Neu im Podcast von myMONK: Ich schäme mich so. Und folgst Du myMONK schon bei Instagram?

Vor einigen Monaten häuften sich Tage, an denen meine Laune und meine Gesichtsmuskeln schlaff runterhingen wie ein benutzter Gummi. Irgendwie war der Wurm drin (nicht im Gummi, sondern in meinem Kopf).

Zwei Dinge haben mich wieder auf die Spur gebracht: Erstens Abstand zur Arbeit, freie Tage, längere Feierabende, ein Urlaub – ich hatte mich einfach übernommen. Und zweitens der Gedanke, wie gut mir mein Leben gefällt, mit allem drum und dran. Das hatte ich nämlich zu sehr aus den Augen verloren.

Wenn‘s Dir auch so geht, wenn Deine Stimmung im Keller ist (und das nicht, um dort zu lachen), dann hilft Dir vielleicht ein Trick, den ich von Seth Godin gelernt habe.

Die Übung

Nimm ein Blatt Papier und mach zwei Listen:

Auf die erste Liste – die Vorderseite – kommt alles, wofür Du dankbar sein kannst. Die Menschen, die Du liebst, und die Dich lieben. Dein Heim. Deine Gesundheit (oder alles, was davon übrig ist – es gibt ja bekanntlich immer Menschen, denen es schlechter geht). Das Glück, dort geboren zu sein, wo es Wasser und Nahrung, Krankenhäuser und Kindergärten, Strom und Internet gibt, und wo vielleicht so manche Idiotie herrscht, aber dafür weder Diktatoren noch Kriege. Die Anerkennung, die Du bekommen hast. Die Arme, in die Du genommen wurdest. Die Augen, in die Du geschaut hast und die gesagt haben: Du bedeutest mir so viel. Deine Ausbildung, Dein Potenzial. Deine Erfolge und all die Erfahrungen, durch die Du gewachsen bist.

Auf die zweite Liste – die Rückseite – kommen die Dinge, die regelmäßig an Deinen Nerven sägen wie Zahnarzt-Instrumente. Die Umstände, die Du Dir anders! anders! anders! wünschst, aber die eben zurzeit so sind, wie sie sind. Die Kritik an Deiner Arbeit – Was Sie sich da wieder geleistet haben Frau Schmidt, bla bla. Die Leute, die viel besser dran sind als Du, anscheinend oder tatsächlich, wer weiß das schon, mit ihren flachen Bäuchen, Villen, Ferraris und Malediven-Reisen fünfmal im Jahr, während Du nicht mal Urlaub auf Balkonien machen kannst, weil Du keinen Balkon hast (oder mit Deinem Bauch nicht mehr durch die Tür zum Balkon kommst).

Es ist doch so:

Du kannst Dir in jedem Moment nur eine der beiden Listen vor Augen halten. Die erste Liste oder die zweite, die Vorder- oder die Rückseite, aber nie beide gleichzeitig.

Das gilt für das Blatt Papier wie auch im übertragenen Sinn.

Wenn Du also das nächste Mal mies drauf bist, dann kannst Du Dir klar machen: „Ah, ich halte mir gerade die Seite mit dem Negativen vor die Augen … ich könnte aber genauso gut auf‘s Positive schauen“.

Es ist Deine Entscheidung, in jedem Moment.

Mehr dazu unter Sprich achtsam: Wie Deine Worte nachhaltig Dein Gehirn verändern.

 

Photo: Tom Coppen