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Heute nur ein Quickie. Etwas, das ich großartig finde, selbst nicht besser (und auch nicht genauso gut) formulieren könnte und daher so mit Dir teilen möchte – Worte des argentinischen Autors Jorge Luis Borges, über die ich vor vier Jahren das erste Mal gestolpert bin:

Nach einer gewissen Zeit lernen wir,
den feinen Unterschied zwischen dem Halten einer Hand
und dem Anketten einer Seele zu erkennen.

Und wir lernen, dass Liebe nicht bedeutet, sich zurückzulehnen,
und dass es nicht Sicherheit bedeutet, wenn wir einen Gefährten haben.

Und wir beginnen zu lernen, dass Küsse keine Verträge sind,
und Geschenke keine Versprechen.

Und wir beginnen, unsere Niederlagen zu akzeptieren,
mit erhobenem Haupt und offenen Augen.

Und wir lernen, alle unsere Wege im Heute zu bauen,
weil die Gelände des Morgen zu unsicher sind, um darauf Pläne zu schmieden,
sie pflegen nach der Hälfte einzubrechen.

Und nach einer gewissen Zeit lernen wir,
dass auch die milde Sonnenwärme brennt, wenn derer zu viel wird.

So bepflanzen wir denn unseren eigenen Garten und schmücken die eigene Seele,
statt darauf zu warten, dass uns jemand Blumen bringt.

Und wir lernen, dass wir wirklich aushalten können,
dass wir wirklich stark sind, und dass wir wertvoll sind.

Und wir lernen und lernen … und mit jedem Tag lernen wir.

Deswegen wird das Leben in mancher Hinsicht leichter, wenn wir älter werden.

Deswegen möchte ich nicht mehr Kind oder Jugendlicher sein.

Mehr unter Was alte Menschen am meisten bereuen? Die überraschende Antwort.

Photo: Thomas Leuthard