Wie man sich selbst akzeptieren kann | myMONK.de
|24. Oktober 2012 12:44

Wie man sich selbst akzeptieren kann

"Die schlimmste Einsamkeit ist die, sich mit sich selbst nicht wohlzufühlen.“
- Mark Twain

„Frieden kommt von innen. Suche ihn nicht im Äußeren.“
- Gautama Buddha

Sich selbst akzeptieren heißt: alles annehmen, was man ist. Die vermeintlich schlechten Eigenschaften genauso wie die vermeintlich guten. Sich selbst akzeptieren heißt, aus vollem Herzen sagen zu können: „Ich bin okay, so wie ich bin. Ich akzeptiere all meine Seiten und Facetten“.

Mangelnde Selbstakzeptanz zeigt sich in den Gedanken und in den Gefühlen, wie die meisten von uns sie wohl kennen:

„Ich bin zu fett. Meine Nase ist zu groß. Mein rechtes Ohrläppchen ist abstoßend. Ich bin zu blöd. Zu verklemmt. Zu ungeduldig. Zu neidisch. Zu eifersüchtig. Zu missgünstig. Zu faul. Zu unbeweglich. Zu langweilig. So sollte ich nicht denken. Das darf ich nicht fühlen, so darf ich nicht sein. Hoffentlich merkt niemand, wie ich wirklich bin. Ich muss mich verstellen. Oder am besten gleich ganz verstecken. Ich schäme mich.“

Falls es Dir schwer fällt, Dich zu akzeptieren, und Du glaubst, dass das für immer so sein wird, ein paar persönliche Worte, die Dir zeigen sollen: wo auch immer Du gerade stehst, bedeutet nicht, dass Du dort stehen bleiben musst.

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da war das Verstecken für mich die erste Wahl. Vorhänge zu, Telefon lautlos, um ja nicht zu irgendetwas eingeladen zu werden und rausgehen zu müssen (dennoch irgendwie hoffend, dass jemand anruft). Es war schweineeinsam und hat manchmal verdammt weh getan, wenn ich ehrlich bin. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass in dieser Zeit die Sommertage die schlimmsten für mich waren. Die Hitze ließ mich nicht vergessen, was draußen ohne einen abgeht, und die freudigen Stimmen auf der Straße erst recht nicht.

Was mir damals gefehlt hat, waren nicht Freunde, die hatte ich glücklicherweise immer.  Was mir fehlte, war ich selbst. Ich konnte mich nicht so akzeptieren, wie ich bin. Und bevor andere schlecht über mich dachten – oder das Schlimmste: merkten, dass ich schlecht über mich selbst denke -  habe ich mich lieber verkrochen. 

Von den Eigenschaften, die ich damals nicht akzeptieren konnte, den vermeintlichen Fehlern, entpuppten sich einige später sogar als echte Schätze. Heute weiß ich zum Beispiel: es ist nichts Schlimmes daran, introvertiert zu sein. Klar kann man dann nicht erwarten, dass sich fremde Leute auf einen stürzen in der Uni, im Job oder auf einer Party, wenn man den Mund nicht aufbekommt. Dafür tendiert man als Introvertierter eher zur Tiefgründigkeit, aus der man für sich selbst und andere viel Gutes schöpfen kann, wenn sie einmal in die richtigen Bahnen gelenkt ist.

Insgesamt bin ich auf diesem Weg nach meinen Maßstäben schon recht weit gekommen. Ich verstecke und verstelle mich inzwischen viel weniger.

Okay, jetzt aber genug von mir. Zurück zur Frage „Wie kann man sich selbst akzeptieren?“.

„Was stimmt nicht mit mir?“

Um sich selbst zukünftig mehr zu akzeptieren sollte man zunächst wissen, warum man sich bisher nicht akzeptiert hat. Ich bin kein Psychotherapeut, aber nach meinen Recherchen scheinen sich die Wissenschaftler weitgehend einig zu sein, woher die mangelnde Selbstakzeptanz kommt, nämlich … Trommelwirbel … aus der Kindheit.

