Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Angst vor Höhen und vorm tiefen Fall, vor öffentlichen Reden, Prüfungen, vor Clowns oder aggressiven Bibern, Angst vorm großen Knall.

Was tun wir meistens, wenn wir uns fürchten?

Wir versuchen, uns zu beruhigen. Mit guten Gedanken („der Biber wird mich schon nicht beißen, auch wenn er gerade auf mich zukommt und knurrt“). Mit Atemübungen oder Entspannungstechniken. Mit Ablenkung. Wir wollen die Angst, die Nervosität loswerden.

Prof. Alison Wood Brooks von der Harvard Business School hat einen ganz anderen Weg erforscht, wie wir damit umgehen können.

Dazu müssen wir eins wissen. Emotionen bestehen aus:

  1. einer körperlichen Empfindung (einer bestimmten „Erregung“) und
  2. unseren Gedanken darüber, unserer Interpretation.

Statt wie üblich an der körperlichen Empfindung drehen zu wollen, können wir sie so sein lassen, aber anders interpretieren.

Bei Angst und Nervosität schlägt unser Herz schneller, unsere Atmung verändert sich, Cortisol wird ausgeschüttet, der Körper macht sich zur Aktion bereit. Dasselbe passiert jedoch auch, wenn wir zum Beispiel begeistert und aufgeregt sind oder etwas kaum noch erwarten können. Geben wir den körperlichen Empfindungen einen anderen Namen, dann schaffen wir einen neuen Rahmen für sie. Was wir bisher als schlechte Nachricht gelesen haben („wie schrecklich, das wird sicher ein schlimmes Ende nehmen“), lesen wir so als eine gute („wie geil, das wird sicher super ausgehen“). Dadurch verwandelt sich die Emotion im Ganzen.

Also sagen wir nicht: „Ich habe Angst!“

Sondern: „Ich bin begeistert!“

(Oder, zwischen Angst und Begeisterung liegend: „Ich bin aufgeregt!“)

Weil sich die körperlichen Empfindungen bei Angst und freudiger Erregung gleichen oder zumindest ähneln, gibt es wenig Widerstand in uns. Wir nennen es ja nicht „Freude“, wenn wir in Wahrheit tieftraurig an einem Grab stehen, wir versuchen nicht, uns selbst zu verarschen.

Tatsächlich gelingt diese „Anxious Reappraisal“ (Angst-Neubewertung) genannte Methode vielen Menschen bei Angst leichter und besser, als sich selbst beruhigen zu wollen, wie Prof. Brooks nachweisen konnte. Ganz besonders dann, wenn wir ängstlich vor einer für uns großen Aufgabe stehen. Ihre Experimente zeigten, dass sich Menschen auf diese Weise nicht nur besser fühlten, sondern unter anderem auch bessere Karaoke-Sänger wurden und selbstsicherer und überzeugender vor anderen Leuten sprechen konnten.

Dr. Jeremy Jamieson von der University of Rochester fand in einer anderen Studie zudem heraus, dass diese Technik Menschen besser bei einem Mathe-Test abschließen lässt. Den Probanden erzählte man dazu vor dem Test einfach, dass Aufregung ihre Performance steigern würde.

Die körperlichen Empfindungen waren dieselben, doch die Einstellung änderte sich für die Testpersonen: aus einer Bedrohung wurde eine Chance.

Und je häufiger wir die Technik üben, desto besser wirkt sie.

Na da ist er ja wieder, der bösartige Biber, und er hat mich voll im Blick. Ich bin begeistert!

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Photo: Jenavieve