Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Ich freu‘ mich sehr, euch heute Ralf vorstellen zu können – bzw. ihn selbst das Wort ergreifen zu lassen. Ralf schuftete sich in seinem Job krank und arbeitsunfähig … doch die Krise entpuppte sich als seine Chance, öffnete ihm die Augen. Er nahm seinen Mut zusammen und machte sich selbstständig, als Autor und Betreiber der Seite spirituell-auf-deine-weise.de.

Was er auf seinem Weg gelernt hat und welche Tipps er jenen gibt, die auch von der Selbstständigkeit träumen:

Ralf Hillmann von „Spirituell auf deine Weise“ stellt sich vor

Viele Jahre arbeite ich als Angestellter. Ich war stets fleißig und darauf geeicht, ein – aus Arbeitgebersicht – guter Mitarbeiter zu sein. Überstunden unbezahlt zu leisten, war für mich zur selbstverständlichen Gewohnheit geworden. Die Gründe warum man sich solche und ähnliche Ungerechtigkeiten gefallen lässt, sind wahrscheinlich jedem selbst bekannt.

Mit 44 Jahren bekam ich dann die Quittung dafür, dass ich über viele Jahre hinweg bis an die Grenzen meiner Belastbarkeit gegangen war. Ich brach gesundheitlich zusammen. Nichts ging mehr. Und genau das erwies sich als meine Chance. So ganz ohne physische und psychische Kraft am Nullpunkt angekommen zu sein, ermöglichte mir, die Prioritäten meines Lebens neu zu definieren.  Als wäre ich nicht mehr ich selbst, war ich – wie durch Zauberhand – endlich dazu fähig, mich für mich und meine Bedürfnisse zu interessieren.  Ja, es war als hätte ich Einsicht in den Seelenplan meines Lebens bekommen und das Vertrauen in mich und meinen Weg war wie von selbst – auf einmal – da.

Wie aus dem Nichts tauchten in der Phase meiner Genesung vielerlei wundersame Ideen in meinem Kopf auf und eines Tages hatte ich die – für mich „wahnwitzig scheinende“ – Idee ein Buch zu schreiben. Ein Buch, das anderen Menschen dabei helfen sollte, zu sich selbst zu finden und über sich hinauszuwachsen. Genauso, wie ich es gerade tat und immer noch tue.

Ich hatte Gärtner und Bürokaumann gelernt und im Grunde auch nur in diesen Berufen gearbeitet. Alle lachten nur, wenn ich von meiner Idee erzählte. Doch für mich war der Weg klar. Ich traute mir zu, das zu schaffen. Nein, es war sogar eher so, als wüsste ich schon vorab, dass alles gut gehen würde. Ich hatte keine Ahnung vom Schreiben, aber das konnte mich nicht abhalten, das zu tun, was ich als richtig erkannt hatte.

Ein Jahr später – Ende 2010 – wagte ich mit meinem Buch „Spirituell auf deine Weise“ bereits den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit. 9 Monate wurde ich von der Agentur für Arbeit finanziell mit einem so genannten „Existenzgründungszuschuss“ unterstützt. In diesen neun Monaten arbeite ich sehr viel. Ja, ich arbeitete vielleicht sogar mehr, als ich in den Jahren zuvor gearbeitet hatte. Aber es war MEINE Arbeit. Ich tat es für mich.

Ich verdiente anfangs kaum Geld, aber ich wusste, dass sich meine Arbeit erst nach einer gewissen Zeit bezahlt machen würde. Nun ging es erst einmal darum das Buch bekannt zu machen. Kein leichtes Unterfangen, denn Werbeanzeigen kosteten viel Geld und davon hatte ich nicht viel. Also mussten andere Lösungen gefunden werden.

Die Dinge fügten sich. Immer wenn ich wieder an einem Punkt angekommen war, an dem ich mit meinem Latein am Ende war, tauchte wieder eine Person von irgendwo her auf, die mir weiterhelfen konnte. Im Grunde lief – mit einigen kleineren Unterbrechungen – alles wie am Schnürchen.