Als Kinder können wir uns nur so weit akzeptieren, wie wir uns von unseren Eltern akzeptiert fühlen. Sind die eigenen Eltern nicht gewillt oder nicht fähig, das Kind in allem zu akzeptieren, was es ist und tut, dann lernt es: „nur wenn ich mich auf diese oder jene Weise verhalte, bekomme ich, was ich brauche“. Es lernt, dass auf der anderen Seite manche Verhaltensweisen und dahinter stehende Bedürfnisse nicht okay sind. Weil es diese „nicht erlaubten“ Bedürfnisse aber nun mal verspürt, prägt sich ihm ein, dass etwas nicht mit ihm stimmt, dass es nur liebenswert ist, wenn es bestimmte Anforderungen erfüllt. So beginnt auch die Einstellung: „Ich muss mir Liebe erarbeiten“.

Viele Eltern vermitteln ihrem Kind außerdem noch über bestimmte unerwünschte Verhaltensweisen hinausgehende Botschaften. Zum Beispiel: es sei nicht nett genug, klug genug, attraktiv genug, zu egoistisch und so weiter. 

Wenn jedoch schon die als Götter empfundenen Eltern das Kind nicht voll akzeptieren und lieben können, wie sollte es dies dann selbst können? So abhängig das Kind von der Versorgung und Akzeptanz der Eltern ist, so abhängig ist es auch von derer Meinung und so wenig in der Lage, die Meinung der Eltern zu hinterfragen. Was die Eltern tun und sagen, muss schon richtig sein.

So lernen wir, dass Anteile von uns nicht in Ordnung sind. Wir beginnen, diese Anteile als negativ zu empfinden und zurückzuweisen. Der Samen der Nicht-Akzeptanz, den unsere Eltern in uns gepflanzt haben, keimt im Laufe des Erwachsenwerdens auf und lässt uns das fortführen, was die Eltern begonnen haben.

Die Eltern müssen ihre vom Verhalten des Kindes abhängige Liebe keinesfalls böse meinen. Ihnen geht es oft nicht anders, sie haben eigene Persönlichkeitsanteile verurteilt und verdrängt, akzeptieren sich also selbst nicht bedingungslos  – und sind dadurch überfordert, ihr Heranwachsendes bedingungslos zu akzeptieren und entsprechend mit ihm umzugehen.  Kein Mensch kommt „unbeschadet“ aus der Erziehung.

Neben den Eltern sind es auch Geschwister, Onkel und Tanten, Großeltern, Spielkameraden, Erzieher, Lehrer und so fort, die ihre eigenen Selbstzweifel, an denen sie leiden, an uns auslassen. Auf diese Weise entstehen mehr und mehr „Schatten“, also Persönlichkeitsanteile, die wir verdrängen.

Zu wissen, aus welchen unzuverlässigen Quellen die Einstellung uns selbst gegenüber resultiert, ist der erste Schritt, um sich uns mehr zu akzeptieren.

Verständnis und Mitgefühl

Vermeidbares menschliches Elend wird häufiger nicht so sehr durch Dummheit als durch Unwissenheit verursacht, besonders durch Unwissenheit über uns selbst.
- Carl Sagan

Wer die Augen offenhält, dem wird manches im Leben glücken. Doch noch besser geht es dem, der versteht, eins zuzudrücken.
- Johann Wolfgang von Goethe

Sich trotz der tatsächlichen und vermeintlichen Schwächen (die jeder hat) uneingeschränkt zu akzeptieren erfordert, sich das Gefühl des Grundsätzlich-Okay-Seins-Wie-Wir-Sind in Eigenregie zu vermitteln.

Wir müssen dafür alle Persönlichkeitsanteile sehen, verstehen und voller Mitgefühl in die Arme nehmen lernen. Wir müssen uns die Schwächen und Fehler selbst vergeben. Und wir müssen uns vergeben, dass wir ein Leben lang versucht haben, andere von unserem Wert als Person zu überzeugen.

