AKTUELL: myMONK sucht Werkstudenten +++ Kennst Du schon den neuen Podcast? Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Der Kreislauf des Glücks, oder was Authentizität – Sterben – und die inneren Werte miteinander zu tun haben.

Zugegeben. Das ist ein verwirrender Titel, denn der Zusammenhang zwischen diesen drei Begriffen erschließt sich nicht sofort, aber er ist vorhanden – und, was noch viel wichtiger ist – der Zusammenhang ist entscheidend für unser persönliches Glück. Oder anders ausgedrückt – für ein glückliches und erfülltes Leben.

Beginnen wir damit, den Begriff Authentizität genauer zu betrachten.

Authentizität in Bezug auf Personen bedeutet, dass das Handeln durch die Person selbst bestimmt wird und nicht durch äußere Einflüsse manipuliert wird. Gruppenzwänge und starke Einflüsse durch die Familie, wären solche Manipulationen.

Die Sozialpsychologen Michael Kernis und Brian Goldman unterscheiden vier Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit man sich selbst als authentisch erlebt:

Bewusstsein
Ein authentischer Mensch kennt seine Stärken und Schwächen ebenso wie seine Gefühle und Motive für bestimmte Verhaltensweisen. Erst durch diese Selbstreflexion ist er in der Lage, sein Handeln bewusst zu erleben und zu beeinflussen.

Ehrlichkeit
Hierzu gehört, der realen Umgebung ins Auge zu blicken und auch unangenehme Rückmeldungen zu akzeptieren.

Konsequenz
Ein authentischer Mensch handelt nach seinen Werten. Das gilt für die gesetzten Prioritäten und auch für den Fall, dass er sich dadurch Nachteile einhandelt. Kaum etwas wirkt verlogener und unechter als ein Opportunist.

Aufrichtigkeit
Authentizität beinhaltet die Bereitschaft, seine negativen Seiten nicht zu verleugnen.

Eine als authentisch bezeichnete Person wirkt besonders „echt“. Sie vermittelt ein Bild von sich, das vom Betrachter als real, urwüchsig, unverbogen und ungekünstelt wahrgenommen wird.

Was hat das jetzt mit „sterben“ zu tun? Auch hier müssen wir etwas ausholen und uns ein interessantes Untersuchungsergebnis genauer anschauen.

Die australische Krankenschwester Bronnie Ware betreute jahrelang todkranke Menschen auf der Palliativstation eines britischen Krankenhauses. Bei der Palliativmedizin geht es nicht mehr darum, Menschen zu heilen, denn dafür ist ihre Krankheit zu schwer. Es geht vielmehr darum, ihnen einen möglichst angenehmen Tod zu ermöglichen.

Ihre Erfahrungen hat Ware in einem Buch festgehalten. Der Titel des Buches lautet frei übersetzt so viel wie „Die fünf Dinge, die Todkranke am häufigsten bereuen“.

„Wenn man die Patienten fragte, ob sie irgendetwas bereuten oder lieber anders gemacht hätten“, sagt Ware, „dann nannten sie immer und immer wieder dieselben Dinge.“

Hier die fünf meist genannten Aussagen:

1. „Ich hätte gerne den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben – und mich nicht von den Erwartungen anderer leiten lassen.“

Ware: „Diese Aussage hörte ich am häufigsten. Wer realisiert, dass sein Leben bald vorbei ist und nüchtern zurückblickt, der merkt erst, wie viele Träume unerfüllt geblieben sind. Die meisten Menschen hatten sich nicht mal die Hälfte all ihrer Träume erfüllt – und jetzt mussten sie sterben, im Bewusstsein, dass es an Entscheidungen lag, die sie getroffen oder gescheut hatten. Wer gesund ist, genießt gleichzeitig eine enorme Freiheit. Leider merken die meisten Menschen das erst, wenn die Gesundheit weg ist.“

2. „Ich hätte nicht so hart arbeiten dürfen.“

Ware: „Das sagte jeder meiner männlichen Patienten. Durch ihre Arbeit hatten sie die Jugend ihrer Kinder verpasst und die Gesellschaft ihres Partners – und nun bereuten sie, der Tretmühle des Berufslebens so viel Lebenszeit gewidmet zu haben.“

3. „Ich hätte den Mut haben sollen, meine Gefühle auszudrücken.“

Ware: „Viele Patienten unterdrückten ihre Gefühle, um es sich mit ihren Mitmenschen nicht zu verscherzen. Deshalb entschieden sie sich dazu, ein mittelmäßiges Leben zu führen – und wurden nie zu dem, was sie hätten sein können. Viele wurden dadurch so verbittert, dass sie krank wurden.“

4. „Ich hätte mit meinen Freunden in Kontakt bleiben sollen.“

Ware: „Erst auf dem Sterbebett erinnerten sie sich an den Wert alter Freundschaften – und dann waren diese Freunde häufig nicht mehr zu erreichen. Viele waren so beschäftigt mit ihrem eigenen Leben, dass sie alte Freunde im Laufe der Jahre aus den Augen verloren hatten – und das tat ihnen jetzt unendlich leid. Wer im Sterben liegt, vermisst seine Freunde.“