So kam es, dass ich mir unter Anleitung bei Facebook, Twitter, YouTube und diversen anderen Social-Media-Plattformen jeweils einen Account einrichtete und anfing, einen BLOG zu schreiben. Ich hatte zuvor keine Ahnung von alldem und nie damit gerechnet, dass ich mich irgendwann einmal so gut mit Webseiten und Social-Media auskennen würde. Mein BLOG wird mittlerweile täglich von bis zu 500 Personen besucht und transportiert mich und meine Bücher zu den Menschen.

Ende 2012 habe ich mein zweites Buch „Persönliche Krafttierreisen“ herausgegen und bin mit meinem Erfolg bereits jetzt schon mehr als zufrieden. Mein drittes Buch ist in Arbeit und mein viertes und fünftes in Planung. Nebenbei bin ich gerade damit beschäftigt mein Beratungsprogramm zu konzipieren, mit dem ich Ende dieses Jahres als Psychologischer Berater an den Start gehen werde.

Ich möchte mit meinem Beispiel und meinen Büchern anderen Menschen Mut machen, sich auf Ihre Träume, Sehnsüchte und Wünsche einzulassen und einen eigenen selbstbestimmten Weg zu gehen.

Nachfolgend möchte ich noch ein paar Gedanken zum Thema Existenzgründung für interessierte Leser bereithalten:

Die berufliche Selbstständigkeit ist eine Chance

Ich habe festgestellt, dass viele Menschen davon träumen, keinen nervigen Chef mehr sehen zu müssen; selbst über ihre Arbeit entscheiden zu können; sich frei von Zwängen zu fühlen; sich die Zeit selbst einteilen zu können usw. Ja, so ein kleiner schnuckeliger Laden, ein kleines gemütliches Café oder auch viele andere Ideen sind – als mehr oder weniger ferne Wunschträume – tatsächlich bei sehr vielen Menschen vorhanden. Jedoch über die Möglichkeit sich beruflich selbstständig zu machen, denken nur die wenigsten wirklich ernsthaft nach. Ich kann das gut verstehen, denn mir ging es vor nicht allzu langer Zeit ganz genauso.

Ein neues Denken, Erleben und Lebensgefühl stellt sich ein

Vor einigen Jahren war ich noch sehr von einem Denken bestimmt, dass mich dazu ermahnte an meine Rente zu denken; mich abgesichert zu sehen im Falle von Krankheit usw. Bloß nichts riskieren. Nein, wenn ich abhängig beschäftigt einer Arbeit nachgehe, kann mir im Grunde nichts passieren. Das Schlimmste was passieren kann ist, arbeitslos zu werden. Und so schlimm wie das auch wäre, ich würde trotzdem nicht ohne monatliches Einkommen dastehen. Ich könnte ja auch irgendwann einmal längere Zeit krank sein; könnte einen schlimmen Unfall haben. Dinge die einem passieren können, gibt es letztlich unendlich viele.

Heute fühle ich mich frei von diesen Ängsten. Ja, es kann vieles passieren. Die Chancen dass nichts wirklich Schlimmes passiert, stehen aber auch nicht schlecht. Außerdem erlebe ich mein Leben mit einem komplett neuen Lebensgefühl. Ich arbeite gerne und viel, aber ich habe die größtmögliche Freiheit, mir meine Arbeit so einteilen zu können, wie ich möchte.

Die Chancen der beruflichen Selbstständigkeit erkennen

Heute sehe ich die Chancen, die mir meine Selbstständigkeit bietet und in manchen Bereichen stellte sich heraus, dass meine Aussichten auf gewisse Sicherheiten nun viel größer sind, als zuvor.

Z.B. wie hätte ich mir eigentlich mit meinen durchschnittlich bezahlten Jobs tatsächlich eine Rente erwerben können, die mich im Alter einmal ernährt? Selbst wenn ich den Betrag, der mir einmal zustehen wird, heute schon bekäme, würde dieser zum Leben nicht reichen. Wie soll er dann erst reichen, wenn ich mit 67 in Rente ginge? Bis dahin haben sich die Lebenshaltungskosten sicher mindestens verdoppelt. Ich glaube über die Gefahr, die meiner Generation im Alter droht, sind sich viele Menschen gar nicht bewusst. Heute sehe ich das so, dass man sich es im Grunde gar nicht leisten kann, angestellt arbeiten zu gehen. Jedenfalls nicht, wenn man nur wenig oder durchschnittlich verdient. Denn da kommt am Ende keine tragfähige Rente bei heraus.