All unser selbstverleugnendes Verhalten, das darauf aus war, von anderen respektiert oder bewundert zu werden, ist in Ordnung, denn wir konnten nicht anders. Das heißt nicht, dass wir nicht Verantwortung für uns übernehmen können. Es heißt nur: so, wie wir aufgewachsen sind, mit allen gegebenen genetischen Voraussetzungen in genau diesem sozialen Umfeld und mit dieser Erziehung, diesen Erfahrungen, dieser Programmierung, diesem Selbstbild und diesen Bedürfnissen war es schlichtweg nicht möglich, anders zu handeln oder zu sein.

Wer sich selbst mehr akzeptieren lernen will, schafft das niemals über Schuldgefühle und Vorwürfe. Der Weg führt nur über Verständnis, Mitgefühl und Vergebung dazu, sich selbst mehr zu akzeptieren. Irgendwann merken wir dann vielleicht sogar, dass es gar nichts gibt, für das wir uns vergeben müssten. 

Lernen wir, uns mit offenen Augen anzuschauen, die alles sehen. Nicht nur das Glänzende. Auch das Ungeliebte, von uns Verurteilte, Unterdrückte, Verdrängte. Das Verborgene. Die Schatten, die schmerzenden Wunden, die alten Narben, Nöte, „bösen“ Fantasien und Gefühle sowie eventuelle weniger soziale Verhaltensweisen und beginnen wir zu verstehen, warum wir so sind, wie wir sind und uns so fühlen, wie wir uns fühlen, erwächst daraus ein Mitgefühl, das die eigenen Vorurteile und die Scham verblassen lässt. Wir müssen uns dazu selbst immer wieder sagen, dass wir im Ganzen in Ordnung sind. Lernen wir die Wurzeln unserer Schatten kennen, erkennen wir, dass die Schatten zu uns gehören müssen -  und können wir mit mehr und mehr Überzeugung sagen:

„Ich bin okay, so wie ich bin.“

Selbst die meisten unserer ach so bösartigen Verwünschungen, Flüche und Gewaltfantasien sind nur Ausdruck von Verletzungen und Wut. Fast jeder Mensch wünscht seinem Partner, seinem Kollegen, Verwandten oder dem Nachbarn mal etwas Böses und stellt sich vor, wie er ihn für bestraft für alle Ungerechtigkeiten, die er über einen gebracht hat.

Ohne die eigenen Schatten als Teile von uns anzuerkennen und zu intergieren, ist bedingungslose Selbstakzeptanz hingegen für immer unmöglich. Da kann man noch so viel meditieren, yogieren, entspannen, sporteln, an sich selbst arbeiten oder Tabletten nehmen. Stellt man sich den Schatten, gewinnt man zudem auch Kontrolle darüber, wie man sie auslebt. Sie müssen sich dann keine Bahnen mehr brechen, die uns und unseren Mitmenschen Schaden anfügen.

All das zu erkennen und anzunehmen ist ein schmerzhafter und langer Weg. Auch wenn manche Autoren, Coaches und „spirituelle Führer“ dafür eine – ihre – schnelle Lösung anpreisen, die es in Wahrheit nicht gibt (zumindest glaube ich nicht daran). Doch jeder Schritt auf diesem Weg zu mehr Selbstakzeptanz lohnt sich und macht das Leben leichter, befreiter und lebendiger.

„Aber wenn ich mich voll akzeptiere, werde ich mich doch nie weiterentwickeln!“

Es ist ein weit verbreiteter – und fataler – Irrglaube, anzunehmen, man könne sich nur mit der Kraft der Selbstablehnung und der Selbstbestrafung weiterentwickeln.

Selbstakzeptanz ist die Basis echten Wachstums.