5. „Ich hätte mir mehr Glück und Zufriedenheit gönnen sollen.“

Ware: „Dass Glück und Zufriedenheit eine Entscheidung sind, bemerkten sie erst in ihren letzten Wochen. Viele hatten ihre festen Angewohnheiten und Eigenschaften. Die vermeintlich gewohnte und bequeme Umgebung hatte sich auf ihren Körper und ihre Seele ausgewirkt. Dabei hatten sie schlicht und einfach Angst vor Veränderung. Deshalb gaukelten sie sich und anderen vor, glücklich und zufrieden zu sein – obwohl sie in Wahrheit gerne mal wieder gelacht hätten und gerne albern gewesen wären.“

Wenn man sich jetzt anschaut, was Menschen bereuen, so hat das viel mit nicht verwirklichter, nicht gelebter Authentizität zu tun. Das eigene Leben zu leben, Entscheidungen zu treffen – frei von Manipulation durch andere Menschen, Medien und Werbung; Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken, sie auszuleben und dadurch zufriedener und glücklicher zu leben – das ist Authentizität.

Wie erreicht man das? Unser Verhalten und Denken ist doch schon immer stark beeinflusst durch Erziehung, Schule, Freundeskreis, Job, Werbung und vieles mehr. Sich davon zu lösen und eigenständig und unbeeinflusst zu handeln, setzt die Kenntnis der „inneren Werte“ voraus.

Wer sein Leben und seine Ziele nach seinen inneren Werten ausrichtet, wird ein glückliches und erfülltes Leben führen. Ihm bleiben die 5 Aussagen aus Wares Buch erspart.

Es gibt mehrere Methoden um die persönlichen inneren Werte eines Menschen zu ermitteln. Die meisten Techniken sind meditative Übungen oder Frage-Antwort-Techniken, die man nur unter Anleitung machen kann. Das beste Resultat erzielt man durch die Kombination mehrerer Übungen und den Vergleich der einzelnen Ergebnisse. Die gefundenen Werte müssen dann nach Wichtigkeit sortiert werden. Man erkennt schnell, dass einzelne Werte in anderen enthalten sind und somit aus der Liste gestrichen werden können. Die intensive Beschäftigung mit den Werten und ihrer Hierarchie kann uns nach einigen Tagen zur Erkenntnis über unseren Lebenssinn führen. Zumindest werden wir einige wichtige Ziele erkennen.

Der Einfluss innerer Werte auf die Zielerreichung ist groß, da die Einhaltung dieser Werte für unser Unterbewusstsein wichtiger ist als die Erreichung eines Ziels. Deckt ein Ziel nicht unsere Werte ab, blockiert das Unterbewusstsein die Zielerreichung oder das Ziel wird zwar erreicht, aber wir sind nicht glücklich, da wir uns gegen unsere eigenen Werte entschieden haben.

Einige Beispiele für Werte sind:

Abenteuer, Aktivität, Ansehen, Begeisterung, Bewegung, Dienen, Ehre, Ehrlichkeit, Einfachheit, Einzigartigkeit, Erfolg, Erfüllung, Erkenntnis, Erotik, Familie, Fähigkeit, Freiheit, Freude, Freundschaft, Frieden, Gemeinschaft, Gerechtigkeit, Gesundheit, Glück, Harmonie, Herausforderung, Humor, Individualität, Kreativität, Lehren, Leistung, Lernen, Liebe, Macht, Mut, Ordnung, Rache, Ruhe, Ruhm, Schönheit, Selbständigkeit, Sicherheit, Spaß, Spiritualität, Status, Toleranz, Unabhängigkeit, Veränderung, Verantwortung, Wahrheit, Weisheit, Weiterentwicklung, Weltverbesserung, Wissen, Würde und einige mehr.

Über Werte kann man nicht diskutieren, denn ein Wort hat für jeden Menschen eine sehr individuelle Bedeutung. Nehmen wir als Beispiel das Wort Freiheit. Wer seit 20 Jahren unglücklich verheiratet ist, wird Freiheit anders definieren, als ein Mensch der finanzielle Schwierigkeiten hat oder sich seit geraumer Zeit im Strafvollzug befindet.

Jeder Mensch hat ein individuelles Motivationsprofil, durch das er sich von anderen unterscheidet. Wenn sie sich stets bewusst sind, welche Motivatoren, sprich Werte, ihnen am wichtigsten sind und sie sich auf diese konzentrieren, werden sie am ehesten das Glück erfahren, das ihrem Leben Sinn gibt.

Glück bedeutet aber gleichzeitig auch Leistungsfähigkeit, denn die Gehirnforschung hat festgestellt, dass der Ausstoß von Glückshormonen im Gehirn die Lern- und Leistungsfähigkeit steigert. Deshalb sind die Menschen besonders gut in dem was sie tun, die Tätigkeiten ausüben, die sie glücklich machen. Es ist ein Kreislauf. Glück fördert Leistung und Leistung steigert das Glücksgefühl.

Text von und herzlichen Dank an:

Thomas Pfitzer
Praxis für Leistungscoaching und Mentaltraining
Uhlandstr. 8
67069 Ludwigshafen
www.gapra.de

Photo: Lali Masriera