Heute verkaufe ich meine Bücher und viele weitere Produkte werden im Laufe der Jahre noch dazukommen. Die Bücher und Waren verkaufen sich auch ohne mich. Kürzlich war ich einige Wochen krank. Ich musste mich wirklich einige Wochen schonen und konnte nur das Nötigste machen. Das bedeutet für mich keinen Umsatzverlust. Die Bestellungen treffen weiterhin bei mir ein und eine Rechnung schreiben und per Mail verschicken, dass kriege ich sogar vom Krankenbett aus hin. Wenn ich mein Geschäft weiterhin so erfolgreich aufbauen kann, sehe ich auch keine Gefahr für mein Auskommen im Alter. Die Bücher und Waren gibt es ja und die können auch noch verkauft werden, wenn ich mal nicht mehr selbst mitwirken möchte oder kann.

Man braucht die richtige Idee

Nun will ich auch nicht den Anschein erwecken, als brauche man sich nur selbstständig machen und damit würde alles gut. Nein, ich kenne auch viele Selbstständige, denen es nicht gut geht. Sie verdienen zum Teil viel zu wenig Geld, als dass sie sich davon eine vernünftige Altersvorsorge schaffen können. Es darf also nicht nur darum gehen, den nervigen Chef loszuwerden, sondern man muss auch die für sich richtige und vor allem zukunftsfähige Idee haben. Man muss heute schon das Geld für morgen verdienen können und am besten im Laufe der Jahre etwas aufbauen, was einem im Alter, weiter finanziert. Was nützt es einem Selbstständigen, wenn er sich mit Dumpingpreisen am Markt präsentiert? Er kann sich vielleicht wenn es gut läuft heute davon recht gut ernähren, aber für eine vernünftige Vorsorge reicht es eher selten. Die Folgen sind fatal.

Mein Tipp

Spinnen Sie einfach mal drauf los! Mit welcher Idee würden Sie sich vorstellen können, sich selbstständig zu machen? Sammeln Sie ein paar Ideen. Spinnen Sie die Gedanken weiter und beobachten Sie über einen gewissen Zeitraum, wie sich die Ideen weiterentwickeln. Schreiben Sie auf, welche Vorteile Sie sich von einer Existenzgründung erhoffen. Schreiben Sie zu jedem Vorteil, der  Ihnen einfällt auch ein Nachteil auf. Zu jedem Nachteil auch ein Vorteil. Dann bewerten sie jeden Vorteil mit 1, 3 oder 5 Punkten (1 Punkt = kleiner Vorteil, 3 Punkte = mittlerer Vorteil, 5 Punkte = großer Vorteil). Dann bewerten Sie die Nachteile (1 Punkt = kleiner Nachteil, 3 Punkte = mittlerer Nachteil, 5 Punkte = großer Nachteil). Dann addieren Sie die Punkte und vergleichen die Gesamtzahlen. Überwiegen die Vorteile oder die Nachteile?

Dann prüfen Sie Ihre Idee auf Herz und Nieren. Kann sie Sie heute, morgen und im Alter ernähren? Von einem kleine Café, einem netten Bistro oder einem schönen Wein- bzw. Teeladen träumen z.B. viele Menschen. Wollen Sie das wirklich jeden Tag machen? Ist das heute überhaupt noch machbar? Die Mieten sind hoch und werden immer teurer. Ich würde eher auf neue, innovative Ideen setzen, die nicht von hohen Mieten oder anderen hohen Fixkosten abhängig sind und sehr viel mit Ihnen ganz persönlich zu tun haben.

Ich wünsche allen viel Glück und Erfolg für ihren weiteren Lebensweg.

 

Ralf Hillmann 

Ralf ist Autor und Betreiber der Seite „Spirituell auf deine Weise„.

Seinen Blog findet ihr hier.

Photo: Cortto