Nur wenn wir uns selbst kennen und lieben, können wir uns ehrlich entscheiden, wohin wir uns eigentlich entwickeln wollen und können.

Ohne Selbstakzeptanz zielt Persönlichkeitsentwicklung überwiegend darauf ab, Schwächen auszumerzen, um sich Anerkennung zu verdienen oder über mehr Macht einfordern zu können, um die Liebe für uns von Außen zu bekommen.

„Sobald ich diese Herausforderung bestanden habe, kann ich mich annehmen und wertvoll fühlen.“
„Wenn ich diese Position im Job habe, dann kann ich mit mir zufrieden sein.“

Persönlichkeitsentwicklung ohne Selbstakzeptanz ist ein anstrengendes Weglaufen von und Ankämpfen gegen das, was ist und wer wir sind. Mit allem, was wir so erreichen, verknüpfen wir (Selbst-)Liebe noch stärker mit Bedingungen, müssen immer mehr strampeln, uns immer wieder neu beweisen, dass wir okay sind. Ein riskanter Kampf, den wir nicht gewinnen können, denn vor der nächsten Niederlage, die unsere Selbstakzeptanz in eine Schlucht herunterreißen kann, sind wir nie sicher.

Du bist jetzt schon vollkommen in Ordnung.

Mit Selbstakzeptanz auf der anderen Seite streben wir danach, unsere ureigenen Träume zu verwirklichen und die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Dabei kalkulieren wir in der Regel viel besser ein, wo unsere Stärken, Schwächen und Bedürfnisse liegen. Wir wollen uns selbst glücklich machen, anstatt uns so zu verbessern, dass wir endlich von anderen geliebt werden können in der Hoffnung, dass die Liebe der Anderen die Löcher in uns selbst zu stopfen vermag.

Du kannst Dich weiterentwickeln, aber Du bist schon jetzt vollkommen in Ordnung.
 

 

Photo: MartinaK15

41 Kommentare

    • Hi Thomas, schön von Dir zu lesen. Bin derzeit leider nur noch sehr selten auf Twitter und freu mich, dass Du auf diesem Weg mal “Hallo” gesagt hast. Hoffe bei Dir ist alles gut! LG Tim

  • Hallo Tim,

    habe deine Seite vor kurzem entdeckt und freue mich jetzt morgens schon auf deinen neuen Beitrag. Auch dieser ist wieder so klasse geworden! Vielen Dank!!! :-)

    • Hi Andrea, vielen Dank, das ist ein riesiges Kompliment – freue mich natürlich sehr darüber. Und ein Ansporn ist es auch, es wäre mir eine Ehre, Dich noch lange als Leser (und gern Kommentator) halten zu können! LG Tim

  • guter text. jetzt müsste man eigentlich nur noch erfahren, wie man es genau anstellen soll, sich selbst zu akzeptieren, wenn man die negativen gefühle die man hat “trotz ich bin okay einstellung und ich weis es ist NORMAL” nicht losbekommt. da manchmal einfach nur die nötige anerkennung der mitmenschen fehlt, um diese sch*** gefühle loszugriegen, durch die man sich selbst halt einfach nicht anktzeptieren kann und andere wohlbemerkt auch nicht. leider.. ich sag nur teufelskreis!

    • Ich glaube inzwischen daran, dass alle Anerkennung von Anderen versickert, wenn man sie sich nicht auch selbst geben kann. Einen 3-Schritte-Plan oder so habe ich dafür leider auch nicht, bei mir war es eine langwierige Suche und ein langer Weg.

