

19. Fanatismus findet sich nur bei solchen, die einen inneren Zweifel zu übertönen versuchen.

20. Die Paradoxie gehört sonderbarerweise zum höchsten geistigen Gut; die schwarz-weiße Eindeutigkeit ist ein Zeichen der Schwäche.

21. Wenn ein verkehrter Mann die rechten Mittel gebraucht, so wirkt das rechte Mittel verkehrt.

22. Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.

23. Wo die Liebe herrscht, da gibt es keinen Machtwillen.

Mehr unter 20 Zitate vom Dalai Lama, die das Leben leichter machen und unter Wie man seine geheimsten Muster, Ängste und Fantasien aufdeckt (ohne Therapie).

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