      • Was die Anerkennung durch Andere betrifft, dazu habe ich einen kurzen Text, in dem es zwar nicht um “Anerkennung” direkt geht, jedoch um “Beliebtheit”, was ja beinahe das Gleiche ist und letztendlich auf das Gleiche hinausläuft. Man kann also das Wort “Beliebtheit” in diese Text einfach durch “Anerkennung” erstzen:

        “Beliebtheit. Eigentlich ein falsch verstandener Ego-Trip.
        Es wird uns in den Medien und von der Gesellschaft permanent suggeriert, dass es wichtig sei, beliebt zu sein, möglichst viele freunde zu haben, nirgends anzuecken und die Erwartungen anderer zu erfüllen, denn dann ist man be-liebt, an-erkannt und fällt auch niemandem zur Last. Das Ego findet es natürlich toll, wenn alle einen toll finden, und springt voll darauf an, weswegen das auch selten jemand hinterragt.
        Man verbiegt sich, man tut Dinge, die man eigentlich nicht tun will, weil sie mit einem selber nicht in Resonanz gehen, die man sogar strikt ablehnt, nur um be-liebt zu sein, man verleugnet sich permanent selber, nur eines oberflächlichen Effektes willen.
        Lettendlich mündet das jedoch in energetischem Ungleichgewicht, in innerem Ausbrennen, und diejenigen, von denen man Be-liebt-heit erwartet, nutzen einen aus. Irgendwann ist bei jedem der Punkt erreicht, wo das so einfach nicht mehr weitergeht, und dann ist es auch vorbei mit der Be-liebt-heit, man wird fallen gelassen.
        Das schmerzt natürlich, und viele rappeln sich wiederholt wieder auf, um weiterhin den Eindruck des be-liebt-seins zu “genießen”.

        Der bessere Weg ist jedoch der, der Wahrhaftigkeit, der Selbstliebe und der Erkenntnis, was ich wirklich will und “brauche”.
        Denn wenn man wahrhaftig ist und zu sich selber steht, mit sich selber im Reinen ist und sich selber annimmt und liebt, braucht man nicht mehr möglichst viele Freunde, die sich orgendwann als “falsch” offenbaren, sondern man zieht automatisch (vielleicht nur wenige, dann aber) “richtige” Freunde in sein Leben. Dann ist man nicht be-liebt, sondern wird GEliebt.
        Man braucht sich nicht verbiegen, für falsche Anerkennung, sondern wird angenommen, wie man ist. Man braucht nicht mehr seine ganze Energie aufwenden, für Menschen, die einen letztendlich ausnutzen, sondern befindet sich in wohltuendem Ausgleich mit Menschen, die einem guttun.
        Dies mögen dann wenige sein, aber diese sind dann um so wertvoller.

        Man braucht sich nur mal diejenigen anschauen, die immer nach möglichst großer Beliebtheit streben, die Schmierblätter sind voll von Berichten über deren unseliges Scheitern, Alkohol und Drogenexzesse, Verfall und armseliges sterben am Ende, ausgepowert durch die verzweifelten Versuche, den Ansprüchen anderer zu genügen.
        Es ist die Entscheidung jedes Einzelnen, welchen Weg er wählt. Wählt WEISE!
        Es geht nicht darum, was andere von Dir denken. DU mit DIR!”

      • Ein Mensch, der Probleme mit der Selbstakzeptanz und dem Fühlen des Selbstwerts hat, dem nutzt tatsächlich auch die Anerkennung von außen nichts um ihn fühlen und sich selbst akzeptieren zu können. Dein Text zu diesem Thema ist schlüssig und der Gedankengang absolut nachvollziehbar. Wenn eine Person es aus welchen Gründen auch immer nicht schafft sich selbst okay zu finden, dann bestärkt letztendlich jeder dieser schlüssigen nachvollziehbaren Gedankengänge das Gefühl wahrhaftig und bewiesenermaßen nicht okay zu sein, denn er schafft es ja nicht sich selbst anzunehmen … darin sehe ich den Teufelskreis. Der Weg sich selbst annehmen zu lernen führt also letztendlich über die Akzeptanz der Nichtakzeptanz. z.B: Ich bin okay damit mich selbst nicht annehmen zu können.

  • hallo Tim,
    vielen herzlichen dank fuer deine tollen beitraege, die ich immer wieder gerne lese (auch wenn ich mir vorgenommen habe, meine fb-zeit noch mehr zu begrenzen ;o). finde es toll, was du mit mymonk geschaffen hast!
    und passend zu dem beitrag: kennst du das buch ‘Schatten auf dem Pfad’ von Abdi Assadi? Absolut lesenswert – ist eines meiner all-time-favorites!
    lg, heidi

    • Hallo Heidi, danke! Das Buch kannte ich noch nicht, klingt aber sehr interessant und ist soeben auf meinem Wunschzettel gelandet! :) LG Tim

  • wow, toller artikel und sehr weise! kommt grad wie gerufen! danke! :)

  • Habe diese Seite vor einer Std entdeckt und bin von diesem Beitrag so begeistert! Endlich mal jemand der einen selbst anspricht und es auf den Punkt bringt…. Herzlichen Dank :) Ich würde Dir gerne eine Email schreiben…LG

  • Verdammt gut. Ernsthaft. Das bestärkt mich noch einmal darin, was ich sowieso schon wusste. Bestärkung ist immer gut. Auch, wenn sie (ja, ich weiß) von innen kommen sollte, ist es doch gut zu hören, dass man sich auf dem goldrichtigen Weg befindet :D

  • Schattenarbeit nach C.G. Jung

  • Hallo Tim,
    vielen herzlichen Dank für diesen so klar und einfach beschrieben Text, der abolut der Wahrheit entspricht.
    Du sprichst mir dabei aus der Seele, denn ich gehe diesen Weg schon lange. Es ist wahrhaftig nicht der leichteste Weg, aber der einzig Richtige für mich, um wirklich Frieden in mir selbst und meinem Leben zu erlangen.
    Schön, dass es dich und deine Seite gibt, denn es bestärkt mich immer wieder, auf diesem, meinen Weg zu bleiben und weiter zu gehen.
    Ich habe noch so einige Hürden vor mir, doch ich freue mich sehr, auf dem richtigen Weg zu sein.
    Ganz lieber Gruss und gute Zeit dir, Edith

    • Hi Edith,

      schön, dass der Text Dir so gut gefällt!

      Ich habe noch so einige Hürden vor mir, doch ich freue mich sehr, auf dem richtigen Weg zu sein.

      Ich finde auch oft, dass allein das Wissen, auf dem richtigen Weg zu sein, die Kraft gibt für die womöglich noch lange, vor einem liegende Strecke. Irgendwie wird in dem Moment vieles leichter, wo man weiß, wo man steht und wo man hinwill.

      Liebe Grüße!

      Tim

  • Danke. Einfach nur danke, ohne doppeltem Boden, Ironie, Mysterium, Pauken und Trompeten.

  • Lieber Tim,
    vielen Dank für den Artikel. Bin vollkommen deiner Meinung. Die Frage ist nur, wie macht man das konkret? Wenn ich vor dem Spiegel stehe, sehe ich doch, dass ich fett bin. Ich verarsche mich doch selbst, wenn ich mir sage ich sei schön. Mit 20 Kilo weniger war das einfach mich selbst zu akzeptieren, aber jetzt finde ich das verdammt schwer mit der Selbstliebe. Ich krieg das irgendwie nicht hin. Hast du nen Tipp für mich?
    Vielen lieben Dank!
    Gudrun

    • Hallo Gudrun,
      ich glaube auch nicht, dass es dir hilft, dich selbst zu verarschen. Es wird dir nicht helfen, dir zu sagen, wie schön du bist, obwohl du dich absolut nicht wohlfühlst. Aber das mit den Kilos ist etwas, das du ändern kannst (auch wenn es nicht unbedingt einfach und von heute auf morgen ist). Viel schlimmer wäre es, wenn du zum Beispiel nach einem Unfall ein deformiertes Gesicht hättest und jeden Tag vor deinem Spiegelbild erschrecken würdest. Aber ich bin mir relativ sicher, dass es dir schon viel helfen würde, wenn du für dich entscheiden würdest, dass du daran arbeiten willst und dich nicht damit abfindest. Dieses Gefühl, eine Änderung selber in der Hand zu haben und mit dieser auch anzufangen, hilft einem ganz viel, dass man sich selber wieder mag, auch wenn du von den 20kg noch ganz weit weg bist. Man fühlt sich nicht mehr länger als Opfer oder Versager sondern stark, da erwacht irgendwie auch der Kampfgeist…Und du wirst sehen, wie schnell du anfängst stolz auf dich zu sein, allein dadurch, dass du aktiv handelst:-)

    • Liebe Gudrun,

      vielleicht ist es auch ein guter Zwischenschritt, zu akzeptieren, dass Du bestimmte Sachen an Dir noch nicht akzeptierst (siehe http://mymonk.de/nackt-vorm-spiegel/)?

      Was mir auffällt, ist, dass Du Dein Gewicht mit DIR gleichzusetzen scheinst.

      Bist Du wirklich Dein Gewicht?

      Oder kannst Du Dich lieben und an den Extra-Kilos einfach auch aus Liebe zu Dir arbeiten?

      Liebe Grüße

      Tim

  • Vielen Dank Tim,

    es ist sehr ruhig in mir geworden beim lesen und ja – der Weg ist das Ziel – es gibt keine einfache schnelle Lösung. Ich gehe den Weg schon sehr lange und es hat sich schon sehr viel getan und es bleibt noch genug zu tun ;-)))
    Danke Danke Danke
    von Herzen Ursula

    • Sehr gern, Ursula! Und was für ein schönes Kompliment, dass sich beim Lesen Ruhe in Dir ausgebreitet hat, das find ich toll.

      Zu tun geben wird’s (hoffentlich) noch ne ganze Menge!

      Dann mal auf die nächsten Meter! :)

      Liebe Grüße

      Tim

  • Hallo tim, schöner weckruf. Vielen Dank dafür. Wenn du hierzu noch etwas input brauchst, lies mal byron katie, lieben was ist. Ist eine sehr einfache und effektive Methode um alte destruktive Glaubenssaetze zu hinterfragen. Lg bernd

  • Hallo Tim,
    sich selbst zu akzeptieren so wie man ist, ist ein schwerer Weg und ich stehe noch am Anfang.
    Mein Ziel war immer so viel Geld wie möglich zu verdienen weil mein Vater früh gestorben ist und meine Mutter immer knausern musste.
    Ich hatte viele Jobs. Und dann hatte ich DEN Job. Richtig viel Kohle… Aber, ich saß als introvertierte Person in einem Großraumbüro mit 60 Leute und musste täglich 4-5 Stunden am Stück telefonieren. 3 Jahre habe ich das ausgehalten bis ich gekündigt habe weil ich nicht mehr konnte. Es war also genau der falsche Weg. Nun suche ich den richtigen Weg über Mediation und Selbstakzeptanz und Selbstliebe. Gar nicht so leicht. Und auch ich habe im Moment Tage an denen ich am liebsten nicht vor die Tür gehen mag (dank Hund muss ich aber). Was war dein Schlüsselerlebnis das zu ändern?
    Liegen Gruß
    Ella

    • Hi Ella,

      hmm … ich glaube bei mir gab’s nicht das eine Schlüsselerlebnis. Es waren mehrere Dinge, die mich dazu bewogen haben. Über Monate und Jahre aufgestautes Unglück, ein großer Wechsel im Außen (Umzug in eine neue Stadt und so), eine neue Aufgabe (Studium neu angefangen) und viel Geduld und Liebe, die ich von anderen und nach und nach auch von mir selbst bekommen habe.

      Bin froh zu lesen, dass Du Dich nicht weiter zu dem Telefon-Job gezwungen hast, wenn Dich das so unglücklich gemacht hat.

      Liebe Grüße

      Tim

  • “Ohne die eigenen Schatten als Teile von uns anzuerkennen und zu intergieren, ist bedingungslose Selbstakzeptanz hingegen für immer unmöglich. Da kann man noch so viel meditieren, yogieren, entspannen, sporteln, an sich selbst arbeiten oder Tabletten nehmen. Stellt man sich den Schatten, gewinnt man zudem auch Kontrolle darüber, wie man sie auslebt. Sie müssen sich dann keine Bahnen mehr brechen, die uns und unseren Mitmenschen Schaden anfügen.”
    Aber wie macht man das? Ich fühle mich so gefangen in meinen Mustern und Gedanken, habe soviel gelesen und scheine mich nur immer weiter von mir zu entfernen. Ich “erkenne” nicht was in mir vorgeht – wenn, dann sehe ich oft schlechtes. 32 Jahre ungelebtes Leben – selbstverursacht. und meine Unzufriedenheit und der Druck sind riesig. Daraus resultieren Fehlentscheidungen, Rückzug. Die Zukunft erscheint unüberwindlich, Job? Beziehung? Was will ich? Welche Bedürfnisse habe ich? Wie komme ich bei diesen Themen weiter? Oft merke ich, dass ich zuviel will – und dann erst recht nicht anfange.

    Ich habe Angst vor meiner Wut, meinem Hass – merke, dass ich mich gerade mit (unbeschwerten) Kindern schwer tue – die so anders sind, als ich jemals war .. Bekomme dann Angst vor mir.
    Wie akzeptiert man sich. Ich verstehe es nicht.

    • Liebe Dora, du klingst so furchtbar traurig und auch resigniert – aber du bist doch schon auf einem guten Weg! Erkennen, dass etwas nicht stimmt, ist der Anfang. Vielleicht kannst du dir ja zunächst vorstellen, eine Freundin/Schwester/Cousine, die du sehr liebst, erzähle dir diese Dinge von sich. Würdest du sie verurteilen und ihr sagen, es gebe keinen Weg? Oder würdest du sie in die Arme nehmen, vielleicht aus Mitgefühl ein bisschen mit ihr weinen und ihr sagen, dass du sie liebhast? Vielleicht ihr sogar Hilfe anbieten? Wie könnte diese aussehen? Vielleicht möchtest du ja mal mit ihr zur Quelle der Wut und des Hasses gehen und mit ihr gemeinsam herausfinden, warum da denn Angst ist?
      Wir können uns ganz oft viel besser um andere kümmern, als um uns selbst – der Draufguck ;-) ist da ja auch einfacher…u.a… vielleicht magst du diese Fähigkeit ja über diesen kleinen Trick auch mal für dich nutzen :-) Du bist es wert!
      Liebe Grüße, Ulrike

  • Hallo Ulrike,
    vielen Dank für Deine Worte. Ja, ich bin irgendwie resigniert, denn seit Jahren hadere ich mit mir und mittlerweile scheine ich nur noch schlechtes zu sehen. Ich schaffe es kaum etwas zu ändern und wenn dann kann ich es nur solange annehmen, wie andere es tun.

    Und meine Wut – ich ahne woher sie kommt. Von all dem, was ich mir selbst versagt habe. warum kann ich mich nicht für andere freuen? Warum ist Gutes tun für mich Überwindung?
    Ich weiß oft nicht mehr in welche Richtung ich mich ändern soll – wünschte, ich könnte so formulieren wie der Autor hier, hätte die Erkenntnisse, wie so manche hier. Stattdessen …

    Hmm… sorry, viel Selbstmitleid – es wird auch wieder anders, aber ich wünschte, ich könnte mich besser verstehen, hätte einen “besseren” inneren Kompass.

    Deinen Vorschlag werde ich mal ausprobieren – Danke dafür :)

  • Danke für deinen großartigen Blog! Bin froh, den durch Zufall entdeckt zu haben! Habe auch schon fleißig Artikel weiterempfohlen :-) Alles Liebe!

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